Autor: René Lang

Wer rastet, der rostet: Während seine Söhne studieren, strebt Arnold Teicht seine Promotion in Politikwissenschaft an. Foto: Philipp Sittinger

Internationales Krisenmanagement im Ukraine-Konflikt

Arnold Teicht ist 64 Jahre alt, ehemaliger Berufssoldat, studierter Pädagoge und promoviert an der Uni in Koblenz über den seit 2013 schwelenden Ukraine-Konflikt. Dazu untersucht er die Strategien zur Konfliktbewältigung internationaler Sicherheitsorganisationen. Seine Diplomarbeit tippte Teicht noch mit der Schreibmaschine. Heute schätzt er die modernen technischen Möglichkeiten, um an seiner Doktorarbeit zu schreiben. Die Serie: Sie forschen, organisieren Tagungen oder schreiben Fachartikel: In unserer Serie “Forschung vorgestellt” berichten wir über Promovierende und ihre Forschung an unserer Universität. Und fragen: Was ist ihr Thema? Was sind ihre Leidenschaften? Wieso haben sie sich für eine Promotion entschieden? Wie organisieren sie ihr Arbeitspensum? Bitte beschreiben Sie Ihre Forschung in wenigen Sätzen. Meine Dissertation trägt den Titel: “Internationales Krisenmanagement am Beispiel der Ukraine”. Dabei untersuche ich zunächst die Rahmenbedingungen, die zur Krise in der Ukraine geführt haben. Ich betrachte neben den Konfliktparteien auch die geografischen, historischen und politischen Besonderheiten des Landes. Sobald ich ein Gesamtverständnis erlangt habe, komme ich zum nächsten Schritt: Wie gehen internationale Organisationen mit dem Konflikt um? Welche sicherheitspolitischen Maßnahmen werden getroffen? Konkret beziehe ich mich bei meinen …

Heute schreibt Campus-Reporter René Lang. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

C’est la vie!

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute erzählt René Lang, warum seine Familie eine besondere Beziehung zu Frankreich hat. Merkel und Macron machen es vor, wir machen es nach: Seit fast 75 Jahren pflegt meine Familie ihre ganz persönliche deutsch-französische Freundschaft. Meine Großmutter war noch ein kleines Mädchen, als sie zum ersten mal auf Georges traf. Ein großer Mann mit Baskenmütze auf dem Kopf und breitem Grinsen im Gesicht. Er war zusammen mit etwa 30 anderen Männern in ihrem Dorf untergekommen, um den Anwohnern auf dem Feld zu helfen. Eine Tafel Schokolade war sein erstes Geschenk an meine Oma. Der damals 23-Jährige war 1940 als französischer Kriegsgefangener nach Deutschland gekommen. Obwohl der Grund seiner Ankunft ein furchtbarer war, erwuchs aus der Begegnung eine Freundschaft, die bis heute anhält. Durch ständigen Briefwechsel und regelmäßige Besuche wurde sie über drei Generationen fortgeführt. In dieser Woche ist Georges Enkelsohn Laurent zusammen mit seiner Familie bei uns zu Gast. Küsschen links, Küsschen rechts Aufgeregt stehe ich vor der Ferienwohnung und …

Promovendin Madlen Gerke an der Nister. Hier führt sie ihr Freilandexperiment durch. Foto: Jan Reutelsterz

