Autor: Nina Seel

Heute schreibt Campus-Reporterin Nina Seel.

Zwischen Herz und Verstand

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute fragt sich Nina Seel, ob sie bei Entscheidungen eher Kopf- oder Bauchmensch ist. Täglich treffen wir tausende Entscheidungen. Die allermeisten fällen wir intuitiv, ohne bewusst darüber nachzudenken. Zum Glück, sonst wären wir 24 Stunden am Tag ausschließlich mit Entscheiden beschäftigt. Ständig haben wir die Qual der Wahl: Wann stehe ich auf, was ziehe ich an, nehme ich die Treppen oder den Aufzug, fahre ich mit dem Rad oder mit dem Bus, kaufe ich die grünen oder die roten Äpfel. Beeinflusst werden wir dabei von Hormonen, Werbetricks, unserem persönlichen Umfeld und von spontanen Gefühlen. In den meisten Fällen schützt uns die Routine vor unnötig langwierigen Entscheidungsprozessen und wir können nicht viel falsch machen. Die Farbe des Apfels hat schließlich keine weitreichenden Konsequenzen für unser Leben. Ratio gegen Emotion Aber was tun, wenn es um die wirklich wichtigen Dinge geht? Wenn wir Entscheidungen treffen müssen, die unser Leben für Jahre beeinflussen, die unsere Beziehungen, unsere Gesundheit oder unseren Wohnort betreffen? …

Ein eigens kreiertes Logo in Wabenform ziert die Produkte von Imkerglück. Die Beutel werden in der Imkerei befüllt, verschweißt und von Hand etikettiert. Fotos: Philipp Sittinger

Imkerglück: Den Honig im Blut

Fließendes Gold, Cremige Perle und Edler Bernstein – so heißen die Honigsorten von Imkerglück. Nicht nur Name und Geschmack des Honigs überzeugen, sondern auch die smarte Verpackung: Honig aus dem Beutel. Dahinter steckt ein innovatives Konzept, mit dem Lisa Hoffmann und ihr Freund Fabian Rink den Verkauf der Produkte aus der Familienimkerei nachhaltiger gestalten wollen. Ihre Leidenschaft für die Bienen wurde Lisa Hoffmann in die Wiege gelegt: Seit über 30 Jahren imkert ihr Vater in Klingenmünster und verkauft seinen Honig in der Region um die Südliche Weinstraße. Der Verkauf läuft gut, der selbstgemachte Honig erfreut sich großer Beliebtheit. Einziges Problem: Die Touristen nehmen ein Glas aus der Pfalz mit nach Hause, der Kauf von Nachschub gestaltet sich jedoch schwierig, denn der Versand der Honiggläser ist teuer und aufwendig. Während Hoffmann und ihr Freund Fabian Rink den Vater dabei unterstützen, zusätzlich zum regionalen Verkauf einen Online-Shop einzurichten, kommt ihnen im April 2017 eine Idee, wie sie den Versand für Kunden und Imkerei günstiger gestalten können: Der Honig soll in Beuteln verschickt werden. Im August vergangenen Jahres …

Prof. Dr. Matthias Bahr und Christine Schowalter wollen mit dem Projekt Menschenrechtsbildung das Thema Menschenrechte im Uni-Alltag präsent machen und angehenden Lehrern Zusatzqualifikationen vermitteln. Foto: Philipp Sittinger

Projekt Menschenrechtsbildung: Gleiches Recht für alle?

Die Menschenrechte sind seit 70 Jahren in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UNO verankert. Das aktuelle Weltgeschehen wirft jedoch immer stärker die Frage auf, ob und wie sie umgesetzt werden. Das Projekt Menschenrechtsbildung am Campus Landau sensibilisiert Lehramtsstudierende für das Thema. Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren, so steht es in Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Wir haben Rechte, die wir aufgrund unseres bloßen Menschseins für uns in Anspruch nehmen dürfen. Wir sind alle gleich, sagt das Prinzip der Egalität. Das heißt, unabhängig davon, welche Herkunft und Religion wir haben, besitzen wir den Anspruch, unsere Rechte gegenüber Staaten und Regierungen durchzusetzen. Wenn Medien täglich von Krieg und Gewalttaten berichten, kann man jedoch den Eindruck gewinnen, dass die Menschenrechte an vielen Orten in der Welt keine Bedeutung mehr haben. „Zwar wurden sie 1948 von den Vereinten Nationen unterzeichnet, jedoch sind sie noch heute keine Selbstverständlichkeit“, berichtet Christine Schowalter, Koordinatorin des Projekts Menschenrechtsbildung. „Gerade weil sie immer wieder infrage gestellt und verletzt werden, ist es so wichtig, über sie …

