Versorgt & vernetzt
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Babysitter gesucht?

Andrea Hauswirth möchte mit der Babysitter-Online-Börse Babysitter die Kinderbetreuung für Koblenzer Hochschulangehörige leichter machen. Foto: Sarah-Maria Scheid

Andrea Hauswirth möchte mit der Babysitter-Online-Börse Babysitter die Kinderbetreuung für Koblenzer Hochschulangehörige leichter machen. Foto: Sarah-Maria Scheid

Ist flexible Hilfe bei der Kinderbetreuung, in der Pflege oder im Haushalt gesucht? In Koblenz kann hier der Studierenden-Online-Service vermitteln. Zur Plattform gehört auch die Babysitter-Online-Börse. Wir haben mit der Koordinatorin Andrea Hauswirth gesprochen.

An wen richtet sich die Babysitter-Online-Börse?

Zielgruppe der Babysitter-Online-Börse sind Hilfesuchende aus Koblenz und Umgebung sowie Menschen, die Lust und Zeit haben, zu helfen und sich gleichzeitig etwas dazu verdienen möchten. Wir koordinieren das Projekt zusammen mit der Hochschule Koblenz. Alle Angehörigen der beiden Hochschulen, also Studierende wie Mitarbeitende, die Lust haben, Kinder zu betreuen, können sich auf der Plattform anmelden und als Babysitter:in arbeiten. Mögliche Wochentage und Betreuungszeiten können genau angegeben werden. Dadurch ist den Suchenden bereits ersichtlich, welche Babysitter:innen sie anfragen sollten, um selbst in dieser Zeit in eine Vorlesung oder zur Arbeit gehen zu können. Aktuell bieten vor allem Studierende der pädagogischen Fächer oder mit beruflicher Erfahrung als Erzieher:innen ihre Hilfe an.

Wie kamen Sie auf die Idee einer solchen Plattform?

Die Babysitter-Online-Börse (BOB) gibt es schon seit 2010. Die Universität des Saarlandes hat ein ähnliches Angebot und uns zur Konzeption unserer Babysitter-Online-Börse inspiriert. Wir waren eine der ersten derartigen Online-Börsen in der Region. Die Idee kam auf, weil viele gar nicht wussten, welche Babysitter:innen es geben könnte und weil nicht alle die Schwarzen Bretter genutzt haben. Mir war es ein Anliegen, eine Plattform zu schaffen, auf der sich Studierende mit Menschen austauschen können, die Hilfe bei der Betreuung ihrer Kinder benötigen.

Sie bieten aber noch mehr Services an.


Versorgt & vernetzt kommt man am besten durchs Studium. Wir zeigen euch, wo ihr auf dem Campus Unterstützung findet.

Ja – das Babysitter-Projekt war so erfolgreich, dass wir gleich im Jahre der Gründung als familienfreundliches Unternehmen in Koblenz ausgezeichnet wurden. Der Erfolg und die Nachfrage nach ähnlichen Serviceangeboten haben uns motiviert, den Studierenden-Online-Service (SOS) einzuführen. Er funktioniert nach dem gleichen Prinzip, vermittelt aber noch weitere Hilfeleistungen. Beide Portale listen die zur Verfügung stehenden Studierenden nach Postleitzahl gestaffelt auf. Das hat den Vorteil, dass man immer Helfer:innen in der nahen Umgebung findet.

Welche Hilfeleistungen bietet der Studierenden-Online-Service an?

Studierende können sich unter vier Kategorien eintragen: „Rund um die Familie,“ „Rund ums Haus,“ „Hilfe im Haus“ und „PC- und Behördenservice.“ Unsere Intention ist es, Familien und Wissenschaftler:innen an den Koblenzer Hochschulen zu unterstützen. Es geht zum Beispiel um Hilfe im Haushalt, im Garten, die Betreuung von Haustieren, die unterstützende Betreuung von Pflegebedürftigen, einen Botendienst oder ganz akut einen Einkaufsservice. Hilfesuchende wie auch Helfer:innen können auf der Plattform Präferenzen angeben: Ob man Nichtraucher:in ist, eine bestimmte Altersgruppe betreuen will oder ob einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert hat. Unser Ziel ist eine möglichst individuelle Gestaltung.

