Autor: Rebecca Singer

Rabea Immer studiert Sozial- und Kommunikationswissenschaften. Sie ist vor allem von der Vielfältigkeit des Studiengangs begeistert. Foto: Philipp Sittinger

Sozial- und Kommunikationswissenschaften: Zwischen den Disziplinen

Im Studiengang Sozial- und Kommunikationswissenschaften geht es um das große Ganze der Gesellschaft, um Politik, Medien, Wirtschaft und das Verstehen von Zusammenhängen. Rabea Immer ist davon besonders begeistert. Sie studiert im fünften Bachelorsemester und freut sich auf die Erfahrungen in der vielfältigen Arbeitswelt, die Absolventen des Faches offen steht. Woher kommt Ihre Begeisterung für das Fach Sozial- und Kommunikationswissenschaften? Mir gefällt vor allem, dass das Fach breit gefächert ist. Ich habe mir zunächst andere Unis angeschaut. Aber an den meisten Standorten gibt es Soziologie, Politikwissenschaft oder Medienwissenschaft als einzelne Fächer. Das Fach Sozial- und Kommunikationswissenschaften hier in Landau bietet von allem etwas. Ich finde dabei die komplexen Zusammenhäng­e zwischen verschiedenen Teilen der Gesellschaft sehr spannend. Man kann sich das große Ganze anschauen. Wie sind Sie auf den Bachelor Sozial- und Kommunikationswissenschaften und den Standort Landau aufmerksam geworden? Die Serie Abiturienten stehen viele Möglichkeiten offen. Studieren oder eine Ausbildung beginnen, Uni oder FH? Und welches Fach ist für mich das Richtige? In unserer Serie “Was studieren?” stellen Studierende der Universität Koblenz-Landau ihren Studiengang vor. Bereits erschienene …

Hanna Riedel arbeitet neben ihrem Studium der Sonderpädagogik als Integrationshilfe an einer Förderschule der Caritas in Landau. Foto: Philipp Sittinger

Helfen als Nebenjob

Die 21-jährige Sonderpädagogik-Studentin Hanna Riedel ist zwar noch keine Lehrerin, verbringt aber trotzdem viel Zeit im Klassenzimmer. Neben ihrem Studium arbeitet sie als Integrationshilfe an der Förderschule des Caritas-Förderzentrums St. Laurentius und Paulus in Landau. Mit fünf anderen Kindern sitzt die zehnjährige Franka Hormuth in einem bunten Klassenzimmer. Die Kinder arbeiten an Texten und schreiben konzentriert in ihre Hefte. Hanna Riedel sitzt neben Franka und unterhält sich mit ihr im Flüsterton. „Wo ist der Südpol, Franka?“, fragt sie. Vor Franka steht ein Bildschirm, auf dem sie schreiben kann, indem sie einzelne Buchstaben lange anschaut. Sie schreibt „Süden“ und Hanna korrigiert „südlichster Punkt der Erde“. Franka sitzt im Rollstuhl, sie ist motorisch stark eingeschränkt. An Hannas Hand kann sie ein bisschen gehen, ihre Hände und Arme kann sie zwar bewegen, allerdings reicht es nicht, um einen Stift zu halten oder damit zu schreiben. Auch Sprechen ist schwierig, daher braucht sie den sogenannten Talker – ein Bildschirm, der durch Blicke gesteuert wird. Hanna Riedel ist Integrationshilfe an der Förderschule des Caritas Förderzentrums St. Laurentius und Paulus, einer …

Heute schreibt Campus-Reporterin Rebecca Singer. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Meine verrückte Sehnsucht nach Prüfungen

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute wünscht sich Rebecca Singer eine Prüfung. Ich habe Sehnsucht nach einer schriftlichen Prüfung. Ja, ich bin Studentin und sage so etwas. Und ich wette: Jeder, der einmal eine Abschlussarbeit schreiben musste, hat das zumindest schon mal gedacht. Wenn meine Freunde von Klausuren erzählen, von benoteten Referaten und Sprechstunden zur Vorbereitung, freue ich mich immer ein bisschen. „Wenn ihr sowas erzählt, bin ich froh, dass ich nie wieder eine Prüfung habe“, sage ich dann. Doch dieser Satz ist nur die halbe Wahrheit. Prüfungen sind natürlich anstrengend und kraftraubend, aber nach einigen Wochen Lernen und einigen Tagen Zittern ist es einfach vorbei. Meine Freunde genießen danach ihre Semesterferien und ich sitze tagein, tagaus in der Bibliothek und texte an meiner Abschlussarbeit. Es fühlt sich an, als würde ich an einem riesigen Zahnrad drehen. Ich drehe und drehe, und es hat scheinbar kein Ende. Mein Rad besteht aus einem gigantischen Berg aus Büchern, Zeitschriftenartikeln und Webseiten. Es sind leere Seiten, die …

