Autor: Emily Nolden

Heute schreibt Campus-Reporterin Emily Nolden. Foto: Kinga Cichewicz/ Unsplash

Morgenstund hat Kaffee im Mund

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute hat Emily Nolden ziemlich gute Argumente für das Aufstehen im Morgengrauen. Keine kaffeeverbrannte Zunge zum Beispiel. Vor Kurzem fragte mich meine Mitbewohnerin, warum ich immer vor 6 Uhr aufstehe. Die erste Veranstaltung beginne doch meist erst um 10 Uhr und der Freitag ist sogar frei. Ich antwortete ihr, dass es für mich eine unglaubliche Verbesserung meines Lebensstils sei. Ein “Das glaubst du doch selber nicht” gefolgt von schallendem Gelächter war ihre Reaktion. Wir lachten beide herzhaft über meine Antwort, doch dann versicherte ich, dass es mein Ernst war. Bevor ich nun die Vorteile des frühen Aufstehens beschreibe, muss ich anmerken, dass nicht jeder automatisch als Frühaufsteher geboren ist. Wer mit seiner Rolle als Nachteule gut zurechtkommt, hat keinen Grund, sich morgens aus dem Bett zu quälen – erst recht nicht, wenn er glücklich mit seinem Lebensstil ist. Wunder statt Kampf Für mich allerdings wurde es zum Allheilmittel, als mein Freund begann, mich um 5.30 Uhr aus dem Bett zu …

Jan Reutelsterz absolviert ein freiwilliges Praktikum bei einer Kölner Filmproduktionsfirma und unterstützt das Team bei der Produktion eines Dokumentarfilms. Foto: Reutelsterz

Hunderte Stunden Film: Praktikant in der Kinoproduktion

Wie produziert man eigentlich einen Kinofilm? Um das herauszufinden, absolviert der Kulturwissenschaftler Jan Reutelsterz während seines Masterstudiums ein Praktikum bei einer Filmproduktionsfirma. Schon lange interessiert sich der 25-jährige Musiker für die Filmkunst und wählte entsprechend den Studienschwerpunkt Ethnologie der Ästhetik. Nun assistiert er seit Anfang des Jahres bei der Produktion eines deutsch-kanadischen Kinodokumentarfilms. Kulturwissenschaftler arbeiten in vielen Bereichen. In welches Berufsfeld schnuppern Sie aktuell hinein? Seit Januar 2018 absolviere ich ein freiwilliges Praktikum bei „Topos Film“, einer Kölner Filmproduktionsfirma. Seit Beginn arbeiten wir dort an einem Dokumentarfilm, der kommendes Jahr in den kanadischen Kinos erscheinen wird. Da die Dreharbeiten zu „The Whale and the Raven“ in Kooperation mit dem National Film Board of Canada und Arte/ZDF entstanden sind, wird der Film ebenfalls im deutschen Fernsehen zu sehen sein. Die Filmproduktion und die enge Zusammenarbeit bei Topos Film gefielen mir von Beginn an sehr gut. Aus diesem Grund verlängerten wir das Praktikum auf unbestimmte Zeit. Bis vor Kurzem bin ich also mehrmals die Woche mit der Bahn nach Köln gependelt, um in der Postproduktion des Films …

Tobi wohnt in einer 7er-WG in Koblenz. Durch seine sechs Mitbewohner lernt er immer wieder neue Leute kennen. Trotzdem genießt jeder seine Privatsphäre. Fotos: Teresa Schardt

Das Leben in einer 7er-WG

Beim Eintreten in das große Haus duftet es im Flur nach frisch Gebackenem und aus der Küche schallt Gelächter. Die Stimmung in der WG ist fröhlich und man fühlt sich gleich willkommen. Vor drei Jahren zog Tobi in das dreistöckige Haus in der Nähe des Campus Koblenz ein. Heute lebt der 24-Jährige hier mit fünf Freunden und genießt das Leben in einer Gemeinschaft. Sie haben gleich ein ganzes Haus gemietet. Wer wohnt in Ihrer Wohngemeinschaft? Anika: Wir leben in einer gemischten WG. Derzeit wohnen hier jeweils drei Männer und Frauen im Alter zwischen 20 und 28 Jahren. Aktuell ist ein Zimmer frei und wir suchen nach einem siebten Mitbewohner. Tobi: Wir studieren fast alle an der Universität Koblenz-Landau und der Hochschule Koblenz, aber einige sind auch ausgelernte Azubis. Wo spielt sich das meiste Leben in Ihrer WG ab? Anika: Wir leben verteilt auf drei Etagen und nutzen zusätzlich einen Keller und einen großen Garten. Trotz des Platzes ist das Wohnzimmer der zentrale Ort der WG. Hier finden Spieleabende statt und wir gucken gemeinsam Filme. Tobi: …

