Internationaler Besuch
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Besuch aus Paris: Interkultureller Workshop am Campus Landau

Lea-Sophie Mantik (oben rechts) studiert in Landau und Paris. Im Rahmen des Deutsch-Französischen Studiengangs waren ihre französischen Kommilitoninnen 2021 in Landau zu Gast. Fotos: Privat

Lea-Sophie Mantik (oben rechts) studiert in Landau und Paris. Im Rahmen des Deutsch-Französischen Studiengangs waren ihre französischen Kommilitoninnen 2021 in Landau zu Gast. Fotos: Privat

Jedes Jahr findet für die Studierenden des Deutsch-Französischen Studienprogramms ein interkultureller Workshop statt. Nachdem die Veranstaltung aufgrund der anhaltenden Pandemiesituation zwei mal ausfallen musste, war die Wiedersehensfreude im Sommer 2021 umso größer. Die Programmstudentin Lea-Sophie Mantik teilt ihre Erfahrungen mit uns.

Welche Rolle spielt der Austausch im Studium?

Den Deutsch-Französischen Studiengang besuchen Studierende aus beiden Ländern. Studienorte sind die Universität Koblenz-Landau und die Université Sorbonne Nouvelle in Paris. Er findet normalerweise jedes Jahr statt. Im Rahmen des Workshops sind entweder die französischen Teilnehmenden bei ihren Kommiliton:innen in Landau zu Gast oder die Landauer:innen reisen nach Paris. Dadurch können Studierende die Partneruni kennenlernen. Der erste interkulturelle Workshop ist zugleich das erste Zusammentreffen der deutschen und französischen Studierenden. Das macht ihn sehr spannend.

Die Programmteilnehmerinnen aus dem zweiten und dritten Jahr: Valentina, Emma, Lisa, Lea, Mélisande, Martha, Tiphany, Emma, Amélie und Flavie bei ihrer Ankunft in Landau.

Die Programmteilnehmerinnen aus dem zweiten und dritten Jahr: Valentina, Emma, Lisa, Lea, Mélisande, Martha, Tiphany, Emma, Amélie und Flavie bei ihrer Ankunft in Landau.

Wie lief der Workshop ab und wie kann man sich den Tagesablauf vorstellen?  

Am Donnerstag wurden die Wanderschuhe ausgepackt. Für die Studentinnen ging es zum geschichtsträchtigen Hambacher Schloss.

Am Donnerstag wurden die Wanderschuhe ausgepackt. Für die Studentinnen ging es zum geschichtsträchtigen Hambacher Schloss.

Der Workshop erstreckte sich über fünf Tage. Am Montag trafen die französischen Teilnehmerinnen in Landau ein. Während des Workshops kamen sie bei uns Landauer Studentinnen unter. Morgens trafen wir uns an der Roten Kaserne, danach nahmen wir an einem Seminar oder einer Gruppenaktivität teil. Mittags haben wir gemeinsam gegessen und geplaudert. Natürlich wurde bei der Gelegenheit das deutsche Mensa-Essen ausprobiert. (lacht) Ansonsten gab es eher die guten alten Pausenbrote. Nach einem Kaffee haben wir am Nachmittag häufig einen Ausflug gemacht. Gegen 17 Uhr endete das offizielle Programm. Am Donnerstag haben wir zum Beispiel einen Tagesausflug gemacht und sind abends essen gegangen. Am Freitag haben wir selbstgedrehte Videos vorgestellt, uns über die Ergebnisse ausgetauscht und die Woche Revue passieren lassen.

Die Campus in Koblenz und Landau beherbergen Menschen aus vielen Ländern der Welt. In der Rubrik Internationaler Besuch stellen wir sie vor.

Wie viele Menschen haben am Workshop teilgenommen?

Es waren alle Programmstudentinnen des zweiten und dritten Lehrjahres anwesend, insgesamt 15 Teilnehmerinnen. Da der interkulturelle Workshop aufgrund von Corona bereits zwei Mal abgesagt werden musste, hat er dieses Mal für beide Jahrgänge gleichzeitig stattgefunden. Es war schön, dass wir eine größere Gruppe waren, da wir uns so besser kennenlernen und verschiedene Gesprächspartnerinnen finden konnten. Hinzu kamen unsere HiWis, die Programmkoordinatorin, die Programmleitenden und Dozierenden.

Wer organisiert das Ganze?

