So wohnt der Campus
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Harmonie in vier Räumen

Julia Cutler und Ricarda Natus sind nicht nur Mitbewohnerinnen, sondern auch enge Freundinnen. Fotos: Philipp Sittinger

Julia Cutler und Ricarda Natus sind nicht nur Mitbewohnerinnen, sondern auch enge Freundinnen. Fotos: Philipp Sittinger

Julia Cutler und Rica Natus kennen sich schon vom Bachelorstudium in Heidelberg, studieren jetzt beide im Masterstudiengang Psychologie am Campus Landau und wohnen zusammen. Im Interview wird klar, warum ihr WG-Leben so gut funktioniert: Die beiden passen einfach perfekt zusammen.

Seit wann wohnen Sie hier?

Cutler: Seit Oktober 2017.

Wie lange haben Sie suchen müssen, um diese tolle Wohnung zu finden?

Cutler: Wir hatten riesengroßes Glück, wir haben nur zwei Wohnungen angeschaut und diese sofort bekommen.

Haben Sie vorher schon zusammen gewohnt?

Natus: Nein, aber wir kannten uns schon sehr gut. Wir haben in Heidelberg zusammen studiert und sogar unsere Bachelorarbeit zusammen geschrieben.

Julia Cutler und Ricarda Natus haben sich gesucht und gefunden. In ihrer WG verbringen sie die Zeit am liebsten beim Kochen oder auf dem Sofa.

Julia Cutler und Ricarda Natus haben sich gesucht und gefunden. In ihrer WG verbringen sie die Zeit am liebsten beim Kochen oder auf dem Sofa.

Wie entstand der Plan, zusammenzuziehen?

Natus: Wir hatten eigentlich nie so konkret darüber gesprochen, es war uns beiden unausgesprochen klar, dass wir auch zusammen wohnen, wenn wir schon gemeinsam nach Landau gehen.

Cutler: Man kann sich ja auch nicht mit jeder Freundin vorstellen, zusammenzuwohnen. Aber Rica ist eine der unkompliziertesten Personen, die ich kenne.

Gab es etwas, dass Sie jetzt erst nach dem Zusammenziehen aneinander kennen gelernt haben?

Cutler: Rica ist super aufgeschlossen und unternehmungslustig. Hier in der WG ist mir aber auch aufgefallen, dass Rica auch sehr gut mit sich allein sein kann und daraus Kraft schöpft.

Natus: Bei mir haben sich eher Dinge bestätigt, die ich vorher schon erahnen konnte. Zum Beispiel, wie groß Julis Kochleidenschaft ist. Allein die vielen verschiedenen Salze, die hier rumstehen.

Cutler: Ich koche tatsächlich meistens für uns beide. Ich hatte schon vor unserem Zusammenwohnen immer das Bedürfnis, Rica zu bekochen, weil ihr Standard-Abendessen meistens Brot mit Frischkäse und Gurke war. Aber mittlerweile habe ich sie mit meiner Freude am Kochen angesteckt.

Die Küche unterm Dach.

Die Küche unterm Dach.

Jede Menge Gewürze säumen die Fensterbank.

Eine Menge Gewürze säumen die Fensterbank.

Und wer geht einkaufen?

Natus: Wir gehen meistens zusammen, um Großeinkäufe zu machen. Juli will meistens eine Liste machen, was wir an welchem Tag der Woche essen.

Wie klären Sie das finanziell?

Cutler: Das haben wir noch nie aufgerechnet. Wir haben auch keine getrennten Kühlschrankfächer. Obwohl Rica Vegetarierin ist, ich aber nicht. Und weil ich immer für uns zusammen koche, esse ich dadurch auch mehr vegetarisch.

Haben Sie einen Putzplan?

Cutler: Wir haben eigentlich meistens zur selben Zeit das Gefühl, dass mal wieder geputzt werden sollte. Jeder macht auch zwischendurch mal was Kleines.

Natus: Wegen so etwas hatten wir echt noch nie Diskussionen.

Cutler: Sind wir überhaupt eine richtige WG?

In jedem Winkel der Wohnung finden sich alte Holzmöbel, die die Landauerinnen restauriert haben.

