Autor: Lisa Leyerer

Heute schreibt Campus-Reporterin Lisa Leyerer. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Eine große Portion Erfahrungen

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute erzählt Lisa Leyerer von ihrer Zeit beim Uniblog und ihren persönlichen Erfahrungen. Vier Jahre, elf Videos, 28 Artikel und ziemlich genau 3446 Fotos – das war meine Zeit beim Uniblog. Das Studium und somit auch meine Tätigkeit als Uniblog-Reporterin geht langsam zu Ende. Zeit, sich an die Momente zu erinnern, die mich für mein Leben geprägt haben. Willkommener Gast Professoren, Promovierende, Alumni, Studierende – ich hatte sie alle vor meiner Linse. Fast 3500 Mal habe ich den großen runden Auslöser-Knopf auf der Kamera gedrückt mit einem Ziel: die Schokoladenseite zu finden. Für die einen oder anderen gehörte eine große Portion Mut dazu, sich von mir ablichten oder sogar filmen zu lassen. Um ehrlich zu sein, war es auch für mich immer wieder spannend und aufregend, das perfekte Bild oder die beste Videosequenz zu bekommen. Doch wissen Sie, was das Spannendste beim Fotografieren war? Die Personen hinter der Kamera, die interessanten Gespräche über Religion, Flugangst oder Nanopartikel und vor …

Heidemarie Komor hat sich mit ihrem Schrebergarten einen Traum erfüllt. Fotos: Lisa Leyerer

Das Summen im Schrebergarten

Sommer, Sonne, Schrebergarten – für Heidemarie Komor ist das die schönste Zeit im Jahr. Die Alumni-Referentin der Universität Koblenz-Landau hat sich am Rande der Stadt ihr kleines Paradies eingerichtet. Neben Obst und Gemüse bewirtschaftet sie im Garten und im benachbarten Naturschutzgebiet Am Ebenberg auch mehrere Bienenvölker. Uniblog-Reporterin Lisa Leyerer hat die Hobbygärtnerin in ihrem Schrebergarten besucht und mit ihr über das Imkern und die Liebe zur Natur gesprochen. Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein: In Nummer 21 der Kleingärten am Ebenberg wird fleißig gewerkelt. Mit einem großen Rechen lockert Heidemarie Komor die Erde auf und bereitet eine neue Bepflanzung vor. Zwischen bunten Blumen und Sträuchern wachsen Tomaten, Schnittlauch und Kürbisse. Im Rahmen der Landesgartenschau wurde der Kleingartenverein Am Ebenberg 2013 gegründet. Komor überlegte nicht lange und mietete eine von 33 Parzellen: “Ich wollte schon immer einen Garten haben. Normalerweise muss man einen Schrebergarten von jemand anderem übernehmen, aber hier bekam ich nackte Erde und Platz für meine eigenen Ideen. So trägt alles meine Handschrift.” Jeden Tag fährt Komor mit ihrem Fahrrad zum Garten und genießt dort …

Madeleine Becker und Erhan Ayan haben sich im Rahmen von Take.IN fit für die Zukunft gemacht und ihre Kompetenzen im Bereich Integration erweitert. Fotos: Lisa Leyerer

Take.IN: Botschafter der Vielfalt

Für manche Studierende ist der Start an der Universität schwieriger als für andere – zum Beispiel, wenn sie einen Migrationshintergrund haben oder als erste in ihrer Familie studieren. Damit sich Betroffene schneller im universitären Umfeld einleben können, bündelt das Projekt Take.IN Unterstützungsangebote und schult die integrativen Kompetenzen von Studierenden. Madeleine Becker und Erhan Ayan sind Teilnehmer des Projekts und erzählen von ihrem Schritt aus der Komfortzone. Der Integrationsfokus von Take.IN zielt auf Studierende mit Orientierungsbedarf ab: Erstakademiker, Studierende mit Migrationshintergrund sowie ausländische und beruflich Qualifizierte werden im Rahmen vielfältiger Angebote begleitet. “Wir möchten den Studierenden ein Gefühl von Onboarding auf eine wertschätzende Art und Weise geben”, erklärt Dr. Irene Lamberz. Sie ist Geschäftsführerin des Kompetenzzentrums für Studium und Beruf (KSB), an das Take.IN angegliedert ist. Das Projekt bündelt einzelne Einrichtungen und Angebote der Universität Koblenz-Landau und bietet Studierenden die Möglichkeit, als studentische Begleiter aktiv zu werden. Das Besondere daran: Die Studierenden können wichtige Integrationskompetenzen erwerben und diese in Form von ECTS-Punkten vergüten lassen. Student Advisor und Buddy-Programm Die Ausbildung zum Student Advisor ist in drei …

