Studis & ihre Nebenjobs
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Musik im Mittelpunkt

Auftritte, Proben, Tonstudio und Unterricht: Markus Möwis Leben ist von Musik geprägt. Neben seinem Studium arbeitet er freiberuflich als Musiker und Musiklehrer. Foto: Sarah-Maria Scheid

Auftritte, Proben, Tonstudio und Unterricht: Markus Möwis Leben ist von Musik geprägt. Neben seinem Studium arbeitet er freiberuflich als Musiker und Musiklehrer. Foto: Sarah-Maria Scheid

Pauken, Schellen und Bandgeflüster sind der Soundtrack seines Lebens: Musik begleitet Markus Möwis seit seiner Kindheit. Heute tourt er neben seinem Germanistikstudium als Schlagzeuger durch die Region Koblenz, hat Bandauftritte und gibt Musikunterricht.

Mehr Beispiele zum Geldverdienen neben dem Studium gibt’s in unserer Serie Studis und ihre Nebenjobs.

Markus Möwis ist mit Blasmusik großgeworden. Das erscheint zunächst schwer vorstellbar, ist er doch inzwischen im Rock-, Metal- und Jazz-Bereich unterwegs. „Ich habe mit sieben Jahren bei uns im Musikverein in Emmelshausen angefangen, Schlagzeug zu lernen“, schildert er. „Später habe ich im Symphonischen Blasorchester Obere Nahe gespielt. Dann war ich beim Heeresmusikkorps 300 und zwei Jahre Zeitsoldat.“ Während dieser Zeit hat Markus einige Kontakte knüpfen können. „Vitamin B ist essenziell. Die Leute treffen dich auf Events, man kommt ins Gespräch. Oder du lernst Menschen über Bekannte kennen.“ Markus ist heute freiberuflich tätig. Er gibt Konzerte, begleitet Chöre oder Musikvereine und unterrichtet Schlagzeug. Außerdem ist er in mehreren Bands aktiv: der Indie-Rock-Gruppe The Damned Don’t Cry, der Metalcore-Combo Agony Atlas, der Blues-Rock-Coverband RockIT und Henkō-Kanō, einer Jazz-Kraut-Prog-Combo. Auch damit ist es nicht getan: Markus arbeitet darüber hinaus für einen Escape Room und schreibt für den Uniblog.

Ein Engagement neben dem anderen

Im Großraum Koblenz hat Markus schon viele Musikvereine und Bands begleitet, unter anderem die Rheinische Bläserphilharmonie. In die freie Szene ist er über Kontakte hineingestolpert. „Zwei Freunde haben mich zu einer Jazzsession ins Mephisto, eine Koblenzer Kneipe, mitgenommen“, erzählt er. „Dadurch habe ich viele weitere Musiker aus der Region kennengelernt, auch einige Profis.“

Markus am Schlagzeug bei einer Probe mit Musikmoment. Er unterstützt die Band als Ersatzschlagzeuger. Fotos: Privat

Markus am Schlagzeug bei einer Probe mit Musikmoment. Er unterstützt die Band als Ersatzschlagzeuger. Fotos: Privat

Seitdem unterstützt Markus Bands und Solokünstler als Session-Musiker. So hat er schon die Sängerin Lesly Morrison und den Multiinstrumentalisten Dennis Kessler begleitet. Sein stilistisches Spektrum ist breit aufgestellt. Einige Jahre lang spielte Markus in der Melodic-Death-Metal-Band At Daggers Drawn. Mittlerweile sind Veröffentlichungen mit The Damned Don’t Cry geplant. Er erzählt: „Mit Carlos Ebelhäuser, dem Bassisten von Blackmail, habe ich seit Ende 2017 die „JazzSession“ veranstaltet. Durch ihn bin ich zu The Damned Don’t Cry gekommen. Unser Album „Scaryland“ wird im Frühjahr 2022 veröffentlicht, eine EP mit vier Songs ist seit Oktober 2021 draußen.“