Über den Studierenden-Online-Service (SOS) können Studierende Hilfstätigkeiten finden und anbieten, mit denen sie Geld verdienen können.

Über den Studierenden-Online-Service (SOS) können Studierende Hilfstätigkeiten finden und anbieten, mit denen sie Geld verdienen können.

Wie werden die Hilfstätigkeiten vergütet?

Das, was über das Portal angeboten wird, ist keine Nachbarschaftshilfe mehr. Man muss die Tätigkeit bei der Jobbörse konkret als Minijob auf 450-Euro-Basis oder kurzfristige Beschäftigung anmelden. Die Helfer:innen sind dann unfallversichert. Wichtig ist die Anmeldung zu Beginn der Beschäftigung durch die Person, die den Auftrag zur Hilfeleistung gibt. Das alles ist auf unseren Homepages anschaulich erklärt. Der Stundenlohn ist für beide Parteien verhandelbar, darf aber den gesetzlich geregelten den Mindestlohn nicht unterschreiten.

 

Auf dem Portal der Babysitter-Online-Börse können Studierende ihre Hilfe als Babysitter anbieten und dabei gleich ihre möglichen Arbeitszeiten angeben.

Auf dem Portal der Babysitter-Online-Börse können Studierende ihre Hilfe als Babysitter anbieten und dabei gleich ihre möglichen Arbeitszeiten angeben.

Möchten Sie das Konzept in Zukunft noch erweitern?

Wir möchten zusätzlich zu unseren Onlineangeboten einen Familienservice mit einer direkten Ansprechperson am Campus Metternich einführen, die unter anderem eine Notfallbetreuung oder eine Randbetreuung vermittelt. Während der Vorlesungszeit schließt die Kita um 16.30 Uhr. Wenn alleinerziehende Studierende danach noch Vorlesung haben, aber nicht wissen, wer ihr Kind betreuen soll, ließe sich so die Betreuung abdecken.  Solche Studierenden könnten dann den Betreuungsbedarf über das Online-Portal des Familienservices anmelden. Der Familienservice würde dann eine Betreuungsperson in einem Kinderbetreuungsraum direkt am Campus bis zum Vorlesungsende organisieren. Unser Konzept hätte den Vorteil, dass sich relativ schnell eine Notfall- oder Randzeitenbetreuung fände – vorzugsweise durch eine feste Betreuungs- und Bezugsperson und unabhängig davon, ob das Kind zu einem regulären Kindergartenbetrieb gehört oder nicht.

Ist der Studierenden-Online-Service über den Hochschulbereich hinaus vernetzt?

Die Universität gehört dem Koblenzer Bündnis für Familien an, einem Zusammenschluss verschiedener Behörden, Unternehmen, gesellschaftlicher Institutionen und Gruppen aus Koblenz, dem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine zentrales Thema ist, familienbewusste Personalpolitik in den Unternehmen anregt und durch diverse Themenfelder unterstützt. Unsere beiden Portale BOB und SOS tragen zur familienbewussten Personalpolitik bei und werden auch von den vielen Bündnisparter:innen gerne genutzt.

Sie sind  Frauenreferentin am Campus Koblenz und zusätzlich Projektleiterin des Women Career Centers. Welche Aufgaben fallen da an?

Zu meinen Aufgaben als Frauenreferentin gehört unter anderem die Beratung und Unterstützung der wissenschaftlichen Berufs- und Karriereplanung von Studentinnen, einem Bereich mit zunehmender Bedeutung. Aus diesem Grunde erweiterten wir vor über zehn Jahren die Karriereberatung von Studentinnen und die Organisation von Workshops, Seminaren und diversen Beratungsangeboten durch die Schaffung des Women Career Centers, ein sehr erfolgreiches Segment der Universität.

Interview: Sarah-Maria Scheid

 

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