Dr. Helge Batt, Kathrin Schmidt und Dr. Ina Mittelstädt (hier nicht im Bild) arbeiten in der HDA, die Weiterbildungsmöglichkeiten für Lehrende im Universitätsbetrieb anbietet. Fotos: Lisa Leyerer

Lernen und Lehren: die Hochschuldidaktische Arbeitsstelle

Wie motiviere ich die Studierenden zur aktiven Teilnahme? Und wie gehe ich mit großen Gruppen um? Die Hochschuldidaktische Arbeitsstelle (HDA) am Campus Koblenz und am Campus Landau gibt Lehrenden der Universität hilfreiche Methoden und Kenntnisse an die Hand. Das Ziel: die Lehrarbeit erleichtern und den Lernerfolg der Studierenden optimieren. “Wir betrachten die Hochschuldidaktik aus drei verschiedenen Perspektiven,” erklärt Dr. Helge Batt, Leiter der Hochschuldidaktischen Arbeitsstelle. “Aus Sicht der Lehrenden, aus Sicht der Organisation ‘Universität’ sowie aus Sicht der Studierenden.” Das vielfältige Angebot bietet Lehrenden der Universität Koblenz-Landau die Möglichkeit, ihre Qualifikationen im didaktischen Bereich zu erweitern und ihre Hochschullehre zu professionalisieren. Die Weiterbildung der Mitarbeiter soll sowohl die eigene Persönlichkeitsentwicklung stärken, als auch die Weiterentwicklung der Universität im Sinne einer Lehre auf höchstem Niveau. Durch die Vermittlung von Kompetenzen und Wissen soll die Lehre effektiver, erfolgreicher und nachhaltiger gestaltet und gleichzeitig Stress reduziert werden. “Das macht den Arbeitsalltag spannender und ermöglicht den Studierenden ein attraktives Lernumfeld”, verdeutlicht Batt. Learning by Doing Neben der individuellen Unterstützung durch persönliche Beratung und Coaching bietet die Hochschuldidaktische Arbeitsstelle auch …

Bereits in der Schule wusste Prof. Dr. Werner Sesselmeier was ihn am meisten interessiert: die Wirtschaftswissenschaften. Foto: Lisa Leyerer

Unsere Profs: Werner Sesselmeier

Prof. Dr. Werner Sesselmeier ist vor allem eins: engagiert. Neben seiner Professorenstelle setzt er sich als Prodekan für seinen Fachbereich ein und ist Herausgeber der Zeitschrift Sozialer Fortschritt. Im Interview erzählt der gebürtige Niederbayer, weshalb er sich in Landau pudelwohl fühlt und warum er als Wissenschaftler nicht in einem Elfenbeinturm sitzen möchte. Die Serie: Sie prägen unsere Erinnerungen an das Studium, inspirieren uns für das Berufsleben und sorgen für so manche Anekdote unter Studierenden: unsere Profs. Im Uniblog stellen sich die Professoren der Universität Koblenz-Landau den Fragen der Campus-Reporter, geben Einblick in ihren Forschungs- und Lehralltag und verraten, wie sie selbst als Student waren. Der Professorenberuf ist mit einigen Klischees behaftet: Lange über Büchern brüten, Zerstreutheit, Einsiedlertum, chaotische Tafelbilder… Trifft davon etwas auf Sie zu? Meine Frau würde Ihnen bestätigen, dass meine Zerstreutheit tatsächlich mit den Jahren zugenommen hat. Lange über Büchern zu brüten gehört natürlich zu meinem Job. Ich möchte mein Wissen den Studierenden und der Öffentlichkeit weitergeben. Lesen gehört deswegen zu meinem Berufsalltag, wobei es sich dabei nicht um brüten, sondern eher um …