Christian Dietze hat Informatik in Koblenz studiert und arbeitet heute für ein Tochterunternehmen der Telekom in Abu Dhabi. Im Interview erzählt er von seinem Weg in die Unternehmensberatung. Foto: Privat

Auf den Spuren von… Christian Dietze, Partner bei Detecon in Abu Dhabi

Arbeiten, wo andere Urlaub machen: Christian Dietze stieg nach seinem Abschluss als Diplom-Informatiker am Campus Koblenz zunächst als Trainee bei der Deutschen Telekom ein. 16 Jahre später sitzt der 41-Jährige in seinem Büro in Abu Dhabi und koordiniert Telekommunikationsprojekte für die Telekom-Tochterfirma Detecon International.  Sie sind Partner bei der Detecon International GmbH: Wie sind Sie an den Job gekommen? Bei der Deutschen Telekom fing alles an. Nach meinem Abschluss in Informatik habe ich dort für 15 Monate an einem internationalen Führungs-Nachwuchsprogramm teilgenommen. In dieser Zeit habe ich viele verschiedene Unternehmensbereiche in Deutschland und im Ausland kennengelernt. Ich war in Bonn angestellt, hatte aber zum Beispiel eine dreimonatige Station bei T-Mobile in London. Im Anschluss an das Traineeprogramm konnte ich im Konzern bleiben und hatte in meinen Arbeitsbereichen immer einen starken Bezug zu den Themen Prozessmanagement und IT. Vor zehn Jahren habe ich dann bei der Firma Detecon angefangen – das steht für Deutsche Telekom Consulting. Als Unternehmensberatung der Telekom beraten wir sowohl unseren Mutterkonzern als auch Automobilunternehmen wie BMW, Porsche und Audi, aber auch Banken, …

Elena Bock ist rundum zufrieden mit ihrem Studium. An der sonderpädagogischen Arbeit begeistert sie besonders der Gedanke, jedem Kind einen möglichst erfüllten und erfüllenden Schulalltag zu bereiten. Foto: Philipp Sittinger

Förderschullehramt: Die Kinder im Blick

Elena Bock hat auf Umwegen den perfekten Studiengang für sich gefunden: Die 22-Jährige studiert im ersten Semester in Karlsruhe, als sie merkt, dass ihr Herz für Kinder mit besonderem Förderbedarf schlägt. Bock zögert nicht lange und schreibt sich am Campus Landau für das Förderschullehramt ein. Heute ist sie im sechsten Semester – und hat den Wechsel nicht bereut. Die Serie: Abiturienten stehen viele Möglichkeiten offen. Studieren oder eine Ausbildung beginnen, Uni oder FH? Und welches Fach ist für mich das Richtige? In unserer Serie “Was studieren?” stellen Studierende der Universität Koblenz-Landau ihren Studiengang vor.  Woher kommt Ihre Begeisterung für das Förderschullehramt? Bevor ich nach Landau kam, habe ich in Karlsruhe Pädagogik der frühen Kindheit studiert und im Rahmen dessen schon im ersten Semester ein Praktikum in einem heilpädagogischen Hort gemacht. Dort habe ich festgestellt, dass mir der Bereich der Heil- und Sonderpädagogik und die Arbeit mit verhaltensauffälligen Kindern sehr gut gefällt. Also habe ich beschlossen, mein Studium in Karlsruhe nach dem ersten Semester abzubrechen. Danach habe ich drei Monate als Schulbegleitung für ein Kind mit Autismus-Spektrum-Störung gearbeitet. Das Mädchen …

Heute schreibt Campus-Reporterin Nina Seel.

