Autor: Hannah Wagner

Heute schreibt Campus-Reporterin Hannah Wagner. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Immer wieder sonntags

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute sinniert Hannah Wagner über das wichtigste ihrer Rituale und seine gesellschaftliche Relevanz: Den Tatort.  Dödö – Dödö – Dödödööö – Dö! Nichts hat sich in mein Gehirn so eingebrannt, wie die Titelmusik zum Tatort und nichts symbolisiert für mich so sehr das Ende der Woche. Der Retro-Oldschool-Nostalgie-Vorspann ist noch der gleich wie 1970: Damals wurde am 29. November die erste Folge ausgestrahlt. Inzwischen ist es die beliebteste Krimireihe der Deutschen. Fast 50 Jahre nach dem ersten Tatort hat sich sicherlich vieles verändert: Die Gesellschaft, die relevanten Themen, die Schauspieler, die Inhalte. Nur Vor- und Abspann mit den eingängigen Tönen von Klaus Doldinger sind geblieben und Beweis dafür, dass der Tatort Kultstatus hat. Die Meinungen zu diesem Klassiker des deutschen Fernsehens gehen allerdings auseinander: Entweder er gehört fest zum sonntäglichen Ritual oder er wird kategorisch abgelehnt. Entweder, man ist zur Sendezeit nicht erreichbar, oder man hat viel Platz auf den Straßen und in Restaurants. Dödöööööööööö Für mich ist Sonntagabend …

Seit 1989 ist Maria Scholten Mitarbeiterin der Universität: Aktuell ist sie Leiterin des Studierendensekretariats am Campus Koblenz. Foto: Teresa Schardt

Übersetzerin im Verwaltungs-Dschungel

Die Emil-Schüller-Straße in der Koblenzer Innenstadt lernt jeder Studierende im Laufe seines Uni-Lebens kennen, denn hier sitzt das Studierendensekretariat, deren Leiterin seit vielen Jahren Maria Scholten ist. Zu ihrem Berufsalltag gehören aber mehr als nur das Versenden von Zulassungs- und Rückmeldebescheiden.  Auf ihrem Schreibtisch stapeln sich Mappen, Ordner, Papiere und etliche Unterlagen, die darauf warten, bearbeitet zu werden. Mittendrin sitzt Maria Scholten an ihrem Schreibtisch: „Ein gewisses Chaos inspiriert. Wenn alles geordnet ist, erstickt mich das.“ Mit dieser Einstellung hat Scholten in den letzten 30 Jahren erfolgreich den Uni-Alltag als Mitarbeiterin gemeistert und sagt über sich selbst: “Ich bin wohl das, was man ein Urgestein der Universität nennen kann.” Das ist sie wirklich: Ursprünglich vom Niederrhein kam Scholten 1989 nach Koblenz, als die Universität noch Erziehungswissenschaftliche Hochschule (EWH) war. Zunächst im BAföG-Amt, dann in der Bauverwaltung, führte ihr Weg schließlich ins Studierendensekretariat, dessen Leitung sie in den 1990er-Jahren übernahm. Mehrmals ist sie in dieser Zeit mit der gesamten Verwaltung umgezogen: Vom Oberwerth in die Hohenzollener Straße, weiter an den Campus und letztlich in die Emil-Schüller-Straße (ESS). …

Studieren und dabei die Welt erkunden: Isabella Fettich verbrachte ein Auslandssemester an der Macquarie University in Sydney. Fotos: Privat