Angewandte Forschung im Freien

Beruflich gegen den Strom: Madlen Gerke ist Doktorandin in der Projektgruppe Aquatische Ökologie. In der Freilandsaison watet sie oft durch die Nister, die sich durch den Westerwald schlängelt. Kilometer um Kilometer geht es stromaufwärts, Fische fangen. Gerke erforscht, wie negative Folgen der Nährstoffbelastung in Flüssen mithilfe von Fischen ausgeglichen werden können. Die Serie: Sie forschen, organisieren Tagungen oder schreiben Fachartikel: In unserer Serie “Forschung vorgestellt” berichten wir über Promovierende und ihre Forschung an unserer Universität. Und fragen: Was ist ihr Thema? Was sind ihre Leidenschaften? Wieso haben sie sich für eine Promotion entschieden? Wie organisieren sie ihr Arbeitspensum? Bitte beschreiben Sie Ihre Forschung in wenigen Sätzen. Ich versuche herauszufinden, inwieweit die Qualität von nährstoffbelastetem Gewässer durch Nahrungsnetzsteuerung verbessert werden kann. Hintergrund ist die Belastung durch Landwirtschaft und kommunale Abwässer. Durch diese kommt es zu einem Überschuss an Nährstoffen in fließenden Gewässern. Das führt wiederum zu einer erhöhten Bildung von bestimmten Algen, die das Kiesbett verstopfen und somit ein Problem für im Kies laichende Fische darstellen. Die Nährstoffbelastung lässt sich nur mit erheblichem Aufwand verringern. In meiner Forschung …

Forscht im Bereich der Didaktik, um den Biologieunterricht zu verbessern: Doktorand Christian Alexander Scherb. Foto: Philipp Sittinger

Strategien für den Biounterricht

Christian Alexander Scherb hat eigentlich Biologie und Geographie auf Lehramt studiert. Im Laufe des Studiums entdeckte er seine Leidenschaft für die Forschung und entschied sich für eine Promotion statt für den Schulalltag. Mit Schülern hat er trotzdem zu tun: Für seine Doktorarbeit erarbeitet er mit ihnen Unterstützungskonzepte für den Biologieunterricht. Die Serie: Sie forschen, organisieren Tagungen oder schreiben Fachartikel: In unserer Serie “Forschung vorgestellt” berichten wir über Promovierende und ihre Forschung an unserer Universität. Und fragen: Was ist ihr Thema? Was sind ihre Leidenschaften? Wieso haben sie sich für eine Promotion entschieden? Wie organisieren sie ihr Arbeitspensum? Bitte beschreiben Sie Ihre Forschung in wenigen Sätzen. In meiner Dissertation geht es darum, zu erkennen, welche Schwierigkeiten sich bei Schüler zeigen, die im Biologieunterricht naturwissenschaftliche Repräsentationen anfertigen. Dabei kann es sich um mikroskopische Zeichnungen oder um Abfolgediagramme handeln. Während  die Schüler zeichnen, werden sie gefilmt. Diese Videoaufnahmen werden von mir und einem weiteren Mitarbeiter ausgewertet. In einer zweiten, darauf aufbauenden Studie möchte ich verschiedene Strategien testen, um auftretende Schwierigkeiten zu vermindern oder bestenfalls gar nicht erst aufkommen zu lassen. Die Studien führe …

Das Team von PLAST: Miriam Schaefer, Zacharias Steinmetz, Maximilian Meyer, Katherine Muñoz, Jutta Milde, Lea Heidbreder und Isabella Bablok (von links nach rechts). Foto: Philipp Sittinger

Gegen das Plastik-Problem

Ob im Supermarkt, Auto oder in unserer Kleidung: Plastik ist allgegenwärtig. Komplett darauf zu verzichten, ist schwierig. PLAST hat sich zum Ziel gesetzt, die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Risiken des direkten und indirekten Plastikverbrauchs voranzutreiben. Im Interview erklären Dr. Jutta Milde, Dr. Katherine Muñoz und Lea Marie Heidbreder die Brisanz des Themas. Was genau hat es mit PLAST auf sich? Milde: PLAST ist ein Projekt der Interdisziplinären Forschungsgruppe Umwelt (IfG). Es soll das Problemfeld Plastik fächerübergreifend beleuchten. Dazu nähern wir uns dem Phänomen Plastik aus drei Forschungsdisziplinen: Der Psychologie, der Kommunikations- und der Naturwissenschaft. Ich betreue das Teilprojekt Commplast. Wir analysieren die massenmediale Berichterstattung und beschäftigen uns damit, welche Informationen über Risiken von Plastikkonsum und welche möglichen Lösungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Muñoz: Die naturwissenschaftliche Perspektive vertritt das Teilprojekt Soilplast. Wir stellen uns die Frage, welche Auswirkungen die Anwendung von Plastik in der Landwirtschaft auf die Qualität des Bodens hat und suchen nach nachhaltigen Alternativen. Heidbreder: Psychoplast befasst sich mit der Wahrnehmung und dem Verhalten der Menschen gegenüber Plastik. Wie werden Risiken eingeschätzt und wie wird damit umgegangen? Gerade zwischen dem …

