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Die Feuer-Tänzerin

Keine Angst vor Feuer: Miriam Grabisch tobt sich in ihrer Feuershowgruppe regelmäßig aus und genießt die staunenden Blicke der Zuschauer. Fotos: Philipp Sittinger Keine Angst vor Feuer: Miriam Grabisch tobt sich in ihrer Feuershowgruppe regelmäßig aus und genießt die staunenden Blicke der Zuschauer. Fotos: Philipp Sittinger

Manche Menschen lesen in ihrer Freizeit, andere entspannen sich beim Kochen. Miriam Grabisch spielt gern mit Feuer. Die Psychologiestudentin ist Teil einer Feuerkünstlergruppe. 

Nur wenige Millimeter von der Haut entfernt wandern die Flammen an ihrem Gesicht vorbei. Mit konzentriertem Blick lässt Miriam Grabisch den brennenden Reifen um ihren Hals kreisen. Dann nimmt sie einen Arm nach oben, führt ihn durch den sich drehenden Hula-Hoop-Reifen und zieht ihren Kopf darunter hervor, bis er um ihren Arm schwingt. Mit einem sicheren Griff umfasst sie den Feuerreifen an einer nicht-brennenden Stelle und hält ihn fest: “Und was möchtet ihr jetzt sehen?”, fragt sie mit kühnem Blick.

Seit drei Jahren trainiert Grabisch mit der Feuerkünstlergruppe Inferno. Einmal pro Woche treffen sich die Mitglieder, um neue Tricks einzustudieren. Die Bewegungsabläufe werden dafür so lange wiederholt, bis sie sicher sitzen. Besonders dann, wenn sich Grabisch ein neues sogenanntes Tool aneignen will. Neben dem Hula-Hoop spielt sie mit Fächern. Im warmen Licht des Feuers posiert sie mit den brennenden Accessoires. Das Rauschen der Flammen ist dabei so laut, dass jedes andere Geräusch verstummt.

Miriam Grabisch in Aktion.

Miriam Grabisch in Aktion.

Miriam Grabisch in Aktion.

Miriam Grabisch in Aktion.

Mit Socken fing alles an

Angst vor dem kraftvollen Element hat Grabisch nicht. “Ich fand Feuer schon immer schön. Kerzen haben mich als Kind total fasziniert”, erzählt sie. Auf einem Festival sah sie eine Poi-Spielerin und beschloss, sich diese Bälle, die an zwei Bändern in rhythmischen Bewegungen durch die Luft geschwungen werden, selbst zu basteln. Mit Pois aus Socken erlernte sie ihre ersten Übungen. Das Feuer kam zwei Jahre später dazu, als sie für die Hochzeit von Freunden eine Poi-Show einstudierte.

Geübt wird ohne Feuer in der Turnhalle.

Geübt wird ohne Feuer in der Turnhalle.

Auch andere Tools als der Feuerreifen kommen zum Einsatz.

Auch andere Tools als der Feuerreifen kommen zum Einsatz.

Inzwischen hat sich Grabisch ein großes Equipment und Wissen angeeignet. Sie erzählt, dass die Poi ursprünglich aus Australien kommen, wo sie von den Maori zur Übung als Wurfwaffen verwendet wurden. Auch über die Physik der brennenden Tools weiß sie Bescheid. “Ich stecke ein Mal pro Woche etwas in Brand, natürlich interessiert mich, wie das funktioniert”, scherzt sie. Die Tools fangen nicht sofort an zu brennen, wenn sie mit Feuer in Berührung kommen. Die in Petroleum getränkten Dochte müssen erst die nötige Zündtemperatur haben. Das erklärt auch, warum sich Grabisch nicht verbrennt, wenn sie mit einem brennenden Stab über ihren Arm fährt.

Eine Herausforderung für die Feuershows sind deshalb kalte Temperaturen. Es braucht dann wesentlich mehr Zeit, bis sich die Tools entzünden – und auch die Finger werden schneller kalt. Aber das mindert nicht den Spaß, den Grabisch empfindet: “Es ist schön, zu sehen, wenn das Publikum beeindruckt  ist. Außerdem lerne ich über die Shows  tolle Leute kennen und komme an interessante Orte.” Mittlerweile waren das schon einige. In den Sommermonaten ist die Gruppe jedes Jahr für fast alle Wochenenden ausgebucht. Häufig sind Hochzeiten die Anlässe, aber auch in einer Therme hat die Gruppe schon gespielt.

Von den hohen Gagen bleibt am Ende gar nicht so viel übrig. In erster Linie müssen von dem Geld das Petroleum und die Tools bezahlt werden. Doch das stört Grabisch nicht. Für sie ist es ein Hobby, mit dem sie sich ausdrücken kann. Eine gute Voraussetzung, um noch lange mit dem Feuer zu spielen.

"Feuer hat mich schon immer fasziniert", sagt Grabisch.

“Feuer hat mich schon immer fasziniert”, sagt Grabisch.

"Feuer hat mich schon immer fasziniert", sagt Grabisch.

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