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Die Herrin der Räume

Ursula Reither ist verantwortlich für die Raumplanung an der Universität. Das ist besonders vor neuen Semestern eine große Herausforderung. Foto: Philipp Sittinger

Ursula Reither ist verantwortlich für die Raumplanung an der Universität. Das ist besonders vor neuen Semestern eine große Herausforderung. Foto: Philipp Sittinger

Ursula Reither begleitet die Raumplanung der Universität seit 18 Jahren. Egal, was in der Lehre oder der Forschung passiert: Wird dafür ein Raum benötigt, geht die Anfrage über ihren Schreibtisch. 

Was ist ihre Aufgabe in der Raumplanung?

In der Raumplanung sorge ich dafür, dass die Räume sinnvoll mit Veranstaltungen belegt werden. Ich vermeide Doppelbelegungen und wähle je nach Seminargröße die richtigen Räume für die jeweiligen Veranstaltungen aus. Zu meinen Aufgaben gehört aber auch das Erstellen von Nutzungsvereinbarungen. Die werden von Studierenden oder externen Akteuren benötigt, um an der Universität Räumlichkeiten nutzen zu können. So betreue ich nicht nur die Studierenden und Dozierenden bei ihren Raumanfragen, sondern auch die Stadt oder andere Institutionen bis hin zu Firmen, die Veranstaltungen an der Universität durchführen.

Wann ist die stressigste Zeit in Ihrem Job?

Das ist die Planungsphase für das folgende Semester. So wird es um den Wechsel von Januar zu Februar öfter mal sehr stressig. Ein ähnliches Aktivitätslevel fahren wir zwischen Mitte Juni und Anfang Juli. Die Raumbelegungen für das kommende Semester müssen meistens schon in der letzten Woche des laufenden Semesters fertig sein. Nach den beiden Planungsphasen beginnt meist das große Tauschen, 14 Tage nach dem Start des Semesters. Einige Räume sind überbelegt und andere Kurse brauchen keinen Raum mit einer Kapazität von 60 Personen, wenn nur zwei Dutzend Studierende den Kurs besuchen. Dann schreiben mir die Dozierenden und ich versuche die Räume so zu tauschen, dass alle zufrieden sind. Leider versäumen es viele Lehrende oft, mir die Rückmeldung zu geben, ob sie einen größeren Raum brauchen oder nicht. Manchmal gibt es Probleme bei der Einschätzung des Verhältnisses zwischen angeforderter Raumgröße und tatsächlich teilnehmenden Studierenden. Oft hätten wir noch die Kapazitäten zu tauschen, die dann nicht wahrgenommen werden.

Welche Räume sind die beliebtesten?

Einen beliebtesten oder favorisierten Raum gibt es eigentlich nicht. Die Räume werden alle durchweg gleich angefragt. Es gibt dagegen beliebte Tage und beliebte Uhrzeiten. So ist der Dienstag am begehrtesten, vor allem die Seminarzeit von 10 Uhr bis 12 Uhr. Platz zwei der beliebtesten Tage geht an den Mittwoch, gefolgt vom Donnerstag. Viele Dozierende möchten auch gerne in der Nähe ihrer Büros lehren. So sind die Wege kürzer, was vermutlich auch die Lehre angenehmer macht. Wir versuchen, alle Wünsche unter einen Hut zu bekommen. Manchmal lässt es sich aber nicht vermeiden, sodass eine Veranstaltung mal an einem Freitagabend um 18 Uhr stattfindet.

Behindern Veranstaltungen aus der Studierendenschaft Ihr Tagesgeschäft?

Eigentlich nicht, sie kommen nur oft geballt. Da wären im Sommer die einzelnen Grillveranstaltungen oder im Winter die ganzen Weihnachtsfeiern. Wir müssen für jede einzelne Veranstaltung eine Nutzungsvereinbarung ausstellen. Dabei dürfen sich die Veranstaltungen weder untereinander in die Quere kommen, noch mit dem allgemeinen Universitätsbetrieb kollidieren.

Was ist Ihr liebster Ort an der Universität?

Ich mag den zusammenhängenden Campus. Dort findet das meiste studentische Leben statt und man merkt richtig, wie alles an der Uni zusammenläuft. Wenn die Studierenden aus den Räumen strömen und zur nächsten Veranstaltung oder zur Mensa gehen, kommt es einem so vor, als wäre die Uni ein Uhrwerk. Ein Uhrwerk, das man selbst gestellt hat. Was die Räumlichkeiten betrifft, finde ich den Konferenzraum am schönsten. Da die Verwaltung jetzt aber in der Georg-Friedrich-Denzel Straße ist, haben wir trotz der Lage einen kleinen Bonus bekommen. Dort befindet sich nämlich ein Raum, der vermutlich mein neuer Lieblingsraum werden könnte.

Was war Ihr schönster Moment während der Arbeit?

Ich habe da nicht den einen schönsten Moment. Am besten ist es, wenn alles klappt. Also die Studierenden in ihren Veranstaltungen sitzen, ohne sich stapeln zu müssen, und die Dozierenden mit ihren Veranstaltungsräumen zufrieden sind. Wenn es Projekte gibt, die reibungslos stattfinden und man im Anschluss dankende E-Mails bekommt, macht auch die Arbeit gleich viel mehr Spaß.

Was verbindet Sie mit der Universität?

Ich glaube, ich kann dazu nur das sagen, was alle sagen würden. Früher war ein anderer Zusammenhalt, das ist aber überall so. Mir macht mein Job auch dann Spaß, wenn es sehr stressig ist. Das finde ich nicht nur sehr erfüllend, sondern auch sehr verbindend. Das nette Kollegium und die familiäre Atmosphäre tun da ihr Übriges.

Mit welchen drei Wörtern würden Sie Ihren Job beschreiben?

Planen. Organisieren. Stressresistenz.

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