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BioGeowissenschaften: Die Natur studieren

Charlotte Kohns steht noch am Anfang ihres Studiums der BioGeowissenschaften, ist aber jetzt schon von den Exkursionen in die Natur begeistert. Foto: Marius Adam Charlotte Kohns steht noch am Anfang ihres Studiums der BioGeowissenschaften, ist aber jetzt schon von den Exkursionen in die Natur begeistert. Foto: Marius Adam

Charlotte Kohns studiert seit zwei Semestern BioGeowissenschaften am Campus Koblenz. Im Uniblog erzählt sie, warum die Kombination aus Biologie und Geographie es ihr angetan hat und was sie in dem Studiengang noch macht, außer durch den Sumpf zu stiefeln.

Die Serie: Abiturienten stehen viele Möglichkeiten offen. Studieren oder eine Ausbildung beginnen, Uni oder FH? Und welches Fach ist für mich das Richtige? In unserer Serie “Was studieren?” stellen Studierende der Universität Koblenz-Landau ihren Studiengang vor.

Woher kommt Ihre Begeisterung für das Fach BioGeowissenschaften?

Ich bin gerne in der Natur. Mit meiner Familie war ich früher oft im Wald wandern. Generell begeistere ich mich für Garten und Pflanzen. Auch Umweltschutz war mir schon als Kind wichtig, ich habe mir darüber viele Gedanken gemacht. In der Schule fand ich besonders Biologie und Geographie spannend. Am Studiengang BioGeowissenschaften mag ich, dass er nicht zu spezifisch ist, sondern Themen aus verschiedenen Bereichen behandelt.

Warum haben Sie sich für den Studienort Koblenz entschieden?

Ich muss zugeben, Koblenz liegt strategisch günstig zwischen meinem Freund und meiner Familie. Ausschlaggebend ist aber auch, dass es eine der wenigen Städte ist, wo man Biologie und Geographie in Kombination studieren kann.

Was machen Sie genau in Ihrem Studium?

Da ich ja noch am Anfang des Studiums stehe, lernen wir im Moment die Grundlagen. Das wären zum Beispiel Botanik, Zoologie oder Landschaftsökologie. In praktischen Bestimmungsübungen lernen wir, das theoretische Wissen anzuwenden. Die Theorie des Studiengangs wird von Exkursionen begleitet. Wenn wir die verschiedenen Arten in ihrem natürlichen Umfeld kennen lernen, können wir unser Wissen darüber besser verknüpfen. Wir lernen auch, wie man die Biodiversität bestimmt und wie man Daten erheben muss, um sie statistisch verwenden zu können. Wir stiefeln also nicht nur durch den Sumpf – ich würde eher sagen, dass wir erfahren, wie man in und mit der Natur arbeitet.

Was gefällt Ihnen am besten?

Die Vielseitigkeit: Es gibt viele verschiedene Themen, die man auch im alltäglichen Leben wiederfindet. Man hat ja immer ein Stück Natur um sich herum oder sieht in den Nachrichten verschiedene Regionen, die wir als BioGeo-Studierende gut einordnen können. Das Studium hilft auch, Abläufe in der Umwelt und der Landwirtschaft besser zu verstehen und ein bewussterer Konsument zu sein. Mir ist es wichtig, dass ich den Studiengang mit meinem Gewissen vereinbaren kann und nichts tun muss, das mir widerstrebt, nur wegen der Leistung. Am besten gefällt mir, auf Exkursionen die Natur aus einer anderen Perspektive zu erleben und zu verstehen. Dabei kommen wir auch an Orte, an die normalerweise niemand darf.

Welche Fähigkeiten sind in Ihrem Studium besonders gefragt?

Fleiß, denn wir müssen viel auswendig lernen, um ein Basiswissen zu bekommen. Das Programm ist relativ straff. Da es sich um einen eher kleineren Studiengang handelt, werden manche Veranstaltungen nur einmal jährlich angeboten. Deshalb sollte man darauf achten, gut mitzukommen, sonst kann es sein, dass sich die Studienzeit schnell mal um zwei Semester verlängert. Abgesehen vom Fleiß ist es vor allem die Begeisterung, die zählt. Für ein gelungenes Studium und später auch die Jobsuche sollten man bereit sein, sich persönlich einzubringen und zu engagieren.

Was möchten Sie nach der Uni machen?

Es gibt die Möglichkeiten, in die Verwaltung oder die Industrie zu gehen. Ich tendiere eher in Richtung Umweltschutz. Entwicklungszusammenarbeit kann ich mir aber auch sehr gut vorstellen. Mir ist es wichtig, mich einzubringen, deshalb hoffe ich, dass ich, ausgehend von den Bio-Geowissenschaften, vielleicht politisch tätig sein kann.

Wie bereiten Sie die Studieninhalte auf Ihr zukünftiges Berufsleben vor?

Das ist schwierig für mich zu beantworten, weil ich noch früh im Studium bin. Das Grundstudium ist wenig konkret auf den Arbeitsalltag bezogen. Der Bachelor ist eher breit aufgestellt, sodass wir uns im Master spezialisieren können. Die praktischen Kompetenzen, die wir durch die Exkursionen und Fallstudien entwickeln, sind aber sehr nützlich. Diese braucht man zum Beispiel, wenn man später in der Verwaltung Gebiete prüft.

Konnten Sie schon Praxisluft schnuppern?

Abgesehen von den Exkursionen, nein. Ich habe ein Praktikum in einem botanischen Garten gemacht. Daraus resultierte aber nur, dass ich eher nicht in Richtung Gärtnerei gehen wollte.

Welchen Tipp geben Sie denjenigen, die noch auf der Suche nach dem passenden Studienfach sind?

Ganz ehrliche Antwort? Man sollte das Studium nicht direkt nach dem Abitur über alles stellen. Es ist nicht so, dass die Auswahl des Studiums festlegt, was man für den Rest seines Lebens machen muss. Es ist ja nicht so, als könnte man nichts anderes mehr tun. Es reicht nicht, nur das Wissen zu konsumieren und dann ist der weitere Weg vorherbestimmt. Ich habe nach dem Abitur ein freiwilliges Jahr gemacht. Es war wertvoll, eben nicht von Schreibtisch zu Schreibtisch zu wechseln, sondern in ein ganz anderes Umfeld zu kommen. Außerdem war die Zeit wichtig, um zu lernen, auf eigenen Beinen zu stehen und andere Themen kennen zu lernen. Man sollte nicht abhängig sein von der Zeit, sondern sie genießen.

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