Heute schreibt Campus-Reporterin Emily Nolden. Foto: Toa Heftiba/Unsplash

Studieren mit anderen Augen

7,9 Semester verbringen wir durchschnittlich an unserer Hochschule, bis wir den ersten Berufseinstieg wagen. Das ist eine Menge Zeit auf engstem Raum mit Kommilitonen, Mitbewohnern und Professoren. Aus diesen Jahren kann man jedoch weitaus mehr mitnehmen, als die meisten denken. Mit genervtem Blick und eiligen Schritten eilt der Studierende aus dem Hörsaal. Es ist bereits dunkel, der Magen knurrt und der Professor brauchte eine gefühlte Ewigkeit für seinen letzten trivialen Satz. Nur schnell nach Hause auf die Couch und abschalten. Doch dann: Der Klang eines Klaviers, der Gesang eines Chors, lautes Diskutieren im Gang, ein Pärchen in Trainingsanzug und eine Reporterin, begeistert vom künstlerischen Talent ihres Interviewpartners. Diese und ähnliche Szenen kann jeder beobachten, der am Abend nicht den schnellsten Fluchtweg sucht, sondern mit offenen Augenüber den Campus geht. Doch was zeichnet die angeblich schönste Zeit unseres Lebens, die Studienzeit, aus, und wie kann man sie in vollen Zügen genießen? Wir starten unser erstes Semester und werden gleich mit Angeboten überhäuft. Kneipentour, Unirallye, Ranger aus dem höheren Semester, Winteruni, Hochschulsport und ein riesiges Kursangebot. Welcher …

Abed Naseri und sein Team haben eine App entwickelt, die Studierenden aus Koblenz im Alltag helfen soll. Foto: Teresa Schardt

DoBeeDo: Die Helfer-App

Beim zweistündigen Besuch im Möbelhaus entstand die zündende Idee zum Start-Up von Abed Naseri: Der 26-jährige Web Science-Student war so genervt von der Dauer des Einkaufs, dass er die App DoBeeDo entwickelt hat. Die Idee: Hilfe geben und nehmen.  Was ist DoBeeDo?  DoBeeDo ist eine lokal basierte App, die Studierenden aus Koblenz das Leben erleichtern soll, indem sie schnell und effektiv kleine Probleme löst. Jeder User kann über das Forum der App um einen Gefallen bitten oder selbst einen Gefallen anbieten. Vergisst jemand beispielsweise die Tomaten beim Einkauf, postet er eine Nachricht in das Forum. Wenn ein Nutzer zufällig gerade im Supermarkt ist und den Aufruf liest, kann er ihm die Tomaten mitbringen. Zur Belohnung erhält der Helfer Punkte, die er wieder gegen Gefallen einlösen kann. Nach erster Registrierung der App verfügt jeder Nutzer über 50 Punkte, sozusagen ein Startguthaben. Wie kamen Sie auf die Idee der App? Eines Tages benötigte ich zwei Gläser für einen Abend mit Freunden. Mein Ausflug zum Einrichtungshaus dauerte zwei Stunden – für einen kleinen Einkauf. Ich konnte es nicht fassen …

Verena Becker ließ sich nach ihrem Studium in Indien zur Yogalehrerin ausbilden. Heute betreibt sie einen Blog und möchte eine eigene Praxis eröffnen. Foto: Verena Becker

