Studis & ihre Nebenjobs
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Ein weihnachtlicher Nebenjob

Die BioGeoWissenschaftsstudentin Sarah-Maria Scheid arbeitet im Winter 2021 auf dem Koblenzer Weihnachtsmarkt. Hier verkauft sie Christbaumschmuck und andere Dekoartikel. Als bekennender Fan der Weihnachtszeit hat sie sich mit diesem Nebenjob einen Traum erfüllt. Fotos: Markus Möwis

Die BioGeoWissenschaftsstudentin Sarah-Maria Scheid arbeitet im Winter 2021 auf dem Koblenzer Weihnachtsmarkt. Hier verkauft sie Christbaumschmuck und andere Dekoartikel. Als bekennender Fan der Weihnachtszeit hat sie sich mit diesem Nebenjob einen Traum erfüllt. Fotos: Markus Möwis

Wenn man vom Weihnachtsmarkt hört, hat man Erinnerungen und Bilder im Kopf: Vorfreude auf das Fest, Shopping, gemütliches Beisammensein mit einer Tasse Glühwein. Dafür, dass wir dort Schönes erleben können, sorgen die Menschen im Hintergrund – wie Sarah-Maria Scheid. Sarah studiert BioGeoWissenschaften und schreibt als Reporterin für den Uniblog. Außerdem arbeitet sie im Winter 2021 zum ersten Mal auf dem Weihnachtsmarkt.

Mehr Beispiele zum Geldverdienen neben dem Studium gibt’s in unserer Serie Studis und ihre Nebenjobs.

Den Nebenjob auf dem Weihnachtsmarkt Koblenz hat sich Sarah ganz bewusst ausgesucht. “Die Atmosphäre und die weihnachtliche Stimmung finde ich richtig schön. Deshalb hatte ich Lust, auf dem Weihnachtsmarkt zu arbeiten”, sagt die 23-Jährige. Am Stand von Sikora verkauft sie Dekoartikel wie Weihnachts- und Schneekugeln, Räucherkerzen sowie Christbaumanhänger. Hergestellt werden die Produkte im Ausland: „Sikora ist ein Zwischenhändler wie Depot oder Nanu-Nana, nur mit einem Stand auf dem Weihnachtsmarkt.“

Sarah gefällt besonders, dass die meisten Kund:innen freundlich und nicht gestresst sind. Selbst, wenn es länger dauert, bleiben sie entspannt. “Es ist ganz anders als an einer Supermarktkasse. Bei 60 bis 70 Kund:innen am Tag kommt es vielleicht einmal vor, dass eine Person unfreundlich oder genervt ist”, freut sich die Studentin. Unter der Kundschaft sind alle Altersklassen vertreten sowie international durchmischt. Neben den deutschen Kund:innen finden gerade am Wochenende viele aus den USA, Kanada, den Niederlanden und Russland ihren Weg auf den Koblenzer Weihnachtsmarkt. Internationaler Besuch macht etwa die Hälfte der Kundschaft aus. US-Amerikaner:innen sind für Sarah das angenehmste Klientel: “Sie fragen, wie es mir geht und möchten sich mit mir austauschen, obwohl sie eigentlich zum Kaufen am Stand sind.”

Nussknacker, Räucherfiguren und Weihnachtspyramiden: Vielen von uns sind mit solchen Holzkunstwerken von klein auf bekannt. Als Produkte mit einem traditionellen Look locken sie viele internationale Besucher:innen des Koblenzer Weihnachtsmarkts an.

Nussknacker, Räucherfiguren und Weihnachtspyramiden: Vielen von uns sind mit solchen Holzkunstwerken von klein auf bekannt.