Alumna Sarah Ochs sammelte schon während des Studiums viel praktische Erfahrung und hatte dadurch keine Probleme beim Berufseinstieg. Foto: Lisa Leyerer

Auf den Spuren von… Pressereferentin Sarah Ochs

Um sich als Unternehmen zu verkaufen braucht es vor allem eins: gute Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Sarah Ochs arbeitet als Presserefentin bei einer Firma für Banken-IT. Die ehemalige Uniblog-Reporterin hat früh damit begonnen, praktische Erfahrungen zu sammeln. Warum genau das für Ihren Job so wichtig ist, erzählt sie im Interview. Sie sind Pressereferentin bei der Fiducia & GAD IT AG: Wie sind Sie an den Job gekommen? Im Laufe meines Studiums hatte ich mich schon zwei Mal bei der Fiducia & GAD beworben. Mein Bruder hat dort seine Ausbildung zum Fachinformatiker gemacht, das Unternehmen hat in Karlsuhe einen sehr guten Ruf und ist einer der größten Arbeitgeber. Während meiner Masterarbeit in einem anderen Unternehmen habe ich mich bereits vier Monate vor Abgabetermin und Vertragslaufende auf die Suche nach möglichen Arbeitgebern gemacht. Bei der Fiducia & GAD war eine damals Stelle in der Unternehmenskommunikation ausgeschrieben. Zwar war die Stelle befristet auf ein Jahr, aber natürlich habe ich mich trotzdem beworben. Im dritten Anlauf hat es dann endlich geklappt, sodass ich am nächsten Werktag nach Abgabe meiner Thesis …

Heute schreibt Campus-Reporterin Lisa Leyerer. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Das Spiel mit dem Feuer

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute erzählt Lisa Leyerer von einer Schwäche, die sie oftmals fast Kopf und Kragen kostet. Um es gleich vorweg zu nehmen – ich bin weder risikoaffin noch spontan. Mein Alltag ist durchstrukturiert, meine Termine im Kalender folgen einer strikten farblichen Ordnung, mein Leben verläuft nach Plan. Klingt langweilig? Wäre es auch, wenn ich da nicht diese eine Schwäche hätte. Strategiewechsel im Gehirn In manchen Momenten wird mein ausgeprägtes Verständnis für rationale Überlegungen auf die Ersatzbank befördert und der Blödsinn in meinem Kopf übernimmt die Spielführung. Meiner Meinung nach sollte jeder ein bisschen verrückt sein. Je mehr wir über uns selbst lachen können, desto schöner ist es doch. Aber ich lehne mich durch diesen Strategiewechsel ganz schön weit aus dem Fenster – und das bei meiner akuten Höhenangst. In den meisten Fällen setze ich dabei nicht nur meine Ehre, sondern sogar mein kleines Studenten-Vermögen aufs Spiel. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Ich gehe mit einem Freund durch die Stadt und vor …

Prof. Dr. Jürgen Maier studierte 1990 bis 1995 studierte Politikwissenschaften an der Universität Bamberg und promovierte zum Thema "Politikverdrossenheit in der Bundesrepublik Deutschland". Heute stellt er sich den Fragen im Uniblog-Interview. Foto: Karin Hiller

Unsere Profs: Jürgen Maier

TV-Duelle, Wahlplakate oder Social Media-Kampagnen – für Prof. Dr. Jürgen Maier wird es besonders interessant, wenn sich Politiker im Wahlkampf befinden. Der Politikwissenschaftler und Familienvater forscht zu Inhalten und Wirkungen von politischer Kommunikation mit besonderem Schwerpunkt auf Wahlkampfkommunikation. Im Interview erzählt er von seinem Traumberuf und seiner Leidenschaft für Fußball. Die Serie: Sie prägen unsere Erinnerungen an das Studium, inspirieren uns für das Berufsleben und sorgen für so manche Anekdote unter Studierenden: unsere Profs. Im Uniblog stellen sich die Professoren der Universität Koblenz-Landau den Fragen der Campus-Reporter, geben Einblick in ihren Forschungs- und Lehralltag und verraten, wie sie selbst als Student waren. Der Professorenberuf ist mit einigen Klischees behaftet: Lange über Büchern brüten, Zerstreutheit, Einsiedlertum, chaotische Tafelbilder… Trifft davon etwas auf Sie zu? Das müssen in erster Linie andere beurteilen. In meiner Wahrnehmung bin ich meistens ansprechbar und halbwegs organisiert. Letzteres trifft allerdings weniger auf meinen Schreibtisch zu… Wie waren Sie als Student? Ich denke, ich habe mich nicht wesentlich von anderen Studierenden unterschieden. Ich hatte spezifische Themen, die mich sehr interessiert haben und zu denen …