Australien: Die Sonne im Gesicht

Isabella Fettich zog es für ihr Auslandssemester auf die andere Seite der Welt: Nach Australien, in das Land von Kängurus, Sonne und Meer. Die Kulturwissenschaftstudentin aus Koblenz verbrachte fünf Monate in Sydney. Im Uniblog berichtet sie vom australischen Campusleben und gibt Empfehlungen für diejenigen, die es auch ins Ausland zieht. Eigentlich wollte ich nach Spanien. Mit diesem Vorsatz bin ich zur Info-Veranstaltung für Auslandsaufenthalte gegangen, wo Rückkehrer von ihren Erfahrungen berichteten. Schnell tauschte ich Spanien gegen Australien. Ich habe nicht lange gezögert, Pläne geschmiedet und Informationen von GOstralia angefordert, einer Organisation, die über das Studium in Australien informiert. Wenig später ging es für uns dann auch schon los: Eine Kommilitonin und ich stiegen in den Flieger, der uns auf die andere Seite der Welt brachte. Ein bunter Campus Das studentische Leben in Australien war ganz anders als wir es von Deutschland kennen. Wir waren an der Macquarie University in Sydney, die sehr darauf bedacht ist, dass die Studierenden eine Gemeinschaft bilden und sich wohl fühlen. Zum Beispiel gibt es überall Sitzkissen und WLAN-Bereiche zum arbeiten oder Infopoints. …

Heute schreibt Campus-Reporterin Hannah Wagner. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Plötzlich ist die Zukunft da

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute fragt sich Hannah Wagner, ob mit dem Ende des Studiums die Zukunft beginnt oder der Weg frei ist für etwas Neues? Ich habe immer munter vor mich her studiert, diverse Dinge nebenbei gemacht, bin gereist, habe gearbeitet und in den Tag hinein gelebt. Die Frage: “Was wird man eigentlich als Kulturwissenschaftlerin?” habe ich geflissentlich gemieden und bin sie scherzhaft umgangen: “Taxifahren, was sonst, haha.” Ich war mir selbst nicht sicher und habe deshalb nach dem Motto gelebt: Kommt Zeit, kommt Rat, irgendeine Möglichkeit wird sich schon ergeben. In dieser, meiner Welt, war die Zukunft noch weit weg: Fester Job, Steuern zahlen, sich irgendwo festsetzen, Kinder, für einen Weg entscheiden – diese Elemente waren ausgeschlossen. Über acht Jahre ging das so. Weit weg und doch so nah Vor ein paar Wochen dann kam die eiskalte Erkenntnis: Die Zukunft ist da! Woran ich das festmache? An immer mehr Terminen für Hochzeitsfeiern, an Ultraschallbildern und den Kindern meiner Freunde, auf die …

Bloggen in phantastischen Welten

Viktoria Hellmann studiert Informatik am Campus in Koblenz und ist nebenbei Bloggerin für Videospiele. Uniblog hat sie getroffen und mit ihr über ihr Projekt, die Videospiel-Szene und die Verbindung zum Studium gesprochen. Super Mario, The Legend of Zelda, Metroid und andere Videospiele faszinieren Viktoria Hellmann seit langem: “Wo hat man sonst die Möglichkeit, solche phantastischen Geschichten zu erleben und vor allem, selbst zu bestimmen?” Schon lange begibt sich die Koblenzer Studentin regelmäßig in die fiktiven Welten von Videospielen, liest Zeitschriften und Online-Magazine und verfolgt die neusten Trends und Entwicklungen der Szene. Doch das bloße Konsumieren war ihr irgendwann nicht mehr genug: “Im Internet findet man eine Menge Meinungen, die schlecht recherchiert sind und nicht auf Fakten basieren. Das wollte ich besser machen”, erklärt Hellmann. Seit zwei Jahren verwirklicht sie dieses Ziel auf ihrem Game-Blog NERDASUTRA. “Am Anfang habe ich einfach drauf losgeschrieben und mich ausprobiert”, berichtet die 21-jährige. Inzwischen geht sie strukturierter vor: “Ich suche mir das Thema, gliedere den Text und definiere die Aussage. Dann recherchiere ich, was es zu diesem Thema schon gibt, damit …

Das Brückenprojekt Informatik hilft beim Start ins Studium. Florian Kähne (zweiter von links) berichtet von dem Angebot, das den Einstieg an der Uni erleichtern soll. Foto: René Lang

