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Es brodelt unterm See

Der Laacher See wirkt idyllisch. Doch Ausgasungen am Ufer und Erdbeben beweisen, dass der Vulkan noch aktiv ist und ein Ausbruch theoretisch jederzeit möglich ist. Fotos: Olivia Schwarz

Der Laacher See wirkt idyllisch. Doch Ausgasungen am Ufer und Erdbeben beweisen, dass der Vulkan noch aktiv ist und ein Ausbruch theoretisch jederzeit möglich ist. Fotos: Olivia Schwarz

Wer denkt, geografisch hätte die Region rund um Koblenz wenig zu bieten, täuscht sich. Der Laacher-See-Vulkan und die dazugehörige Vulkaneifel bilden das größte Vulkangebiet Deutschlands – und die Vulkane sind noch aktiv.


Der Laacher See befindet sich direkt an der bekannten Abtei Maria Laach. Er ist nicht nur der größte See in Rheinland-Pfalz und ein wunderschöner Ort zum Spazierengehen, sondern auch ein nach wie vor aktiver Vulkan. Zuletzt ausgebrochen ist er vor etwa 13.000 Jahren. Auch heute noch ist die Region rund um Koblenz von vulkanischen Aktivitäten geprägt. Ausgasungen am Ufer des Sees und Erdbeben beweisen, dass der Vulkan zurzeit zwar schläft, ein erneuter Ausbruch jedoch innerhalb der nächsten tausend Jahre nicht unwahrscheinlich ist.

Auf den Spuren des Vulkans

Die weite Welt beginnt schon vor der Haustür. Unter dem Motto Region entdecken gehen wir mit euch auf Erkundungstour.

Wer sich mit dem Thema Vulkane näher auseinandersetzen möchte, hat in der Region um Koblenz viele verschiedene Möglichkeiten. Ob man sich in Museen weiterbilden möchte oder vom letzten Ausbruch geprägte Landschaften bei einer kleinen Wanderung erkunden – interessante Orte zum Entdecken gibt es hier mehr als genug.

Einen guten Start in die Welt des Laacher-See-Vulkans bietet das Vulkanpark Infozentrum in Plaidt. Hier kann man sich einen Überblick über die verschiedenen Themenfelder des Vulkanismus und über die vielen weiteren Sehenswürdigkeiten in der Region verschaffen. Wer Interesse mitbringt, kann in diversen Ausstellungen einiges über die geologischen und archäologischen Seiten eines Vulkans lernen: Was lässt sich aus der heutigen Beschaffenheit der Region über die Erdgeschichte ableiten? Wie hat der letzte Ausbruch des Laacher-See-Vulkans die Region um Koblenz wirtschaftlich beeinflusst – etwa durch den Bergbau, der hier seit 7000 Jahren betrieben wird?

Wem das nicht reicht, kann das Thema Vulkanismus im Lava-Dome in Mendig noch plastischer erleben. Eine multimediale Show erzählt beispielsweise die Geschichte des letzten Ausbruchs des Laacher-See-Vulkans und dessen Auswirkungen auf die Umwelt. Ein interessanter Fakt, der veranschaulicht, wie gewaltig der Laacher See ganz Europa geprägt hat: Nach dem letzten Ausbruch fand man sogar in Schweden und Italien feine Ablagerungen, die durch die riesige Aschewolke über Tausende Kilometer durch die Luft getragen wurden. Eine Projektion im Lava-Dome zeigt dieses Spektakel. In einem zweiten Ausstellungsbereich gibt es ein kleines Wissenschaftszentrum, in dem anschaulich gemacht wird, wie Vulkanausbrüche entstehen und wie Vulkane wissenschaftlich erforscht und überwacht werden.

Im Lava-Dome in Mendig kann man dank Simulation einen Vulkanausbruch ganz aus der Nähe erleben. Foto: Vulkanpark GmbH

Im Lava-Dome in Mendig kann man dank Simulation einen Vulkanausbruch ganz aus der Nähe erleben. Foto: Vulkanpark GmbH

Naturschauspiele geprägt vom Vulkanismus

Die Vulkanregion rund um Koblenz bietet auch außerhalb von Museen und Infozentren interessante Orte, um Vulkanismus und seine Auswirkungen auf die Natur und den Menschen zu erforschen. Die Besichtigung einige dieser Plätze lässt sich mit einem kleinen Spaziergang kombinieren.

Dazu gehört zum Beispiel der Eppelsberg in Nickenich. Durch Gesteinsabbau wurde hier das Innere des Vulkans freigelegt. Am Eppelsberg-Vulkan lässt sich die Geschichte mehrerer Ausbrüche nachvollziehen, durch die sich die noch heute sichtbaren dunklen “Bänder” an dem alten Kraterwall entwickelt haben. Er ist über den Traumpfad Pellenzer Seepfad erreichbar, der weitere interessante Stationen wie einen Felsvorsprung mit dem Namen Teufelskanzel zu bieten hat.

Auch über das Leben der Menschen, die in der Vulkaneifel im Bergbau tätig waren oder das gewonnene Gestein weiterverarbeitet haben, kann man Näheres erfahren. Auf dem Gelände rund um ehemalige Steinbrüche wie die Ettringer Lay und das Kottenheimer Winfeld sind neben bizarren Felsformationen, die durch den Steinabbau freigelegt wurden,  alte Grubenkräne, Förderwägen und andere Überbleibsel aus jenen Zeiten zu sehen. Beide liegen in der Nähe von Mayen. Dort befindet sich außerdem das Mayener Grubenfeld,  das einen begehbaren Schacht bietet, in dem manchmal sogar Fledermäuse zu sehen sind. Wer noch tiefer in das Thema Bergbau eintauchen möchte, findet nebenan mit den Erlebniswelten Grubenfeld ein passendes Museum.

In der Ettringer Lay wurde früher Basalt abgebaut. Relikte aus der Vergangenheit und Infotafeln bieten Einblick in die Zeit des Bergbaus in der Vulkaneifel. Foto: Klaus-Peter Kappest / Vulkanpark GmbH

In der Ettringer Lay wurde früher Basalt abgebaut. Relikte aus der Vergangenheit und Infotafeln bieten Einblick in die Zeit des Bergbaus in der Vulkaneifel. Foto: Klaus-Peter Kappest / Vulkanpark GmbH

Für jeden etwas dabei

Auch wenn nicht jeder von sich behaupten würde, dass Vulkanismus zu den persönlichen Interessen zählt, lohnt es sich, die vielen verschiedenen Orte rund um Koblenz anzuschauen. Die Themen scheinen zunächst vielleicht trocken und kompliziert – wenn man sich damit befasst, stellt man allerdings schnell fest, dass es viel Spannendes zu entdecken und zu lernen gibt.

Man kann gleich einen ganzen Tag einplanen, um möglichst viele Orte zu sehen und auch mal an dem ein oder anderen Platz einen Moment zu verweilen. Oder man erkundet nur einzelne Stationen und tastet sich somit langsam an dieses interessante Themenfeld heran. Das bleibt jedem selbst überlassen.

Viel Spaß!

Olivia Schwarz

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