Die maximale Energie aus sich herausholen

Verena Becker hat ihre Leidenschaft für Ayurveda, ein uraltes, ganzheitliches Medizinsystem aus Indien, zum Beruf gemacht: Die 29-jährige Absolventin der Kulturwissenschaft arbeitet selbstständig in der Food- und Gesundheitsbranche: Sie bloggt, leitet Kochkurse und textet für eine Food-Agentur. Was machen Sie genau? Ich betreibe einen eigenen Blog, in dem ich über die Themen Ayurveda, Yoga und ganzheitliche Ernährung schreibe. Auf meiner Internetseite vermittle ich beispielsweise die Grundlagen über Ayurveda, veröffentliche Rezepte oder Wissenswertes über Kräuter. Darüber hinaus biete ich Beratungsgespräche und Coachings an. Daneben gebe ich Yogaunterricht, leite Kochkurse und gestalte Workshops. Neben meinem Blog arbeite ich für eine Food-Agentur und lasse mich derzeit zur Heilpraktikerin ausbilden. Wie sieht ihr Arbeitsalltag aus? Ich arbeite vor allem im Home Office. Ob für die Agentur, für meinen Blog oder meine Klienten – die Arbeitstage sind immer sehr vielseitig und spannend. Besonders Außentermine, wie beispielsweise Fotoshootings von einzelnen Lebensmitteln oder ganzen Gerichten, machen mir viel Spaß. Am Ende geht es mir darum, andere Menschen zu einem nachhaltig gesunden Leben zu inspirieren. Was ist Ayurveda? Ayurveda ist ein ganzheitliches Medizinsystem, das sich …

Der 26-jährige Pädagogikstudent Lukas Macher ist neben dem Studium selbstständiger Kursleiter für Selbstverteidigung und Gewaltprävention. Foto: Jan Reutelsterz

Kursleiter für Selbstverteidigungs- und Gewaltprävention

Lucas Macher lernt seit seiner Kindheit die Kunst der Selbstverteidigung und hat mittlerweile vier schwarze Gürtel. Zusammen mit seinem Vater hat er sein Hobby zum Nebenberuf gemacht: Der 26-jährige Pädagogikstudent ist selbstständiger Kursleiter für Selbstverteidigungs- und Gewaltpräventionstrainings. Das erfolgreiche Familien-Gespann zeigt in seinen Kursen, wie man Gefahren erkennt, vermeidet und sich im Ernstfall wehrt. Was für einen Nebenjob machen Sie? Ich arbeite als selbstständiger Kursleiter für Selbstverteidigungs- und Gewaltpräventionstraining. Unsere Trainings werden von Firmen, Institutionen und Gruppen gebucht, zum Beispiel dem Roten Kreuz, Banken, größere Firmen, verschiedene FSJ-Gruppen und Schulen. Sogar Kindergärten kontaktieren uns. Die Kurse gebe ich unter der Woche oder am Wochenende. Was sind Ihre Aufgaben? Die Serie Das WG-Zimmer, das eigene Auto, der Kinobesuch mit Freunden: Das alles will bezahlt werden. Viele Studierende verdienen sich neben der Unterstützung der Eltern und Bafög etwas dazu oder finanzieren ihr Studium komplett selbst. Uniblog stellt in einer Serie Studierende und ihre Nebenjobs vor. Von alltäglich bis kurios ist fast alles dabei. Bisher erschienene Artikel finden sie hier. Man stelle sich vor, ein alter Mann zieht …

Daniel Zacharaias studiert Informationsmanagement in Koblenz. Mit Freunden entwickelte er die Schulapp "Sdui". Foto: Teresa Schardt

Wenn aus dem Schulprojekt ein eigenes Unternehmen wird

„Stay hungry, stay foolish“, sagte Steve Jobs einmal. Der ehemalige Apple-Chef ist das Vorbild des 21-jährigen Gründers Daniel Zacharias. Er ist CEO des Unternehmens Sdui mit Sitz im TechnologieZentrum Koblenz. Mit seinem Team entwickelt und vermarktet Zacharias eine Schul-App, die als WhatsApp-Alternative den Alltag zahlreicher Schüler und Lehrer verändern soll. Wie kommt man auf die Idee, eine Schul-App zu entwickeln? Die allermeisten Bildungseinrichtungen haben keine Affinität zu Technik oder können nicht damit umgehen. Darüber ärgern sich die Schüler oft. Niemand steht gern um 6 Uhr morgens auf, um dann in der Schule zu erfahren, dass der Lehrer krank ist und die ersten beiden Stunden ausfallen. An diesem Punkt setzten wir an. Die App ist eine Art Whatsapp-Alternative für die Kommunikation in der Schule. Schüler, Lehrer und Eltern sollen mit Sdui schneller informiert werden. Als Sie die App entwickelten, waren Sie selbst noch Schüler… Stimmt. Gemeinsam mit meinen besten Freunden Jan und René nahm ich 2016 an dem Wettbewerb Jugend forscht teil. Sdui konnte zu diesem Zeitpunkt aber nur den individuellen Stundenplan der Schüler unseres Gymnasiums anzeigen. …