Brückenkurs Informatik: Hilfe für den Studienstart

Das Projekt Brückenkurs Informatik am Campus Koblenz soll den Studienstart erleichtern und die Basis für ein erfolgreiches Informatikstudium schaffen. Einer der Initiatoren des Projekts ist der Student Florian Kähne, der sich selbst noch gut an die Erwartungen und Herausforderungen im ersten Semester erinnert. Mit dem Einstieg ins Studierendenleben stürmt viel Neues auf Erstsemester ein: Stundenplan erstellen, am Campus und in einer neuen Stadt orientieren, umziehen, neue Menschen kennenlernen. Hinzu kommt jede Menge Lernstoff in den Vorlesungen und Seminaren, der gepaukt werden muss. So war es auch für Florian Kähne, als er 2012 an den Campus Koblenz kam, um Informatik und Mathematik auf Lehramt zu studieren. “Im ersten Semester sind die Vorkenntnisse im Informatik-Bereich sehr unterschiedlich, nicht jeder hatte das Fach in der Oberstufe”, erklärt der 24-Jährige, der inzwischen im Master studiert. “Daraus ist die Idee zu dem Projekt Brückenkurs Informatik entstanden, das Schüler und Studienbeginner im Fachbereich 4 besser auf die fachlichen Anforderungen vorbereiten soll.” Auf dieser Grundlage entwickelte Kähne gemeinsam mit zehn Kommilitonen im Rahmen eines studienbegleitenden Projektpraktikums das Konzept zur Erstellung einer Plattform, die …

Christina Runkel-Horre hat Germanistik und Kunstwissenschaft am Campus in Koblenz studiert und dort auch promoviert. Heute leitet sie die Stadtgalerie in Neuwied. Foto: Hannah Wagner

Auf den Spuren von… Kuratorin Christina Runkel-Horre

In der Neuwieder Stadtgalerie stapeln sich Kisten und Kartons mit Werken, die auf die neueste Ausstellung warten. Dazwischen steht die 29-jährige Christina Runkel-Horre mit dem guten Gefühl, hier ihren Traumjob gefunden zu haben. Die promovierte Kunstwissenschaftlerin ist seit vergangenem Jahr Kuratorin der Stadtgalerie und spricht im Uniblog von ihren Zielen, Durchhaltevermögen im Studium und dem Berufsalltag, den es bei ihr eigentlich gar nicht gibt. Sie sind seit Juni 2017 Kuratorin der Stadtgalerie Neuwied: Wie sind Sie an den Job gekommen? Das war tatsächlich ein längerer Weg: Schon während meines Studiums der Kunstwissenschaft und Germanistik am Campus in Koblenz habe ich die Theorie in die Praxis umgesetzt und im Mittelrhein-Museum gearbeitet. Leider ist es aber so, dass es im kulturellen Bereich oft wenig finanzielle Mittel gibt und die Stellen begrenzt sind. Deshalb musste ich nach meiner Promotion 2016 erst einen Umweg über einen Verwaltungsjob nehmen. Als ich dann die Ausschreibung für die Kuratorenstelle in der Stadtgalerie Neuwied sah, wusste ich direkt: Das bin ich. Tatsächlich wurde ich zum Gespräch eingeladen und hatte drei Tage später die Zusage. Ich war …

Heute schreibt Campus-Reporterin Hannah Wagner. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Früher war alles besser?