Die deutsche Programmkoordinatorin hatte mit ihrem HiWi-Team das Programm erstellt und gemanagt. Zentral war dabei, dass den französischen Studentinnen etwas deutsche Kultur vermittelt wird und dass Lehrveranstaltungen stattfinden. Das sollte ihnen einen Einblick in eine deutsche Universität ermöglichen. So konnten sie in entspannter Atmosphäre sehen, wie eine Veranstaltung in Deutschland an der Uni abläuft.

Auf einem Bild sind die bekannten Feentürchen zu erkennen.

Wir haben dienstags selbst ein paar Türchen bemalt. Das hat uns allen riesigen Spaß gemacht. Mit im Hintergrund laufender Musik konnten wir unserer Kreativität freien Lauf lassen und uns dabei gemütlich mit unseren Kommilitoninnen unterhalten. Es war so entspannend! Am Ende hatte jede eine tolle Erinnerung an unseren interkulturellen Workshop. Die Ergebnisse konnten sich richtig sehen lassen. 

Bei der Gestaltung von Feentürchen wurden die Studentinnen handwerklich kreativ. Das Resultat gefiel ihnen den Französinnen so gut, dass sie den Brauch auch in ihrer Heimat einführen möchten.

Bei der Gestaltung von Feentürchen wurden die Studentinnen handwerklich kreativ. Das Resultat gefiel den Französinnen so gut, dass sie den Brauch auch in ihrer Heimat einführen möchten.

Gib uns doch mal einen Tipp, wo man sich auf die Suche machen muss, wenn man eure Türchen bewundern möchte.

Dazu muss man nach Paris gehen. (lacht) Die Französinnen haben ihre Türchen  mit nach Frankreich genommen, da sie die Idee gerne verbreiten wollen. Unser Ziel ist es, viele mit diesem Projekt zu erreichen und ein Lächeln in die Gesichter zaubern, ganz im Sinne der Erfinder:innen der Feentürchen. Ich bin schon gespannt, ob ich bei meinem nächsten Aufenthalt in Paris das ein oder andere Türchen entdecken kann!

Viele der Teilnehmenden waren sich vor dem Workshop sicher nur via Bildschirm begegnet.

Die Kommilitoninnen meines Jahrgangs endlich in Landau empfangen zu können, war mir eine wahnsinnig große Freude. Ich hatte ihnen bereits so viel von dem kleinen, wunderschönen Landau berichtet und konnte sie dann endlich durch unsere malerischen Straßen führen. Abends saßen wir häufig noch in einem Café oder einer Kneipe beisammen. 

Voller Vorfreude hören die Pariser Studentinnen aus dem zweiten Jahr des Studiengangs, Martha, Emma, Emma, Tiphany und Flavie, der Vorstellung des Programms zu.

Voller Vorfreude hören die Pariser Studentinnen aus dem zweiten Jahr des Studiengangs, Martha, Emma, Emma, Tiphany und Flavie, der Vorstellung des Programms zu.

Wie war es für euch, nach mehreren Corona-Semestern so einen Austausch zu erleben?

So etwas gibt uns Studierenden ein Stück Normalität zurück, man fühlt sich nicht mehr alleine. Das Selbststudium hat meiner Meinung nach zu Einsamkeit geführt. Natürlich gab es auch Vorteile, wie Flexibilität, aber das kann nicht ansatzweise das Fehlen von Sozialkontakten ausgleichen. Sich auszutauschen funktioniert persönlich viel besser als über Bildschirme. Beim Workshop konnte man sich frei unterhalten, ohne dass einem die Verbindung einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Es ist fast ungewohnt, nicht mehr jedem Satz ein „Hörst du mich?“ nachzustellen. (lacht)  

Wie hat es den Französinnen in Landau gefallen? 

Diese Frage habe ich mir im Vorhinein oft gestellt: Werden sie es wohl bei uns mögen? Landau ist das komplette Gegenteil zur Großstadt Paris. Dafür hat es wunderbare Ecken, die ich den Studentinnen zeigen wollte. Umso erleichterter war ich, als am Ende alle begeistert waren. Landau scheint sie wirklich in seinen Bann gezogen haben.

Was ist deine schönste Erinnerung? 

Die Stadtführung. Ich wohne schon länger Landau, aber ich hatte noch nie an einer Führung teilgenommen. Dadurch habe ich schöne Orte in der Stadt kennengelernt und vor allem Einblicke in seine Geschichte bekommen. Ich kann es jeder und jedem nur empfehlen, auch allen Landauer:innen! (lacht)

Interview: Elena Panzeter 

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