Autor: Nina Seel

Feldarbeit am Altrhein: Landauer Forscher während der Etablierung eines Feldversuchs im Rahmen des Forschungsprojektes Moscofee. Fotos: Dr. Carsten Brühl

Schnakenbekämpfung: Landauer forschen zu BTI-Alternativen

Warmes, feuchtes Klima sorgt für die massenhafte Vermehrung von Stechmücken in den Rheinauen. Um Anwohner vor dem stechenden Plagegeist zu schützen, wird seit 30 Jahren das Instektenbekämpfungsmittel BTI in der Region Rheinpfalz versprüht. Ob das Konsequenzen für Mensch und Umwelt hat, untersucht Dr. Carsten Brühl gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern am Campus Landau im Rahmen des Projekts Moscofee. Stechmücken tun uns Menschen wenig Gutes. Sie verursachen juckende Stiche und stören gemütliche Grillabende unter freiem Himmel. Um der starken Vermehrung der Insekten entgegenzuwirken, gründete sich in den 1970er Jahren der Verein Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) und begann, das Bekämpfungsmittel BTI gegen die Larven einzusetzen. BTI (Bacillus thuringiensis israelensis) ist ein für die Mücken tödlicher Eiweißstoff. Das Biozidprodukt in Form eines Eisgranulats wurde hier in der Region entwickelt und das Modell der großflächigen Schnakenbekämpfung wird weltweit exportiert. Laut Informationen von KABS hat BTI für Mensch und Umwelt keinerlei negative Konsequenzen, da es sich um einen biologischen Wirkstoff handelt. “Wissenschaftlich gesichert ist das jedoch nicht”, weiß der Landauer Ökotoxikologe Brühl. Im Rahmen des Forschungsschwerpunktes AufLand untersuchen …

Jeder von uns hat seine ganz individuelle Identität. Aus evolutionspsychologischen Gründen möchten Menschen aber auch gern Teil einer Gruppe sein. Werden wir ausgeschlossen, kann uns das sehr weh tun Foto: Colourbox.de

Wir Menschen: Unikat und Herdentier

Das Wir-Gefühl liegt im Trend. Wir sind Weltmeister, wir waren Papst, wir sind für oder gegen eine politische Entscheidung. Fußball-WM und Demonstrationen haben eines gemeinsam: Menschen entwickeln eine gemeinschaftliche Euphorie im Kontext eines bestimmten Themas. Prof. Dr. Melanie Steffens, Leiterin der Arbeitseinheit Sozial- Umwelt- und Wirtschaftspsychologie, erklärt im Interview, warum wir uns so stark mit Gruppen identifizieren. Wie entwickeln wir Menschen unsere Identität? Wir haben eine individuelle Identität, bestehend aus Eigenschaften, die unsere Persönlichkeit ausmachen, und Merkmalen, die nur uns selbst betreffen. Darüber hinaus entwickeln wir eine soziale Identität im Kontakt mit anderen Menschen. Zum einen gehören wir angeborenen sozialen Kategorien wie den unterschiedlichen Geschlechtern an. Zum anderen gibt es Normen, die wir im Umgang mit anderen Menschen erlernen. Evolutionspsychologen würden sagen: Wir haben unterschiedliche Bedürfnisse. Dazu gehört das Bedürfnis nach Sicherheit: In der Gruppe haben wir Überlebensvorteile und fühlen uns deshalb sicherer. Unsere gesamte Kultur ist daher auf Gruppen ausgelegt. In Familien, Freundeskreisen, Arbeitsgruppen, Vereinen und andere Organisationen – überall leben wir mit anderen Menschen zusammen und entwickeln anhand verschiedener Gruppennormen unsere soziale Identität. …

Heute schreibt Campus-Reporterin Nina Seel.