Die Reithalle in Landau ist die neue Heimat des Instituts für Kunstwissenschaften und Bildende Kunst. Foto: Philipp Sittinger

Keine Pferde, dafür richtig Leben in der Bude: Kunst in der Reithalle

Seit November 2018 hat das Institut für Kunstwissenschaften und Bildende Kunst in der Reithalle am ehemaligen Landesgartenschaugelände in Landau eine neue Heimat. Auf etwa 1.900 Quadratmetern ist zum ersten Mal die gesamte Kunst an einem Ort. Der Kunststandort ist nicht nur ein Arbeitsplatz für Studierende, auch Professoren und Dozierende verbringen hier ihre Zeit. An einem normalen Dienstag sitzt Professorin Tina Stolt, geschäftsführende Leiterin des Instituts für Kunstwissenschaft und Bildende Kunst, im mittleren Teil des Gebäudes und bereitet ein Masterseminar vor. Der große Raum strahlt Chaos und Ordnung zugleich aus. Neben geordneten Tischen für das Seminar stehen Leinwände, Farbe und halbfertige Arbeiten herum. Stolt freut sich über das neue, offene Atelier. Dadurch, dass alles an einem Ort ist, seien nicht nur die Ergebnisse in Form von fertigen Kunstwerken sichtbar. Man bekomme auch Einblick in Arbeitsprozesse und könne sich wunderbar austauschen. „Manche vermissen schon eine Tür. Aber es ist auch schön, mitzubekommen, was die anderen machen. Und die Gruppenbildung durch die zwei Standorte ist auch nicht mehr so stark“, erzählt sie. Manchmal sei sie gern ein paar Stunden vor …

Rebecca Singer unternahm während ihres Erasmus-Semester in Prag einige Ausflüge. So zum Beispiel in die ungarische Hauptstadt Budapest. Fotos: Rebecca Singer

Prag: Politik, Freiheit und Karl der Große

Neben neuen Erkenntnissen im Studium lernte Rebecca Singer während ihres Auslandssemesters fremde Länder, Menschen und Kulturen kennen. Sie verbrachte im Zuge ihres Masterstudiums der Sozial- und Kommunikationswissenschaften ein Semester an der Karlsuniversität in Prag. Anfang 2017 bewarb ich mich für ein ERASMUS-Auslandssemester an der Karlsuniversität – benannt nach Karl dem Großen, der in Tschechien als Held verehrt wird. Ich entschied mich für diesen Standort, da durch die Kooperation mit der Universität Koblenz-Landau schon vieles vorab organisiert werden konnte. Es gibt in Prag passende Kurse zu meinem Studium und ich musste mir wegen des ERASMUS-Stipendiums weniger Sorgen um Geld machen. Außerdem war ich auf ein aufstrebendes, europäisches Land gespannt, das früher der Sowjetunion angehörte und von seiner Geschichte hinter dem Eisernen Vorhang noch immer gezeichnet ist. Mit der Tram durch Prag Die Vorbereitungen waren zwar aufwendig, doch auch von der Vorfreude auf die Reise begleitet. Aus einer Laune heraus bewarb ich mich für einen dreiwöchigen Intensiv-Tschechischkurs an der Universität Prag. Das erleichterte mir den Beginn ungemein. Mit Englisch kommt man im touristischen Teil der Stadt und …

Heute schreibt Campus-Reporterin Rebecca Singer. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Und täglich grüßt das Murmeltier

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute berichtet Rebecca Singer von Gewohnheiten und Routinen im Alltag, die sich manchmal nur schwer durchbrechen lassen. Mein Fahrrad fährt wie von selbst zur Uni. Meine Füße kennen den Weg. Heute drei Studien in der Unibib durchackern, das ist das Ziel. Es ist 9.15 Uhr, ich bin da und trotte noch im Halbschlaf zu meinem Spind – wie immer Nummer 85. Ich entdecke ein Schloss, Mist, besetzt. Schon beim Betreten der Bibliothek scanne ich die Lage. Das Schicksal meint es heute nicht gut mit mir. Eine anderer Studentin hat meinen Platz ergattert. Er ist ganz hinten in der Ecke und einfach perfekt: Man hat Überblick über den gesamten Raum, kann seine Gedanken in Ruhe schweifen lassen und sitzt nicht direkt vor einer Wand. Selten kommt einer vorbei und meine Augen finden Entspannung beim Blick aus dem Fenster. Positive oder dunkle Macht der Gewohnheit? Schlechter kann der Tag nicht starten. Ob ich es trotzdem schaffe, an meiner Abschlussarbeit zu feilen? Gewohnheiten …