Autor: Hannah Wagner

Adrian Staffen (24) ist ehrenamtlich aktiv und setzt sich für Greenpeace und ARIWA ein. Foto: Esther Guretzke

Ehrenamtlicher bei Greenpeace und ARIWA

Der Koblenzer Student Adrian Staffen setzt sich aktiv für Tierrechte und Umweltschutz ein. Beide Themen hängen eng miteinander zusammen, denn der enorme Konsum von tierischen Produkten in unserer Gesellschaft belastet die Umwelt. Seit 2016 ist Staffen deshalb Ehrenamtlicher bei Greenpeace und regelmäßig in der Fußgängerzone unterwegs, um Aufklärung zu betreiben. Eigentlich könnte er sich seinem Studium widmen und seine Freizeit mit Freunden verbringen, aber für Adrian Staffen ist das nicht genug. Der Student aus Koblenz setzt sich aktiv für Umweltschutz und Tierrechte ein: Er ist Mitglied bei Greenpeace Koblenz und bei ARIWA Koblenz (Animal Rights Watch). “Ich konnte einfach nicht mehr länger nur zusehen”, erklärt Staffen seine Motivation. “Ich wollte aktiv etwas für die Rechte von Tieren tun und über die Auswirkungen des menschlichen Handelns auf die Umwelt informieren.” Greenpeace: Für Mensch und Umwelt Er begann sein ehrenamtliches Engagement Anfang 2016, als er über eine Kommilitonin auf die örtliche Greenpeace-Gruppe aufmerksam wurde. Inzwischen ist Staffen dort Finanzkoordinator und Ansprechpartner für die Webseite, was gut passt, denn er studiert im zweiten Master-Semester Web-Science. Während der regelmäßigen Treffen der Ortsgruppe organisieren die Ehrenamtlichen unter anderem sogenannte GATs, kurz …

Prof. Dr. Petra Kindhäuser geht voll und ganz in ihrem Fach auf: Sie lehrt Musikwissenschaft am Campus in Koblenz. Foto: Greta Rettler

Unsere Profs: Petra Kindhäuser

Prof. Dr. Petra Kindhäuser ist eine auffallende Persönlichkeit: Die Musikwissenschaftlerin am Campus Koblenz ist selbstbewusst, wenn es um die Einbindung von praktischen Elementen in die Wissenschaft geht und tanzt auch mal spontan einen Walzer durch den Seminarraum. Warum ihre eigene Studienzeit für sie so prägend war, verrät sie im Interview mit Uniblog. Die Serie: Sie prägen unsere Erinnerungen an das Studium, inspirieren uns für das Berufsleben und sorgen für so manche Anekdote unter Studierenden: unsere Profs. Im Uniblog stellen sich die Professoren der Universität Koblenz-Landau den Fragen der Campus-Reporter, geben Einblick in ihren Forschungs- und Lehralltag und verraten, wie sie selbst als Student waren. Der Professorenberuf ist mit einigen Klischees behaftet: Lange über Büchern brüten, Zerstreutheit, Einsiedlertum, chaotische Tafelbilder… Trifft davon etwas auf Sie zu? Auf jedem Fall. Zerstreutheit trifft es sehr gut, ich muss immer zweimal schauen, ob ich meine Schlüssel dabei habe. Wie waren Sie als Studentin? Studieren war für mich meine persönliche Befreiung und Selbstfindung. Während des Studiums habe ich sehr viel über mich selbst gelernt und identifiziere mich heute zu einem nicht geringen Teil über mein Fach. …

Die 19-jährige Annika Böhmer studiert BioGeowissenschaften. Für ein Praktikum war sie in Oldenburg und berichtet für Uniblog von ihren Erfahrungen. Foto: Greta Rettler

Ein Büro im Wald: Praktikum in einem Planungsbüro

Wo möchte ich nach dem Studium arbeiten? Ein guter Weg, eine Antwort auf diese Frage zu finden, sind Praktika. Sie geben nicht nur Einblick in mögliche Berufsfelder und zeigen, wo es nach dem Studium hingehen soll, sondern können auch als Sprungbrett dienen. Annika Böhmer durfte während eines sechswöchigen Praktikums in einem Planungsbüro für regionale Struktur- und Umweltforschung das machen, was sie am meisten interessiert: Tiere beobachten. Ich war schon immer gerne in der Natur unterwegs, habe Pflanzen gesucht und Tiere beobachtet. Da lag es für mich nahe, BioGeowissenschaften zu studieren und diese Leidenschaft zu meinem späteren Beruf zu machen. Der Studiengang in Koblenz bietet eine gute Mischung aus Umweltwissenschaft, Natur- und Landschaftsschutz und ist sehr praktisch ausgerichtet. So ist auch ein Praktikum vorgesehen, das ich in den letzten Semesterferien absolviert habe. Sechs Wochen habe ich in Oldenburg bei der ARSU – Arbeitsgruppe für regionale Struktur- und Umweltforschung in die Arbeit eines Planungsbüros reingeschnuppert. Das Unternehmen hat 21 Mitarbeiter und ist auf Gutachten zur Umweltverträglichkeit von Bauprojekten spezialisiert. Außerdem bieten es ökologische Baubegleitung und Regionalmanagement für Kommunen und private …

Kailex Johnstons Arbeitsplatz ist am Computer, denn er programmiert und pflegt Daten für Apps. Foto: Greta Rettler