Date mit dem inneren Schweinehund

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute erzählt Nina Seel von ihrem neuen Hobby, von dem sie nie geglaubt hätte, dass es jemals eins werden würde.  Status Juli: Null Kondition Joggen gehen ist blöd. Leute, die einfach mal so eine Runde laufen gehen, sind total nervig. So jedenfalls meine Auffassung bis zu diesem Sommer. Woher nehmen die bitte aus dem Nichts diese Kondition? Und noch dazu diese Begeisterung für eine völlig anstrengende Sache? Gefühlt war ich der einzige Mensch, für den es ein großes Rätsel war, wie Menschen es schaffen, einfach so drauf los zu laufen. Ich fragte mich ernsthaft: Wie geht das? Und wollte es herausfinden. Seit Beginn meines Studiums habe ich mich jedoch in eine Couchpotatoe verwandelt. Ich habe zwar kein Auto, fahre Fahrrad und bin zu Fuß in der Stadt unterwegs. Aber Landau ist klein und als Sport würde ich das nicht bezeichnen. Fitnessstudios habe ich hinter mir gelassen und im kalten Winter zum Unisport… Meine Kondition ging also gegen Null. Status …

Der Forschungsroboter Roboy ist das Herzstück der Studie. Der Einsatz von Robotern zu psychologischen Forschungszwecken ist noch immer eine Besonderheit. Foto: Martina Mara

Roboter und künstliche Intelligenz: Unheimliche Faszination

Die Zukunft der Menschheit liegt in der Robotik. Schon jetzt nehmen uns computergesteuerte Maschinen Arbeit ab und intelligente Systeme erleichtern den Alltag. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen: Markus Appel, Professor für Medienpsychologie am Campus Landau, untersucht, wie Menschen Roboter wahrnehmen und ob sie humanoide Roboter als helfende Hand akzeptieren oder ablehnen. Obwohl sie aus Plastik, Metall und Drähten zusammengebaute Maschinen sind, sind sie offenbar clever und können Dinge, die Menschen auch tun. Sie führen mechanische Bewegungen aus und erledigen kleine Aufgaben. Kannte man Roboter einst nur aus Film und Fernsehen, sollen sie in naher Zukunft Teil unseres Alltags werden, zum Beispiel als Haushaltsassistenten oder in Krankenhäusern und im Pflegebereich. Für uns Menschen ist die künstliche Intelligenz der Roboter faszinierend und unheimlich zugleich: “Wir begeistern uns für Außergewöhnliches und für Dinge jenseits des Menschseins. Wir mögen Horrorfilme, Krimis und im Allgemeinen Dinge, die außerhalb des alltäglichen Lebens geschehen. Zombies und andere Halbwesen üben eine gruselige Faszination auf uns aus”, erklärt der Landauer Medienpsychologe Prof. Dr. Markus Appel. Grund dafür ist, dass uns diese Kreaturen einerseits ähneln, sich andererseits …

Torben Furkert zog für sein Masterstudium von Hamburg in die Pfalz. Foto: Lisa Leyerer

Master SoKo: Kommunikation in allen Facetten

Wer mehr über Kommunikation, PR und Medien erfahren will, der sollte sich den Master Sozial- und Kommunikationswissenschaften am Campus Landau genauer anschauen. Auch Torben Furkert hat sich nach einem Bachelor in Politikwissenschaft für diese Fächerkombination entschieden. Für den 26-Jährigen gehören Politik und Kommunikation untrennbar zusammen. Die Serie: Abiturienten stehen viele Möglichkeiten offen. Studieren oder eine Ausbildung beginnen, Uni oder FH? Und welches Fach ist für mich das Richtige? In unserer Serie „Was studieren“ stellen Studierende der Universität Koblenz-Landau ihren Studiengang vor. Woher kommt Ihre Begeisterung für das Fach Sozial- und Kommunikationswissenschaften? Der besondere Reiz liegt für mich im Bereich der Kommunikationswissenschaften. Ich habe zwar Politikwissenschaft im Bachelor studiert, hatte aber während meines Praktikums in einer PR-Agentur mehr mit der Kommunikation zu tun. Mit ihr wollte ich mich noch intensiver in der Theorie beschäftigen. Schließlich haben wir es tagtäglich und in allen Lebenslagen mit Kommunikation zu tun. Warum haben Sie sich für Landau entschieden? Nach meinem Studium in Hamburg wollte ich einen Standortwechsel. Dass es Landau geworden ist, lag vor allem an der Paarung von Sozial- und Kommunikationswissenschaften. …

