So wohnt der Campus
Schreibe einen Kommentar

Das Leben in einer 7er-WG

Tobi wohnt in einer 7er-WG in Koblenz. Durch seine sechs Mitbewohner lernt er immer wieder neue Leute kennen. Trotzdem genießt jeder seine Privatsphäre. Fotos: Teresa Schardt

Tobi wohnt in einer 7er-WG in Koblenz. Durch seine sechs Mitbewohner lernt er immer wieder neue Leute kennen. Trotzdem genießt jeder seine Privatsphäre. Fotos: Teresa Schardt

Beim Eintreten in das große Haus duftet es im Flur nach frisch Gebackenem und aus der Küche schallt Gelächter. Die Stimmung in der WG ist fröhlich und man fühlt sich gleich willkommen. Vor drei Jahren zog Tobi in das dreistöckige Haus in der Nähe des Campus Koblenz ein. Heute lebt der 24-Jährige hier mit fünf Freunden und genießt das Leben in einer Gemeinschaft.

Sie haben gleich ein ganzes Haus gemietet. Wer wohnt in Ihrer Wohngemeinschaft?

Anika: Wir leben in einer gemischten WG. Derzeit wohnen hier jeweils drei Männer und Frauen im Alter zwischen 20 und 28 Jahren. Aktuell ist ein Zimmer frei und wir suchen nach einem siebten Mitbewohner.

Tobi: Wir studieren fast alle an der Universität Koblenz-Landau und der Hochschule Koblenz, aber einige sind auch ausgelernte Azubis.

Wo spielt sich das meiste Leben in Ihrer WG ab?

Anika: Wir leben verteilt auf drei Etagen und nutzen zusätzlich einen Keller und einen großen Garten. Trotz des Platzes ist das Wohnzimmer der zentrale Ort der WG. Hier finden Spieleabende statt und wir gucken gemeinsam Filme.

Tobi: Auch die Küche ist ein Treffpunkt. Wir kochen zusammen und an Weihnachten gab es Plätzchen für alle.

Der beliebteste Treffpunkt der Bewohner ist neben dem gemeinsamen Wohnzimmer... Foto: Teresa Schardt

Der beliebteste Treffpunkt der Bewohner ist neben dem gemeinsamen Wohnzimmer…

...die helle und geräumige WG-Küche. Foto: Teresa Schardt

…die helle und geräumige WG-Küche.

Wenn Ihre WG einen Charakter hätte, wie würden Sie ihn beschreiben?

Tobi: Auf jeden Fall als locker. Wir gehen offen miteinander um und pflegen das Freundschaftliche. Wenn sich jemand gestört fühlt, spricht er die anderen an und wir versuchen eine Lösung zu finden. Strenge Regeln gibt es nicht.

Anika: Jemand, der hier einziehen möchte, sollte genauso unkompliziert und tolerant sein wie wir. Wichtig ist, dass man nicht zu pingelig ist. Bei sieben Personen kann es vorkommen, dass die Ordnung im Kühlschrank durcheinandergerät.

Wie lange existiert die WG schon?

Tobi: Vor drei Jahren bin ich mit einem Freund in das Haus eingezogen. Wir organisierten dann den Einzug der fünf weiteren Personen. Seitdem gab es sechs Mal einen Wechsel unter den Mitbewohnern. Das hatte gewöhnliche aber auch lustige Gründe. Jemand zahlte beispielsweise keine Miete und ein anderer beschloss nach zweimonatiger Beziehung mit dem neuen Partner zusammenzuziehen.

Anika: In unserer jetzigen Konstellation fühlen wir uns aber sehr wohl. Wir leben in einer Gemeinschaft und keineswegs in einer Zweck-WG. Das ist sehr schön.

Foto: Teresa Schardt

Foto: Teresa Schardt

Es ist sicher schwierig, sich mit sieben Bewohnern zu arrangieren. Wie organisieren Sie sich?

Tobi: Auch in der Organisation folgen wir keinen strengen Regeln. Am Kühlschrank hängt ein Putzplan, in den sich jeder ungefähr gleich oft einträgt. Ähnlich locker handhaben wir das Einkaufen. Neigt sich Toilettenpapier oder Spülmittel dem Ende zu, kauft es derjenige, dem es auffällt. Wir haben auch ein Gemeinschaftskonto. Darauf zahlt jeder seinen Anteil der GEZ-Gebühren und der Internetkosten. Um uns Ärger zu ersparen, nutzen wir neben drei Kühlschränken, noch einen Community-Kühlschrank. Darin sind Soßen, Getränke und eine große Gefriertruhe. Besonders vorteilhaft ist, dass jeder seinen Mietanteil direkt an den Vermieter überweist. Ist ein Zimmer unbewohnt, wird es auch nicht bezahlt.

Haben Sie WG-Traditionen?

Anika: Der Sonntag ist WG-Sonntag. Wir bestellen Pizza, schauen Filme und fahren abends meist noch in ein Fastfood-Restaurant.

Tobi: Die Tradition entstand, da Samstagnacht immer jemand aus war und sonntags auf der Couch lag. Die anderen WG-Mitglieder gesellten sich dann dazu und so entstand unser heiliger Sonntag.

Anika: Zusätzlich veranstalten wir ab und an Spieleabende und Grillen im Sommer.

Foto: Teresa Schardt

Foto: Teresa Schardt

Gibt es absolute „No-Go’s“ in Ihrer WG?

Tobi: Da wir viel Wert auf Freundschaft legen, ist es nicht okay, übereinander zu lästern. Auch das eigene Zimmer wird nicht von jemand anderem betreten. Jeder soll seine Privatsphäre haben.

Was ist das Beste am WG-Leben?

Anika: Durch die WG haben wir tiefe Freundschaften geschlossen. Es ist schön, nach Hause zu kommen und immer jemanden anzutreffen. Darüber hinaus lernt man durch Besucher immer wieder neue Leute kennen. Trotz all dem Trubel hat jeder die Möglichkeit sich zurückzuziehen.

Tobi: Mir gefällt auch, dass jeder mitbringen kann, wen er möchte. Auch viele Freunde sind kein Problem. In diesem Fall sage ich aber Bescheid und frage, ob ich das Wohnzimmer blocken kann. Auch Partys können wir in unserem Haus veranstalten. Einmal waren mehr als 100 Leute da. Der Garten kann dann prima genutzt werden und im Keller hat auch schon ein befreundeter DJ aufgelegt.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.