Besser leben?!

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute sinniert Nina Seel über mögliche Lebensentwürfe für Mittzwanziger und überlegt, wie Ratgeber das Leben bereichern können. „Ich glaube, ich bin jetzt in dem Alter, in dem man anfängt, Ratgeber zu lesen“, hörte ich mich neulich sagen. Klingt altmodisch? Ich meine nicht diese Art von Büchern, die einem näher bringen, wie man Kinder antiautoritär großzieht, Teenagern durch die Pubertät hilft oder seine Ehe vor dem öden Alltag rettet. Mit diesen Themen kann ich mir glücklicherweise noch ein paar Jahre Zeit lassen. Aber durch den aktuellen Trend der Selbstoptimierung und Achtsamkeit kam ich gar nicht daran vorbei, einmal zu überlegen: Was könnte ich ein bisschen besser machen? Instagram zum Beispiel versorgt mich täglich mit einer großen Dosis Inspiration zu allen Lebensbereichen. Ob Selbstliebe, Nachhaltigkeit oder Life-Coaching, jeden Tag werde ich mit der Frage konfrontiert: Wer bin ich und wer will ich sein? Mich selbst kennenlernen Diverse Wehwehchen in den vergangenen Monaten gaben mir einen Anstoß, mich damit zu beschäftigen, was Gesundheit …

Katharina Bitzer (li.) und Dr. Stephanie Schuler haben gemeinsam ein Konzept für PriMa Lernwerkstatt entwickelt und einen Ort geschaffen, an dem Mathematik auf vielfältige Weise erlebt und praktiziert werden kann. Foto: Philipp Sittinger

PriMa Lernwerkstatt: Studierende im Materialparadies

Legosteine, Holzperlen, eine 360-Grad-Kamera, Schränke voller Gesellschaftsspiele und Bücher: In der PriMa Lernwerkstatt im Landauer Westring können Studierende für das Lehramt an Grund- und Förderschule mit den verschiedensten Lernmaterialien ihr mathematisches Theoriewissen in die Praxis umsetzen und in Projekten das Lehrersein üben. “Die Lernwerkstatt für die Primarstufe Mathematik ist das Zentrum für praktischen Austausch und didaktisches Ausprobieren im Bereich der Grundschulmathematik”, berichtet Katharina Bitzer. Sie ist seit Oktober 2017 wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Lernwerkstatt und kommt als erfahrene Lehrerin selbst aus der Praxis. Die  31-Jährige weiß, wie wichtig es für die Studierenden ist, sich gut auf den Lehreralltag vorzubereiten und welcher Förderbedarf für die Matheschüler besteht. Diesem Bedarf möchte das Team um Dr. Stephanie Schuler, Professorin für Grundschulmathematik, mit der Lernwerkstatt begegnen. Schuler brachte die Idee vor zwei Jahren in ihrem Berufungsverfahren mit an den Campus Landau. Gemeinsam mit Bitzer entwickelte sie in den vergangenen Monaten ein Konzept für die neue Lernwerkstatt, die zur Arbeitsgemeinschaft Didaktik der Grundschulmathematik gehört. In den ehemaligen Räumlichkeiten des Hochschulprüfungamtes im Westring wurde eine Möglichkeit geschaffen, die Theorie des Studiums mit der …

Heute schreibt Campus-Reporterin Nina Seel.

Helau und Alaaf

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute fragt sich Nina Seel, wer eigentlich die fünfte Jahreszeit erfunden hat und warum wir uns zu Fasching, Fastnacht und Karneval verkleiden und mit Konfetti bewerfen. Es ist soweit, die Jecken und Narren sind los. In vielen Regionen Deutschlands wird wieder Fasching, Fastnacht oder Karneval gefeiert, wahlweise auch Fasnet oder Fastelovend. Die Herkunft des Namens liegt nah, wie ich bei meiner Begriffsrecherche herausfand: Er geht auf das althochdeutsche fasta wie Fastenzeit und naht wie Nacht oder Vorabend zurück, die Tage vor Beginn der Reinigung und Läuterung. Der Begriff Fasching reiht sich ein und meint den Fastenschank – den letzten Ausschank von Alkohol am Vorabend der Fastenzeit. Der Karneval hat seinen Ursprung im lateinischen carne levare – Fleisch wegnehmen, da in der Zeit des Fastens auch darauf verzichtet werden sollte. Es ist ein rituelles Fest, kulturell und religiös in vielen Regionen der Welt verankert. Vorläufer davon wurden schon vor 5000 Jahren in Mesopotamien gefeiert, die Ägypter und die Griechen zelebrierten …