Unsere Profs: Susan Williams

Prof. Dr. Susan Williams liebt die Arbeit in ihrem außergewöhnlichen Fachgebiet, der Sozialinformatik. Die gebürtige Britin und australische Staatsbürgerin schätzt die enge Zusammenarbeit mit den Studierenden und den Austausch mit Kollegen am Campus Koblenz sehr. Im Uniblog berichtet Sie, warum neue Technologien und deren Aneignung im Mittelpunkt ihrer Forschung stehen.  Die Serie: Sie prägen unsere Erinnerungen an das Studium, inspirieren uns für das Berufsleben und sorgen für so manche Anekdote unter Studierenden: unsere Profs. Im Uniblog stellen sich die Professoren der Universität Koblenz-Landau den Fragen der Campus-Reporter, geben Einblick in ihren Forschungs- und Lehralltag und verraten, wie sie selbst als Student waren. Der Professorenberuf ist mit einigen Klischees behaftet: Lange über Büchern brüten, Zerstreutheit, Einsiedlertum, chaotische Tafelbilder… Trifft davon etwas auf Sie zu? Vermutlich trifft davon einiges auch auf mich zu. Professorin zu sein bedeutet, viel nachzudenken, sich mit Literatur und neuen Ideen und Entwicklungen auseinanderzusetzen sowie neue Ideen zu entwickeln. Für mich zeichnet sich der Beruf insbesondere durch den Austausch und die Zusammenarbeit mit Studierenden, Kollegen und Industriepartnern weltweit aus. Gerade dies macht meinen …

Heute schreibt Campus-Reporter René Lang. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Ist das klausurrelevant?

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute beschreibt René Lang seine Gefühle in der Prüfungsphase. Es ist mal wieder soweit: Das Wintersemester neigt sich dem Ende, die Zeit der Klausuren und Abschlussprüfungen rückt näher. Langsam, aber sicher verfalle ich in einen Zustand des Dauerstresses. Bücher, Blätter und Karteikarten und stapeln sich auf meinem Schreibtisch. Ich entwickle einen Tunnelblick, der sich ausschließlich auf das zu Lernende beschränkt. Freunde, Familie und Freizeitaktivitäten bleiben zwangsweise auf der Strecke. Dabei läuft meine Vorbereitung auf anstehende Klausuren jedes Semester gleich ab: Ich durchlebe die fünf Phasen der Trauer in angepasster Form. “In einer Welt, in der Trump Präsident werden und Pietro Lombardi ein Buch schreiben kann, wirst du es auch schaffen, deine Prüfungen zu bestehen. #prüfungsphase” Quelle: JODEL Es beginnt mit der Verleugnung. Ich habe noch mehr als genug Zeit. Soviel ist es dieses Mal auch nicht. Morgen starte ich wirklich, aber dann den ganzen Tag. Diese und ähnliche Gedanken hindern mich daran, frühzeitig mit dem Lernen zu beginnen. Mit …

Heute schreibt Campus-Reporter René Lang. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Silvester: Same procedure as every year