Die Insel bietet Hunderte solcher kleinen Buchten, zu denen man teilweise nur mit Booten gelangen kann. Aber auch ein Blick von oben lohnt sich. Fotos: Seel

Urlaubsgefühle

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute schwärmt Nina Seel von ihrem Sommerurlaub auf Mallorca, der so ganz anders war als das Klischee von “Malle” es vermuten lässt. Willkommen im Wintersemester. Zurück in der harten Realität des Studi-Alltags bleibt nur die Erinnerung an wärmere Tage und das wohlige Gefühl, im Urlaub wieder richtig aufgetankt zu haben. Dieser Sommer bescherte mir einen besonders schönen Inselurlaub im “17. Bundesland der Deutschen”, das in diesem Jahr einmal mehr das Reiseziel Nummer eins für Millionen von Touris war. Mehr als nur Malle “Party, Palmen, Weiber und ‘n Bier” – solche oder ähnliche Melodien mit den dazu passenden Bildern hat man im Kopf, wenn man an Mallorca denkt. Sangria-Gelage am überlaufenen Strand des Ballermann 6, Jürgen Drews und andere Schlagersternchen und Junggesellenabschiede, so weit das Auge reicht. Ich konnte die größte der Balearen-Inseln aber von einer ganz anderen Seite kennenlernen und durfte feststellen: Mallorca kann viel mehr. Da Flugzeuge und ich wohl nie die besten Freunde werden, galt für mich …

Leonie Werner aus Sigmaringendorf und Lenz Sulzer aus Stuttgart haben sich für ein Studium der Umweltwissenschaften am Campus Landau entschieden. Foto: Lisa Leyerer

Umweltwissenschaften: Nicht nur was für „Ökos“

Leonie Werner und Lenz Sulzer studieren im vierten Bachelor-Semester Umweltwissenschaften am Campus Landau. Ihnen liegen Umwelt und Natur am Herzen. Damit beide später im Beruf zum Umweltschutz beitragen können, lernen sie im Studium in einer Mischung aus Theorie und Praxis, wie Ökosysteme funktionieren und was wir Menschen dafür tun können, um diese im Gleichgewicht zu halten. Die Serie: Abiturienten stehen viele Möglichkeiten offen. Studieren oder eine Ausbildung beginnen, Uni oder FH? Und welches Fach ist für mich das Richtige? In unserer Serie „Was studieren“ stellen Studierende der Universität Koblenz-Landau ihren Studiengang vor. Woher kommt Ihre Begeisterung für das Fach Umweltwissenschaften? Sulzer: Da kommen verschiedene Dinge zusammen. Natürlich haben wir ein grundsätzliches Interesse am Thema Umwelt. Unsere Naturverbundenheit findet sich in diesem Studienfach in vielen Facetten wieder. Werner: Es ist toll, dass man die Umwelt aus vielen unterschiedlichen Perspektiven betrachten kann. Ich persönlich begeistere mich für Biochemie. Abgesehen davon interessiert mich aber besonders das Rundum-Paket, also das Gesamtwissen, das im Fach Umweltwissenschaften vermittelt wird. Warum haben Sie sich für Landau entschieden? Sulzer: Ich habe viele Bewerbungen an Unis …

Der passionierte Mountainbiker Michael Fliehmann in seinem Element. Fotos: Privat

Ein Tag mit Michael Fliehmann

Wie schafft man es, Familie, Studium und Freizeit unter einen Hut zu kriegen? Der gebürtige Landauer Michael Fliehmann ist 36 Jahre alt, Vollzeitpapa und Teilzeitstudent und liebt es, mit seinem Mountainbike den Pfälzerwald unsicher zu machen. In unserer neuen Serie Ein Tag mit… gibt er uns Einblick in sein vollgepacktes Leben und zeigt, das gute Organisation alles ist. Die Serie: Unileben live und in Farbe. Studierende und Mitarbeiter der Universität Koblenz-Landau geben einen Einblick in ihren persönlichen Alltag. Individuell und authentisch zeigen sie, was sie beschäftigt, womit sie am liebsten ihre Zeit verbringen und verraten, wo ihre Lieblingsorte sind. Als gelernter Industrie-Elektroniker stellte Michael Fliehmann schon kurz nach der Ausbildung fest, dass er lieber mit Menschen als mit Maschinen arbeitet. Er kündigte seinen Job und holte das Abi nach. Als das geschafft war, begann er ein Lehramtsstudium in den Fächern Englisch, Philosophie und Ethik an der Universität Mainz. Nach einigen Jahren des Pendelns kehrte er für den Master of Education zurück in seine Heimat Landau. Fliehmann ist seit einem Jahr verheiratet, hat eine kleine Tochter und einen Sohn im Säuglingsalter. Als …