Sarah Sauer hat ein Praktikum einer heilpädagogischen Kindertagesstätte absolviert. Die Arbeit stellte sie vor besondere Herausforderungen. Foto: Teresa Schardt

Frühförderung: Praktikantin an einem Ort für besondere Kinder

Trisomie 21, Verhaltensauffälligkeiten oder Entwicklungsbeeinträchtigungen sind Hürden, die teilweise bereits im Kleinkindalter bewältigt werden müssen. Doch wer kümmert sich um die Kinder, wenn die Eltern einem Beruf nachgehen müssen? Sarah Sauer, Studentin der Pädagogik, berichtet von ihrem Praktikum in einer heilpädagogischen Kindertagesstätte in Koblenz. Wie kamen Sie auf die Idee, Ihr Praktikum in einem heilpädagogischen Kindergarten zu absolvieren? Ich war auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Schon zu Schulzeiten habe ich an einem Projekt mit Jugendlichen an einer Förderschule teilgenommen. Sehr schnell wurde mir bewusst, dass der Umgang mit beeinträchtigten Menschen eine schwierige, aber sehr interessante Aufgabe ist. Um herauszufinden, welche neuen Hürden die Arbeit mit behinderten Kindern mit sich bringt, entschied ich mich für ein Praktikum in einer heilpädagogischen Kindertagesstätte. Was ist eine heilpädagogische Kindertagesstätte? Und was unterscheidet sie von einer normalen Kita? Eine heilpädagogischer Einrichtung ist auf die Frühförderung behinderter oder von Behinderung bedrohter Kinder ausgerichtet. In meiner Einrichtung gab es beispielsweise geistig und seelisch behinderte Kinder und Kinder, die in ihrer Entwicklung stark beeinträchtigt sind. Sie müssen aufgrund ihres Verhaltens in …

Tara Mona Malik hat erfolgreich ihre Bäckermeister-Ausbildung absolviert. Doch jetzt hat sie größere Ziele und studiert Pädagogik am Campus Koblenz. Foto: Teresa Schardt

Erfolg hat drei Buchstaben: TUN

Nach der Schule stehen viele Menschen vor der Frage: Ausbildung oder Studium? Manchmal entscheidet man sich für etwas und merkt anschließend, dass der andere Weg vielleicht doch der bessere gewesen wäre. Tara Mona Malik absolvierte nach ihrem Realschulabschluss eine Lehre zur Bäckerin. Obwohl ihr die Ausbildung Spaß machte, hatte sie das große Ziel, zu studieren. Parallel zu ihrer Meisterprüfung holte die 24-Jährige ihr Abitur nach und studiert heute Pädagogik am Campus Koblenz. Sie haben den besten Meisterbrief Ihres Jahrgangs geschafft. Und jetzt noch ein Studium obendrauf. Hut ab! Woher nimmt man soviel Motivation? Ohne Abi studieren?Klar, das geht! Informationen und einen Wegweiser zum Studieren ohne Abitur finden Sie auf den Seiten von Ressourcen². Ich wollte mir beweisen, dass ich meine Ziele erreichen kann. Und ich möchte später meinen Kindern ein Vorbild sein. Also führte ich mir immer wieder vor Augen, dass ich mehr erreichen möchte. Außerdem ist mein Ziel, die aktuelle Bildungssituation zu verbessern. Viel zu wenige der Berufschullehrer sind gelernte Bäckermeister. Zu meiner Lehrlingszeit wurde unsere Klasse öfter von zu wenig Personal aus der …