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Feenzauber in Landau

In Landau können Aufmerksame seit einiger Zeit winzige, farbenfrohe Türchen entdecken. Der Uniblog hat mit den beiden Studierenden gesprochen, die hinter den "Feentürchen" stecken. Fotos: Elena Panzeter

In Landau können Aufmerksame seit einiger Zeit winzige, farbenfrohe Türchen entdecken. Der Uniblog hat mit den beiden Studierenden gesprochen, die hinter den "Feentürchen" stecken. Fotos: Elena Panzeter

Seit einiger Zeit tauchen in Landau immer wieder winzige, bunt bemalte Türchen an Litfaßsäulen, Stromkästen und Treppenstufen auf. Hinter diesen sogenannten “Feentüren” stecken zwei Studierende, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Stadt mit ihren kleinen Kunstwerken zu verschönern. Über ihre Motivation, die ständige Entwicklung neuer Motive und die Angst, erwischt zu werden, erzählen die beiden, die anonym bleiben wollen, im Interview.  

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, in Landau Feentüren anzubringen? 

Fee 1: Die Idee kam mir, als ich zufällig online über das Feentürchen gestoßen bin. Ich habe Fotos von den Türchen, sogar von kleinen Fenstern und Möbeln, gesehen. Die Kunstwerke wurden an Bäumen im Wald befestigt. Diesen Charme wollte ich unbedingt auch nach Landau bringen. 

Die weite Welt beginnt schon vor der Haustür. Unter dem Motto Region entdecken gehen wir mit euch auf Erkundungstour.

Fee 2: Damals hat sie nach einer Möglichkeit gesucht, die Stadt bunter zu gestalten. Als sie mir von ihrer Idee erzählt hat, war ich sofort begeistert. Ich habe mich dann als Social-Media-Manager angeboten. Die Idee musste unbedingt mehr Aufmerksamkeit erhalten. Deshalb habe ich direkt einen Instagram-Account erstellt, den ich nach wie vor verwalte. 

Was möchtet ihr damit bewirken?

Fee 1: Wir wollen einfach während diesen schweren Zeiten ein bisschen Freude schenken. Wenn die Menschen, egal ob jung oder alt, wieder mehr Spaß am Spazierengehen haben, ist unsere Mission erfüllt.

Fee 2: Das Projekt liegt uns nicht nur wegen der investierten Arbeit und Zeit am Herzen. Es ist vor allem das Feedback. Den Menschen auf der Straße, besonders den Kindern, muss in unter den aktuellen turbulenten Umständen unbedingt wieder ein Lächeln ins Gesicht gezaubert werden.

Wie kommt ihr auf neue Ideen für die Motive?

Fee 1: Die Motive entstehen teilweise auf Nachfrage unserer Follower auf Instagram oder mir kommt spontan etwas in den Sinn.

Fee 2: Aktuell haben wir eine Aktion laufen, bei der sich unsere Follower gezielt mit Designideen und -wünschen an uns wenden können. Diese setzen wir dann so gut es geht um.

Wie kommt ihr auf die Plätze, an denen ihr sie anbringt? Welche sind geeignet und welche weniger? 

Fee 1: Die Plätze der Türen, die sich unsere Follower wünschen, können sie selbst aussuchen. Ansonsten gehen wir in Landau spazieren und halten die Augen offen. Geeignet sind Stromkästen, aber auch Litfaßsäulen, Treppenstufen oder Bänke.

Fee 2: Wir vermeiden Privatbesitz. Man kann schließlich nie wissen, ob unsere Verschönerungen den Anwohnern gefällt oder nicht.

Wie sieht eurer Pensum aus? Wie viele Türchen macht ihr pro Woche? 

Fee 1: Das lässt sich schwer sagen. Um die Produktion kümmere ich mich allein, deshalb hängt es sehr davon ab, wie viel ich zu tun habe. Von 0 bis 50 Türchen pro Woche ist alles möglich.

Wie viel Zeit und Arbeit kostet die Produktion eines Türchens? 

Dieses Feentürchen lässt Blumen sprechen: Die beiden Kunstschaffenden haben winzige Blüten für Knauf und Schild der Tür verwendet.

Diese kleine Tür lässt Blumen sprechen: Die beiden Kunstschaffenden haben winzige Blüten für Knauf und Schild der Tür verwendet.

Fee 1: Ein Türchen dauert 30 Minuten oder länger. Einfarbige Türchen gehen natürlich schneller als Türchen, auf die ich etwas Komplexes zeichne. Ich mag die einfarbigen oder gestreiften am liebsten, die sind schließlich am einfachsten. (lacht) Zuerst werden die zugeschnittenen Rohlinge bestellt, bemalt und dann mit Klarlack besprüht. Anschließend klebe ich noch Türknäufe, Blumen oder andere Verzierungen an.