In jedem Winkel der Wohnung finden sich alte Holzmöbel, die die Landauerinnen von Familienmitgliedern übernommen haben.

Der Bierpong-Tisch steht für lustige Abende mit Freunden jederzeit bereit.

Der Bierpong-Tisch steht für lustige Abende mit Freunden bereit.

Werden Sie jemals wieder mit einer anderen Person zusammen wohnen können, wenn es bei Ihnen so reibungslos läuft?

Cutler: Vermutlich nicht. Es ist schon sehr harmonisch zwischen uns.

Sind Sie eine Party-Wg?

Rica: Ich glaube, wir wären gerne eine. Der Bierpong-Tisch im Wohnzimmer spricht Bände. Wir haben einfach gerne Menschen um uns. Es ist mindestens einmal pro Woche Besuch hier.

Wenn Ihre Wohnung ein Charakter wäre, wie würden Sie ihn beschreiben?

Cutler: Also auf jeden Fall bunt und lebendig. Es ist eine Charakterwohnung, überall gibt es komische kleine Ecken, bei denen man gar nicht weiß, wofür die gut sind.

Haben Sie die Wohnung renoviert oder so übernommen, wie sie war?

Cutler: Wir mussten schon viel machen. Jedes Zimmer war in einer anderen schrecklichen Farbe gestrichen, in Braun oder Giftgrün.

Natus: Wir haben uns von Anfang an in die Wohnung verliebt und hatten eine Vorstellung davon, was wir daraus machen wollen. Aber es war einen langer Prozess. Die ersten Wochen haben wir ohne Küche gelebt und Nudeln im Wasserkocher gekocht. Funktioniert tatsächlich!

Die Einrichtung von Ricarda Natus' hellem Zimmer erstrahlt in warmen Erdtönen.

Die Einrichtung von Ricarda Natus’ hellem Zimmer erstrahlt in warmen Erdtönen.

Was ist Ihr Lieblingsort in der WG?

Cutler: Außer meinem eigenem Zimmer ist das die Couch im Wohnzimmer. Die haben wir von meiner Tante gespendet bekommen und die ist so schön groß, da können wir uns ausbreiten.

Natus: Aber auch am Küchentisch sitzen wir viel und hatten hier schon viele Gespräche.

Was ist Ihr Lieblingsgegenstand?

Cutler: Mein Tisch, der vor meiner Couch steht. Das ist eigentlich ein Überseekoffer von meinem Urgroßvater, den ich umfunktioniert habe. Der stand bei meinen Eltern auf dem Dachboden und ich habe ihn dann in meine erste WG mitgenommen.

Natus: Bei mir sind es die Dinge, die ich selber gemacht habe. Eine Leiter, auf der ich Sachen aufhängen kann und ein Baumstamm, den ich aus dem Wald geholt und angemalt habe und jetzt als Ablage verwende.

Herzstück von Julia Cutlers Zimmer ist ein Überseekoffer ihres Urgroßvaters, der als Tisch fungiert.

Herzstück von Julia Cutlers Zimmer ist ein Überseekoffer ihres Urgroßvaters, der als Tisch fungiert.

Haben Sie den selben Tages-Rhythmus?

Natus: Das ist etwas, was manchmal ein bisschen nervt: Wir haben nicht die selben Essenszeiten. Wir haben uns da zwar angenähert, aber ich würde am liebsten um 18 Uhr essen und Juli eher um 20.30 Uhr.

Cutler: Auch unsere Schlafenszeiten sind verschieden. Ich bin eher ein Nachtmensch und Rica steht immer früh auf. Aber da niemand von uns laut trommelt, wenn die andere schläft, ist das gar kein Problem.

Sie studieren auch zusammen, haben Sie nicht auch manchmal genug voneinander?

Cutler: Wir haben ja das Glück, viel Platz zu haben. Selbst wenn Rica in der Küche ist, könnte ich ungestört im Wohnzimmer sitzen.

Natus: Es kommt auch wirklich selten vor, dass wir mal drei Wochen am Stück beide hier sind, weil häufig eine von uns nach Hause fährt.

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