Die Mühe lohnt sich

Schon mit seiner allerersten Band war Markus im Tonstudio, um Aufnahmen zu machen. Als Musiker gibt es selten etwas Schöneres, als in einer Band zu spielen“, schwärmt er.  “Wenn man eine gemeinsame Message hat, ist es großartig, sie nach außen zu tragen.“ Allerdings fielen mit der Verantwortung für eine Band viele Aufgaben an. Marketing sei sehr wichtig. Hierbei ginge es heutzutage vor allem um das Werben auf Social Media, erklärt Markus. So würden Veranstaltende auf die Band aufmerksam und fragten Buchungen an. Nicht nur sei der Verwaltungsaufwand groß, auch das soziale Miteinander zwischen den Bandmitgliedern müsse stimmen. „Eine Band ist die schwierigste Form einer Beziehung. Man geht mit vielen unterschiedlichen Leuten eine persönliche Verbidung ein, die für alle das gleiche Ziel hat“, konstatiert er. Es sei wichtig, viel miteinander zu reden. Markus findet es großartig, auf der Bühne zu stehen und zu sehen, wie die Zuhörenden mitsingen und tanzen und wie ihre Augen dabei glänzen. Sein Fazit lautet daher: „Eine Band zu haben ist Arbeit auf mehreren Ebenen, aber sie lohnt sich!“

Musik muss keine brotlose Kunst sein

Früher traf Markus sich oft mit anderen zum Proben, mittlerweile geht es bei Terminen meist darum, ein Event vorzubereiten. Doch coronabedingt kann vieles letztlich nicht oder nur unter Auflagen stattfinden. Wie vermutlich die meisten Musiker hofft er, 2022 wieder öfter auftreten zu können.

Viele Auftritte machen Bands in der Öffentlichkeit präsent, doch Markus bezeichnet sich höchstens als „in der Musikszene bekannt“. Das Wort „berühmt“ hält er für hochgegriffen: „Ich denke, die meisten Leute stellen sich unter Berühmtheit Fernsehauftritte und Songs in den Charts vor. Wenn man nicht Teil einer sehr populären Band ist oder als Session-Schlagzeuger im großen Stil unterwegs und gefragt ist, bleibt man in der Öffentlichkeit eher unbekannt.“

Markus hat schon eine ganze Reihe von Bands am Schlagzeug begleitet. Im August 2019 trat er mit der interkulturellen Gruppe Tonspuren bei den Koblenzer Promenadenkonzerten auf. Fotos: Privat

Markus hat schon eine ganze Reihe von Bands am Schlagzeug begleitet. Im August 2019 trat er mit der interkulturellen Gruppe Tonspuren bei den Koblenzer Promenadenkonzerten auf. Fotos: Privat

Wenn Markus seinen Nebenjob hauptberuflich machen würde, könnte er davon ganz gut leben. Durch Corona sei aber vieles schwieriger geworden: Die Bühnenauftritte könnten nicht wie gewohnt stattfinden und viele Menschen besuchten nicht mehr so gerne Konzerte. „Bis vor einer Weile war ich noch Teil einer Coverband. Damit waren wir auf Geburtstagen und Hochzeiten unterwegs. Da konnten für einen Abend schon mal 350 € inklusive Übernachtung und Essen zusammenkommen“, erzählt Markus. Das sei aber eher die Ausnahme. Es komme stark auf die Besetzung an und darauf, wo, wie oft und mit wie vielen Leuten man spiele. Durch Markus’ regelmäßigen Musikunterricht sind seine Einnahmen konstanter.

Wichtig: Talent und Zeitmanagement

„Interesse an der Musik und ein gewisses Maß an Talent sind wichtig. Sonst ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass man als Künstler angefragt und weitervermittelt wird“, meint Markus zum Berufsziel Musik. Man solle auch bereit dazu sein, zu Zeiten zu arbeiten, zu denen andere frei haben. Als Musiker ist Markus für gewöhnlich abends unterwegs und hat seine Auftritte am Wochenende. Allerdings ist das Musikerdasein für ihn ein Teilzeitjob. „Wenn man den Job in Vollzeit macht, sind die Proben oft morgens“, gibt Markus zu bedenken. „Dazu kommen mehr oder weniger viele Musikschüler, die man hauptsächlich nachmittags unterrichtet.” Aktuell hat er elf Schüler, die bei ihm Schlagzeug lernen.

Durch Corona hat Markus als Musiker leider viel weniger zu tun. Was die Zeit davor angeht, schätzt er die Kompatibilität seines Jobs mit dem Studium als mittelmäßig ein. „Das Zeitmanagement hängt stark davon ab, ob man eher auf der Bühne stehen will oder Musikunterricht geben möchte. Der Unterricht findet oft nachmittags statt. Das kann mit Seminaren oder Vorlesungen kollidieren.“ Für die Zukunft wünscht Markus sich einen Beruf, in dem er seine Kompetenz und Leidenschaft in Sachen Musik mit einbringen kann.

Sarah-Maria Scheid

Wer wissen will, was Markus musikalisch alles macht und erlebt hat, findet auf seiner Facebook-Seite c eine Menge an weiteren Bildern, Videos und Hintergrundinfos.

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