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Lernen und Lehren wie in Hogwarts

Michael Lenz forscht zum Thema Gamification. In seinen Seminaren verzaubert er die Studierenden mit Hilfe von Harry Potter & Co. Foto: Jan Reutelsterz

Michael Lenz forscht zum Thema Gamification. In seinen Seminaren verzaubert er die Studierenden mit Hilfe von Harry Potter & Co. Foto: Jan Reutelsterz

Wie wäre es, wenn Seminare von einem Tagespropheten zusammengefasst oder die Leistungen mit Hauspunkten bewertet würden? Oder der Campus Landau einmal im Studium in Hogwarts verwandelt wird? Dr. Michael Lenz, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Erziehungswissenschaft, und derzeit Vertretungsprofessor am Campus Koblenz hat es ausprobiert.

Wenn Michael Lenz die Studierenden zur ersten Sitzung des Seminars Hogwarts als schulische Lernumgebung? begrüßt, steht er im Umhang im Festsaal der Außenstelle Bürgerstraße. “Ich will die Studierenden von der ersten Sitzung an begeistern, dafür lasse ich mir gerne etwas einfallen”, erzählt er. Der Umhang ist dabei nur eines von vielen Mitteln, die die Studierenden aus ihrem Uni-Alltag reißen sollen. “Lernen soll die Lebenswirklichkeit der Lernenden berücksichtigen”, sagt Lenz. Die meisten Studierenden sind mit den Harry Potter-Büchern und -Filmen aufgewachsen und kennen den Zauberlehrling. Daher eignet sich diese Welt gut, um die Möglichkeiten und Potenziale einer alternativen Lernumgebung zu demonstrieren.

Das Seminar, das mit dem Lehrpreis 2018 der Hochschuldidaktischen Arbeitsstelle ausgezeichnet worden ist, wird im Studiengang Bildungswissenschaften angeboten und zeigt zukünftigen Lehrkräften, wie mit etwas Kreativität und Einsatz der Unterricht anschaulicher gestaltet werden kann. Als Grundlage dient der Gamification-Ansatz. Dieser nutzt spielerische Mittel (wie zum Beispiel Punkte sammeln) und wendet sie in einem anderen Kontext an. Das wird seit Jahren von einigen Unternehmen zur Kundenbindung verwendet, kann aber auch beim Lernen Vorteile haben. Ziel ist es, die Lernenden zu motivieren und zu begeistern. Am besten so sehr, dass sie sich in dem Spiel vertiefen und regelrecht vergessen, dass sie lernen.

Gamification macht Unterricht unvergesslich

Die Gamification-Methoden nutzt Lenz auch in seinem Seminar. Die Studierenden werden zum Beispiel den vier Häusern der Hogwarts Schule zugeteilt und in Hausteams unterteilt. Diese können für erledigte Aufgaben Punkte erlangen, die am Ende des Seminars ausgezählt werden. Das Team mit den meisten Punkten gewinnt den Hauspokal. Mithilfe dieser spielerischen Elemente werden schulpädagogische Fragestellungen bearbeitet und neue Ideen und Methoden für den Unterricht entwickelt.

Das Seminar kommt bei den Studierenden gut an. “Ein Student hatte in jeder Sitzung einen Umhang an”, berichtet Lenz. Es gab auch Studierende, die sich zu den Sitzungen in ihren Hausteam-Farben kleideten, in Anlehnung an die Eule Hedwig Kuscheltiereulen mitnahmen oder zu Zauberstäben umfunktionierte Bleistifte verteilten. Wenn das Seminar die Kreativität der Studierenden beflügelt und ihnen noch lange im Gedächtnis bleibt, hat Lenz sein Ziel erreicht.

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