Für den einen ist Fliegen der Start in eine entspannte Urlaubszeit, für andere der blanke Horror. Campus-Reporterin Nina Seel schreibt in der aktuellen Kolumne über ihre Flugangst. Foto: Colourbox.de

Kolumne: Sommer, Sonne, Angst vorm Fliegen

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Kurz vor den Semesterferien berichtet Nina Seel über ihre Hassliebe zu Flugzeugen und ihr ganz persönliches Flug-Erleben. Die EM ist gespielt, alle Referate sind gehalten. Nur ein paar letzte Prüfungen trennen uns noch von den wohlverdienten Semesterferien. So heißt es auch für mich bald “Ab in den Urlaub”. Nach einigen Jahren Pause steige ich in ein paar Wochen zum ersten Mal wieder in einen Flieger Richtung Meer. Flugzeuge üben schon immer eine unglaubliche Faszination auf mich aus. Dass diese großen, schweren Vögel sich so leicht durch die Lüfte bewegen und Millionen Menschen auf der Welt miteinander verbinden, betrachte ich als eine der großartigsten Erfindungen unserer Zeit. Trotzdem fühle ich mich während eines Fluges Technik, Natur und Menschenverstand ausgeliefert. Ich stelle mich einer Situation, in der ich völlig die Kontrolle abgebe. Die Angst mag unbegründet und irrational sein, dennoch ergibt sich aus Platzangst, Höhenangst und Angst vor einem Absturz eine ganz wilde Mischung. Natürlich weiß ich, dass das Flugzeug laut …

„Ich selbst fliege auch nicht besonders gerne, habe aber die Erfahrung gemacht, dass vor allem Langstrecken für mich schwierig sind. Eine ehemalige Kommilitonin von mir ist Flugbegleiterin und hat mich mal in ein Cockpit mitgenommen. Wenn man sieht, wie routiniert die Abläufe dort sind, gewinnt man schnell Vertrauen und stellt fest, dass es sich um einen ganz normalen Job handelt. Wissen hilft also", erklärt Dr. Jens Haider. Fotos: Lisa Leyerer

Die Angst fliegt mit: Psychotherapeut Jens Heider im Interview

Etwa 15 Prozent der Deutschen leiden unter Flugangst. Von leichtem Unwohlsein an Bord eines Flugzeugs bis hin zu Panikattacken aus Angst vor einem Absturz gibt es vielerlei Gründe, die Menschen davon abhalten, in einen Flieger zu steigen. Die Angst, die in der Fachsprache Aviophobie heißt, kann therapiert werden. Dr. Jens Heider, psychologischer Psychotherapeut und Leiter der Psychotherapeutischen Universitätsambulanz am Standort Landau, erklärt, wie Flugangst entsteht und gibt Tipps, wie man mit ihr umgehen kann. Erst einmal ganz grundlegend gefragt: Warum haben Menschen Angst? Angst ist ein ganz allgemeines Phänomen. Wir brauchen dieses Gefühl zur Regulation unseres menschlichen Lebens. Sie dient der Vermeidung unangenehmer und gefährlicher Situtationen. Ohne Angst wären wir vermutlich morgen tot, weil wir einfach ohne zu gucken über die Straße laufen würden. Ängste können biologisch, psychisch oder sozial bedingt sein, sind also entweder genetisch verankert oder basieren auf einer traumatischen Erfahrung. Wenn Angst zur ernsthaften psychischen Erkrankung wird, dann spricht man von einer Phobie. Was ist der Unterschied zwischen Angst und Phobie? Für eine Phobie braucht man ein konkretes Objekt, auf das man …