Habt ihr Angst, bei eurer Arbeit erwischt und zur Rede gestellt zu werden? 

Fee 1: Natürlich, deshalb bleiben wir anonym.

Fee 2: Bei Anfragen unserer Follower für ein Privatgrundstück lassen wir uns generell vorher immer eine Erlaubnis der Besitzer geben und halten uns anderweitig von Privateigentum fern. 

Bringt ihr die Türchen heimlich an?

Fee 1: Ja, wir versuchen beim Ankleben so wenig Aufmerksamkeit wie möglich auf uns zu ziehen.

Fee 2: Wir ziehen dann los, wenn wenige Menschen unterwegs sind. Ich versuche mir außerdem immer einen guten Überblick über die Umgebung zu verschaffen, wenn es ans Anbringen geht.

Jedes Türchen ist ein in mühevoller Handarbeit gefertiges Unikat. Installiert werden die kleinen Kunstwerke heimlich.

Jedes Türchen ist ein in mühevoller Handarbeit gefertiges Unikat. Installiert werden die kleinen Kunstwerke heimlich.

Dann ist es doch am besten, nachts loszuziehen? 

Fee 1: Manchmal sind wir wirklich abends oder nachts unterwegs. Das machen wir aber nur, wenn wir die Türchen an häufig besuchten Plätzen anbringen wollen. Auf dem Marktplatz ist es zum Beispiel schwierig, tagsüber ungesehen ein Türchen anzubringen.

Fee 2: Zu Zeiten der EM war es einfacher. Als Deutschland gespielt hat, konnten wir gemütlich tagsüber losgehen. Da war sowieso niemand unterwegs. (lacht)

Wie bekommt ihr Feedback und welches Feedback hat euch schon erreicht?

Fee 2: Man kann uns über Instagram kontaktieren. Bisher haben wir nur erfreuliches Feedback erhalten. Auch das Tourismusbüro in Landau hat sich bei uns gemeldet. Die schönste Geschichte kam aber von einer Frau und ihrer Mutter, die in ein Seniorenwohnheim eingezogen ist. Dort hat sie sich ziemlich zurückgezogen. Seitdem sie aber zufällig unsere Türchen entdeckt hat, geht sie jeden Tag wieder nach draußen auf Entdeckungsreise.

Fee 1: Wir haben sogar schon von einer Schulklasse gehört, die eigene Türchen gebastelt hat. Wir finden es super, wenn andere es uns gleichtun und Landau mit ein bisschen Feenzauber verschönern wollen. 

Das hört sich nach überwiegend positiver Resonanz an. Habt ihr bisher keine Kritik erhalten? 

Fee 1: Naja, nicht direkt. Über Instagram hat uns bisher ausschließlich positives Feedback erreicht. Wir haben aber schon bemerkt, dass manchen Türchen demoliert oder abgerissen wurden. Es kann sich also nicht jeder an unserer Arbeit erfreuen. Das muss natürlich auch nicht sein, aber dann sollte man wenigstens von einer Beschädigung absehen. Wir stecken schließlich viel Arbeit, Zeit und auch Geld in die Türchen.

Darf man sich euch anschließen? Oder seid ihr schon „komplett“?

Fee 1: Wir sind komplett. Diejenigen die wir schon angesteckt haben, können aber gerne ein eigenes Projekt starten! Die umliegenden Dörfern bieten sich auch gut dafür an. Die Anwohner dort freuen sich sicher auch über die kleinen Verzierungen.

Fee 2: Wir wollen andere mit den Türchen verzaubern. (lacht) Soll heißen, dass man sich gerne von uns inspirieren lassen darf. Auf unserm Account findet man außerdem genauere Informationen darüber, welcher Kleber oder welche Farben am besten funktionieren.

Interview: Elena Panzeter

Die Landauer Feentüren findet ihr auf Instagram: @feenhausld Es gibt schon eine ganze Menge!

2 Kommentare

  1. Rosmarie Nagler sagt

    Hallo Zusammen,
    was für eine schöne Idee, ich habe auch schon einige Türchen entdeckt – (Haltestelle Kreisverwaltung)
    und ja, mich gefreut, gelächelt und bin frohen Mutes (altmodisch aber sehr schön)
    meinen Weg weitergegangen.
    Ich habe eine Bitte, am 19.9. wird meine Enkelin 4 Jahre alt. Ich würde ihr gern
    ein Feentürchen heimlich schenken und auf dem Grundstück anbringen –
    und warten bis sie es irgendwann entdeckt.
    Würdet ihr mir ein Türchen verkaufen? Lila ist die Lieblingsfarbe.

    • Laura Schwinger sagt

      Liebe Frau Nagler,
      wir haben Ihre Anfrage weitergeleitet. Die beiden werden sich bei Ihnen melden! 🙂

      Viele Grüße
      Laura Schwinger

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