Klara Ventz arbeitet ehrenamtlich im Landauer Café Asyl und engagiert sich in der Flüchtlingshilfe. Foto: Philipp Sittinger

Für ein Miteinander im Café Asyl

Klara Ventz liebt ihr Ehrenamt. Seit vier Jahren engagiert sie sich im Café Asyl, einem Begegnungstreff für Geflüchtete in Landau. Der Mix aus verschiedensten Kulturen, Religionen und Persönlichkeiten hat ihr gezeigt, was Respekt und Toleranz bedeuten. Wer sind Sie? Mein Name ist Klara Ventz, ich bin 23 Jahre alt und studiere im zweiten Mastersemester Lehramt Sonderpädagogik mit dem Schwerpunkt Sozialemotionale Entwicklung. Ich komme aus dem Ruhrgebiet, bin aber seit 2013 in Landau und habe meinen Bachelor auch hier gemacht. Welches Ehrenamt üben Sie aus? Ich engagiere mich im Café Asyl. Die Initiative wurde 2014 gegründet, weil immer mehr Menschen mit Fluchthintergrund nach Landau kamen und es keine adäquate Anlaufstelle gab, um sich in ungezwungener Atmosphäre zu treffen. Seitdem haben wir ehrenamtlichen Mitarbeiter das Konzept immer wieder anhand der Bedarfe der Geflüchteten weiterentwickelt. Seit 2017 sind wir ein eingetragener Verein. Was ist das Besondere am Café Asyl? Unser Konzept basiert auf vier Säulen: Wir haben den Begegnungstreff als Kontaktstelle, um sich mit anderen Menschen zu treffen. Hier kann jeder hinkommen, egal welchen Alters und welcher Herkunft. Meist sind wir etwa 50 Leute. Es sind sowohl Geflüchtete aus …

Die Gilat-Forschungsstation in Südisrael: Das Foto zeigt eine charakteristische Anbauweise, um eine mechanische Olivenernte zu ermöglichen. Foto: Markus Kurtz

Umweltschädliches Abwasser: Landauer forschen in Israels Olivenhainen

Olivenöl gehört zur Grundausstattung fast jeder Küche. Wie schädlich jedoch das Abwasser sein kann, das bei der Herstellung des Öls entsteht, hat eine Gruppe von Wissenschaftlern um Professorin Gabriele Schaumann vom Institut für Umweltwissenschaften am Campus Landau im Projekt Trilat–Oliveoil untersucht. Doktorand Markus Kurtz berichtet von der trilateralen Zusammenarbeit mit israelischen und palästinensischen Forschern und erklärt, wie das Olivenölabwasser für die Olivenhaine Israels unschädlich und nutzbar gemacht werden kann. Die Auswahl an Olivenölen aus unterschiedlichen Regionen der Welt ist groß. In Israel und den palästinensischen Gebieten liegt die Bewirtschaftung von Olivenhainen fast ausschließlich in familiärer Hand. Sowohl in der trockenen Vegetation im Süden des Landes als auch im bergigen Felsland im Westjordanland wachsen die Sträucher mit den beliebten Früchten. Das Abwasser, das bei der Produktion des Öls entsteht, stellt für die Bauern jedoch eine große Herausforderung dar. Mangels fehlender Infrastruktur für eine umweltgerechte Entsorgung wird es häufig in schädlich großen Mengen auf den Feldern ausgebracht oder illegal in Flüsse eingeleitet. Die Arbeitsgruppe Umwelt- und Bodenchemie der Universität Koblenz-Landau hat sich dieser Problematik angenommen und im …