Danny Behrendt und seine Mitstreiter auf dem Weg zu ihrem Weinberg in Alzey-Weinheim. Bilder: Privat

Der Traum vom eigenen Wein

Im Winzerdorf Alzey-Weinheim mitten in Rheinhessen liegt der Weinberg des Landauer Studenten Danny Behrendt. Der angehende Grundschullehrer hat einen Traum: seinen eigenen Bio-Wein herzustellen. Dank fachmännischer Beratung und jeder Menge fleißiger Helfer kann er diese Idee in die Tat umsetzen. Die Liebe zum Wein brachte Danny Behrend zu seinem Vorhaben: “Ich bin mit der Tradition des Weintrinkens groß geworden. Auf Festen trinken wir wie selbstverständlich ein Glas Wein, wissen aber selten, wie er entsteht”, erzählt der Student. Das Unwissen darüber, wie Weinbau funktioniert, ließ ihm keine Ruhe. In einem Gespräch erzählte er einer Winzerfamilie aus Weinheim beiläufig von seiner Idee, selbst Wein  herzustellen. “Sie haben sich sofort dafür interessiert und mir einen ihrer Weinberge angeboten, den sie nicht mehr betreiben.” Gemeinsam mit einem befreundeten Weinbau-Studenten unterschrieb Behrendt den Pachtvertrag und konnte sein Projekt starten. Biegen, Heften, Mähen Behrendt hat sich vorgenommen, alles von Hand zu machen. Um dieses Vorhaben einhalten zu können, gründete er im Mai 2016 die Hochschulgruppe StudiWein. Gemeinsam mit zehn bis fünfzehn weiteren Studierenden fährt er am Wochenende nach Weinheim und kümmert …

Die Erziehungswissenschaftlerinnen Evamaria Schwarz und Nina Mathes bieten im Sommer den Welcome-Treff für internationale Familien an. Foto: Lisa Leyerer

Welcome-Treff: Kinderleichte Integration

Bepackt mit einem Bollerwagen voller Spielsachen und einer großen Picknickdecke verwandeln Evamaria Schwarz und Nina Mathes den Goethepark  in Landau in einen großen Kinderspielplatz. Im Rahmen eines Projekts des Kinderschutzbundes Landau-Südliche Weinstraße organisieren die Studentinnen in den Sommermonaten einen Welcome-Treff für Familien aus aller Welt. Ihr Ziel: Integration durch Spiel und Spaß. Pünktlich um 16 Uhr wird die Flagge im Landauer Goethepark gehisst. Sie ist das Erkennungszeichen des Projekts und markiert den Ort des Zusammenkommens. “Jeder ist eingeladen, vorbei zukommen und gemeinsam zu Spielen, zu Lachen und sich auszutauschen”, erklärt Studentin Nina Mathes. Während ihres Praktikums beim Kinderschutzbund hatte sie gemeinsam mit ihrer Chefin die Idee, ein neues Projekt zu organisieren. Evamaria Schwarz, die ebenfalls ein Praktikum beim Kinderschutzbund absolvierte und zusammen mit Mathes Erziehungswissenschaften studiert, stieg nach der Kontaktaufnahme in das Projekt mit ein. Nach der Genehmigung von Fördergeldern von der Organisation Aktion Mensch konnte die Planung beginnen. Von Beginn an richtet sich der Treff an Familien jeder Herkunft und Ethnie, damit eine Integration möglich ist. Um Flüchtlingsfamilien den Treff zu ermöglichen organisierten die beiden …