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Dieses Mal reflektiert René Lang über den Sinn von Silvestertraditionen. Fünf. Der Countdown läuft. Vier. Alle schauen wie gebannt auf die Uhr. Drei. Mein Großvater zündet den Lauf der ersten Rakete. Zwei. Meine Freundin drückt fest meine Hand. Eins. Die Blicke richten sich auf den wolkenlosen Nachthimmel. Null. Sektkorken knallen, pure Freude bricht aus. Alle fallen sich in die Arme, wünschen sich gegenseitig das Beste. Das neue Jahr beginnt, das alte endet. 23 Mal habe ich Silvester schon miterleben dürfen. Zugegeben, an die ersten dutzend Male erinnere ich mich kaum noch. Trotzdem habe ich mittlerweile eine genaue Vorstellung, wie der Jahreswechsel bei mir ablaufen soll. Egal ob ich zuhause oder auswärts feiere, im engen Kreis der Familie, mit einigen Freunden oder auf großen Partys. Manche Traditionen haben sich so sehr verankert, dass ich es kaum wage, ihren Sinn infrage zu stellen. Aber was, wenn doch? Zusammen Essen und Vergessen Bei uns gibt es am Silvesterabend selbstverständlich Raclette. Daran knüpfen …

Weiß die Arbeit im Labor zu schätzen: Andrey Dashkevich ist fasziniert von der experimentellen Chemie. Foto: René Lang

Angewandte Naturwissenschaften: Die Welt aus verschiedenen Perspektiven

Im Umgang mit dem Reagenzglas macht Andrey Dashkevich keiner etwas vor. Der 23-Jährige studiert seit fünf Semestern Angewandte Naturwissenschaften am Campus Koblenz. Zwischen Physik und Chemie schätzt er vor allem die praktischen Elemente seines Studiengangs. Die Serie: Abiturienten stehen viele Möglichkeiten offen. Studieren oder eine Ausbildung beginnen, Uni oder FH? Und welches Fach ist für mich das Richtige? In unserer Serie “Was studieren?” stellen Studierende der Universität Koblenz-Landau ihren Studiengang vor.  Woher kommt Ihre Begeisterung für das Fach? Die Chemie fasziniert mich seit langem. Sie ist allgegenwärtig und doch unsichtbar. Sie versteckt sich in alltäglichen Gebrauchsgegenständen, wie der Kleidung oder der Plastikflasche – inklusive Inhalt. Bereits in der Schule habe ich mein Interesse an diesem Fach entdeckt. Mein damaliger Lehrer war ebenso von Chemie begeistert. Ich denke, dass seine Motivation auf mich abgefärbt hat. Den Studiengang habe ich am Tag der Chemie der Universität kennengelernt. Die Kombination zwischen Physik und Chemie halte ich ausschlaggebend für das Studium. Hier reicht das eine Fach dem anderen die Hand. Warum haben Sie sich für den Studienort Koblenz entschieden? Das …

Der Sonne so nah: Hoch oben über Kapstadt ist die Aussicht auf den Atlantik atemberaubend. Fotos: Privat

Südafrika: Sonnenschein im Herzen

Fünf Monate verbringt Yane-Ilene Furgoll in Kapstadt, Südafrika. Die 25-jährige Kulturwissenschafts-Studentin mit südafrikanischen Wurzeln sammelt unvergessliche Erinnerungen in der Regenbogennation. Sie liebt deren Leichtigkeit zu Leben, erfährt aber auch, was es heißt, sich im Alltag mit Diskriminierungen auseinandersetzen zu müssen.  Warum wollten Sie nach Südafrika? Mir war von Anfang an klar, dass ich über die Grenzen Europas hinaus wollte. Frankreich und Spanien waren mir einfach “zu nah” an Deutschland. Südafrika erschien mir als die beste Option, zumal mir das Land selbst nicht unvertraut war. Nach meinem Abitur war ich bereits dort und absolvierte ein dreimonatiges Praktikum in einem Kinderheim. Tatsächlich habe ich auch familiäre Wurzeln in Südafrika. Meine Mutter ist gebürtige Südafrikanerin, mein Onkel lebt mit seiner Familie in Kapstadt und meine Tante ist vor kurzem auch hergezogen. Ich wusste also in etwa, worauf ich mich einlassen würde. Dabei freute ich mich besonders auf das positive Lebensgefühl der Südafrikaner. Nicht ohne Grund trägt Südafrika den Titel Regenbogennation. Wo haben Sie für die Zeit Ihres Aufenthalts gelebt? Meine Wohnung lag in Bellville, einem Stadtteil von Kapstadt. Dort wollte ich im …