Kalt, aber gemütlich

Ihre Arbeit beschreibt die Studentin als weihnachtlich, sozial und kalt: “Weihnachtlich erklärt sich von selbst. Sozial, weil ich viel Kontakt zur Kund:schaft habe und immer wieder in Gespräche komme. Und kalt, weil die Außentemperaturen sich bemerkbar machen. Die Kälte macht mir aber nichts aus.” Am Stand gibt es eine Propangasheizung und Heizplatten, auf denen man sich platzieren kann. Das sorgt dafür, dass das lange Stehen in der Kälte erträglicher ist. Zusätzlich verschafft ihr der Austausch mit den Marktbesucher:innen Ablenkung. Dabei kommt eine Frage immer wieder zutage: “Am häufigsten wollen die Kunden wissen, ob die angebotenen Artikel aus dem Erzgebirge kommen. Das tun sie aber nicht”, berichtet Sarah.

Auch bemalte Christbaumkugeln gehören zum Sortiment des Stands. Der traditionelle Look der Produkte lockt deutsche wie internationale Besucher:innen des Koblenzer Weihnachtsmarkts an.

Auch bemalte Christbaumkugeln gehören zum Sortiment des Stands. Der traditionelle Look der Produkte lockt deutsche wie internationale Besucher:innen des Koblenzer Weihnachtsmarkts an.

Bei allem Schönen gibt es aktuell auch einen Wermutstropfen, denn die neuen Coronaregeln sind überall sicht- und spürbar. Beispielsweise stehen die Stände weiter auseinander, um mehr Abstand gewährleisten zu können. Die Regeln wirken sich aber nur bedingt auf die Kauflust der Besucher:innen aus. Unter der Woche ist der Andrang überschaubar, dafür am Wochenende umso größer: “Am Wochenende sind es viele Kund:innen, vor allem internationale. Insgesamt sind es aber weniger als in den Jahren vorher, glaube ich.”

Der Weihnachtsmarkt findet auf mehreren Plätzen in der Altstadt von Koblenz statt. Auf den Arealen gilt Maskenpflicht, an den Ständen selbst muss der Genesenen- oder Impfstatus überprüft werden. Danach erhält man bei positivem Ausgang ein kostenloses Bändchen fürs Handgelenk. Für diese Überprüfung gibt es eigene Stände auf den Plätzen. Sarah erklärt: “Es ist wirklich gut organisiert. Man kann die Bändchen mehrere Tage lang tragen. Wenn man isst oder trinkt, kann man die Maske abnehmen.” Möchte man nur über die Plätze flanieren oder von einem Ort zum anderen gelangen, muss man lediglich die Maske aufsetzen. Absperrungen gibt es keine.”

Kein Weihnachten ohne Weihnachtsmarkt

Pro Woche arbeitet Sarah 15 Stunden am Stand. Auch ihre Kolleg:innen sind überwiegend Studierende. Die Einteilung für jede Woche bekommen sie vorab als pdf-Datei zugeschickt. Es gibt zwei Schichten: morgens bis nachmittags und nachmittags bis abends. Bei aller Arbeit bleibt Sarah trotzdem viel Raum für das, was Weihnachten für sie ausmacht: “Gemeinsam Zeit verbringen, freudige Stimmung, Tradition, Plätzchen backen, Familienessen, Weihnachtsmarkt und Glühwein – das ist für mich ‘Weihnachtszeit’. Dabei ist mir die soziale Komponente am wichtigsten.” Das kann sie in ihrer Arbeit vor allem bei den vielen Gesprächen mit den unterschiedlichsten Kund:innen ausleben. Auch ihr Lieblingsweihnachtslied kommt nicht zu kurz. “Am liebsten mag ich We Wish You a Merry Christmas. Wir verkaufen Spieluhren, die das Lied abspielen. Die drehe ich immer wieder auf und freue mich dann”, lacht die Studentin. Abschließend gesteht sie mit etwas Wehmut: “Ich finde es schade, dass der Markt schon bald wieder vorbei ist.” Der Nebenjob auf dem Weihnachtsmarkt – für Sarah ist er definitiv eine Erfüllung.

Interview: Markus Möwis

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