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute fragt sich Hannah Wagner, ob früher tatsächlich alles besser war.  Früher war alles besser: Weltklima, Musik, Mode, Benzinpreise, soziale und gesellschaftliche Werte akzeptiert, die Politik glaubhaft und Kommunikation noch echt. Nicht umsonst erleben wir in allen Branchen Retro und Vintage-Trends, angefangen von Karottenhosen über Schallplatten und Designer-Ost-Möbel bis hin zu nostalgischen Rückerinnerungen in Politik und Gesellschaft an die Zeit, als das Weltgeschehen noch geregelt war. Was es in diesem ominösen Früher auch gab: Prepaid-Handys mit Ausklapp-Antenne und minikleine Schwarz-Weiß-Bildschirme, Computer so schwer wie ein kleiner Elefant und Internet, das minutenweise abgerechnet wurde und monatlich zu Diskussionen mit den Eltern führte, die einfach nicht verstehen wollten, warum ICQ notwendig ist. Internet als Segen im Studium Jetzt, wo ich wieder fleißig studiere, preise ich einmal mehr mein Smartphone, den Laptop und vor allem dieses göttliche Portal: das Internet (schnell, mobil und unlimitiert). Bei aller Liebe für Vintage und Nachhaltigkeit, beim Studieren kann ich auf Oldschool verzichten. Da liest man zum Beispiel einen …

Heute schreibt Campus-Reporterin Hannah Wagner. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Dem Minimalismus frönen

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute macht Hannah Wagner einen radikalen Schnitt und mistet aus – ihr Leben und die Zimmerschränke. Während der zurückliegenden Monate habe ich mich intensiv meiner neuen Lieblingstätigkeit gewidmet: Dinge aussortieren und beenden. Ich habe fast schon eine Manie entwickelt, um mich von allerlei Sachen zu befreien, die mich umgeben. Schätzungen sagen, dass ein erwachsener Westeuropäer im Durchschnitt rund 10 000 Gegenstände besitzt. So viel habe ich nicht… dachte ich immer. Wenn ich mich in meinem Zimmer umschaue, bin ich mir fast sicher, dass ich noch viel mehr habe. Wer braucht diese Unmengen an Dingen? Hier ein paar Beispiele für Überfluss, Luxus und Unnötiges: Textmarker. Ich habe fünf gelbe, drei rote, zwei blaue, drei grüne und einen hellgrünen. 15 Stück insgesamt. Daneben zwölf angefangene Tesafilm-Rollen, mit denen ich mich wahrscheinlich einmal komplett einwickeln könnte. Wäre aber kein Problem, das wieder aufzubekommen, denn ich habe ja glücklicherweise vier Scheren. Weiter geht es im Badezimmer, wo das Körbchen in der Dusche mit Shampoo- …

Als Bewerber aus der Menge herausstechen - wie das gelingt, verraten Anna Schmidt vom Women Career Center und Anna Lauermann vom KSB im Interview. Foto: Unsplash/Veronica Benavides

Job Skills: Wissen, was man kann

Was kann ich besonders gut? Wie präsentiere ich meine Stärken im Bewerbungsgespräch und welche Erwartungen haben Arbeitgeber? Diese Fragen beschäftigen Studierende am Ende des Studiums, wenn es um den Start ins Berufsleben geht. Anna Schmidt vom Women Career Center und Anna Lauermann vom Kompetenzzentrum für Studium und Beruf der Universität Koblenz-Landau geben Antworten. Die Frage nach persönlichen Stärken ist ein Klassiker im Bewerbungsgespräch. Mal ehrlich: Interessiert das den Arbeitgeber wirklich? Anna Schmidt: Ja definitiv, man will ja wissen, mit wem man es zu tun hat. Aber eine Standardantwort möchte keiner hören, deshalb sollte man als Bewerber auf sein Alleinstellungsmerkmal hinweisen, also auf die Kompetenzen, die einen ausmachen. Anna Lauermann: Innovationen kommen im Bewerbungsgespräch inzwischen fast immer gut an. Da kann man als Bewerber auch mal den Spieß umdrehen und fragen, welche Werte und Kompetenzen dem Arbeitgeber wichtig sind. Stichwort Kompetenzen: Woher weiß ich, was ich kann? Schmidt: Hier ist es die erste Aufgabe, sich mit sich selbst zu beschäftigen und die Frage zu stellen: Was habe ich bisher im Leben gemacht und was dabei gelernt? Anschließend kann …