Als Programmierer für die Zukunft arbeiten

Apps programmieren und zwischendurch in die Vorlesung: Kailex Johnston arbeitet als Werksstudent in einer Koblenzer App-Agentur. Hier verdient er nicht nur das Geld für sein Studium, sondern sammelt auch praktische Berufserfahrung und verrät, warum er damit an der Zukunft arbeitet.   Die Serie: Das WG-Zimmer, das eigene Auto, der Kinobesuch mit Freunden: Das alles will bezahlt werden. Viele Studierende verdienen sich neben der Unterstützung der Eltern und Bafög etwas dazu oder finanzieren ihr Studium komplett selbst. Uniblog stellt in einer Serie Studierende und ihre Nebenjobs vor. Von alltäglich bis kurios ist fast alles dabei. Wer sind Sie? Ich bin Kailex Johnston, 22 Jahre alt und Student am Campus in Koblenz. Eigentlich komme ich aus Seattle in Washington, bin aber für mein Studium nach Deutschland gekommen, dem Heimatland meiner Mutter. Es ist also kein Problem für mich, auf Deutsch zu studieren, weil es eine meiner Muttersprachen ist. Seit Oktober 2015 wohne ich in Koblenz und studiere Informatik, derzeit im ersten Semester. Vorher war ich ein Jahr lang als Gasthörer eingeschrieben. Was für einen Nebenjob machen Sie? Ich arbeite in …

Jan-Nicklas Stollberg hat eine abgeschlossene Schreinerausbildung. Seit Oktober 2016 studiert er am Campus Koblenz und möchte Berufsschullehrer werden. Foto: Greta Rettler

Ohne Abitur in den Hörsaal

Studieren ohne Abitur ? Seit 2014 geht das in allen deutschen Bundesländern, auch an der Universität Koblenz-Landau. Das Projekt Ressourcen² des KSB unterstützt und fördert alternative Wege zum Hochschulstudium, etwa über eine berufliche Qualifizierung als Meister oder einen Fachschulabschluss. Einer dieser Studierenden ist der 24-jährige Jan-Nicklas Stollberg, der seit letztem Wintersemester am Campus Koblenz Berufsschullehramt studiert. Im Gespräch mit Uniblog berichtet der Schreinermeister wie es ist, von der Werkstatt in den Hörsaal zu wechseln. Sie sind von der Werkstatt in den Hörsaal gewechselt. Was war Ihre Motivation? Angefangen hat alles nach dem Realschulabschluss mit meiner Ausbildung als Schreiner. Da ich mich gerne weiterbilden wollte, habe ich nach zwei Jahren als Geselle meine Fortbildung zum Meister gemacht. Anschließend wurde ich Werkstattleiter und habe während dieser Zeit Auszubildende betreut und angeleitet. Das Weitergeben und Vermitteln von Wissen hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe mich nach Alternativen in diesem Bereich umgeschaut. Nach einem Praktikum an der Schule war mir klar: Ich werde Berufsschullehrer. Warum haben Sie sich für die Uni Koblenz-Landau entschieden? Ich habe verschiedene Angebote von Universitäten abgewogen, aber Koblenz war für …

Imke von Helden ist seit 2015 die Koordinatorin des campusübergreifenden Sprachenzentrums in Koblenz und Landau. Foto: Greta Rettler

Imke von Helden: Eine Skandinavistin am Sprachenzentrum

Imke von Helden ist Skandinavistin, Sprachenliebhaberin, Fan nordischer Metal-Musik und Mutter. Diese Interessen, Facetten und Aufgaben vereint die 36-Jährige – erfolgreich. An der Universität Koblenz-Landau koordiniert sie seit 2015 die Arbeit des Sprachenzentrums, das unter anderem kostenfreie Sprachkurse für alle Studierenden anbietet. Ein freundliches Lächeln ist stets in ihrem Gesicht zu finden und man sieht, dass ihre Arbeit sie begeistert: Imke von Helden ist die Koordinatorin des campusübergreifenden Universitären Sprachenzentrums (USZ), das unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof Dr. Constanze Juchem-Grundmann steht. Gebürtig kommt die 36-Jährige aus dem Schwarzwald, wo sie an der Universität Freiburg Skandinavistik und Anglistik studierte. Als Fernstudiengang kam Deutsch als Fremdsprache hinzu: “Sprachen haben mich schon immer fasziniert. In der Schule, im Studium und noch heute. Es ist sozusagen mein Ding”, erklärt von Helden. Nach dem Studium arbeitete sie in verschiedenen Sprachschulen, unterrichtete in Basel und Freiburg. Die interessantesten Stunden waren für die Sprachwissenschaftlerin die, in denen Menschen aus unterschiedlichsten Kultur- und Sprachräumen aufeinander trafen: “Trotz dem Fehlen einer gemeinsamen sprachlichen Grundlage schafft man es, sich zu verständigen und langsam eine Basis gesprochener Kommunikation aufzubauen. Das fasziniert mich bis heute.” Ein außergewöhnliches Thema Das …

Heute schreibt Campus-Reporterin Hannah Wagner. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Ausfahrt aus dem Heimathafen

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Diesmal sinniert Hannah Wagner über die permanente Veränderung von Lebensentwürfen.  Es ist schon interessant, wie sich Lebensentwürfe und damit zeitliche Einschätzungen und Vorstellungen verändern. Meine Mutter erzählt heute noch, dass ich mit fünf Jahren auf die Frage, was ich einmal werden möchte, voller Überzeugung antwortete: “Mutter natürlich!” Mit 15 Jahren war dieser Wunsch weit weg und ich schmiedete einen anderen Plan: Abitur, studieren, arbeiten, ein Haus mit Katze – alles erreicht mit Mitte 20. Damals ein durchaus realistisches Lebenskonzept. Heute bin ich 27 und denke mir: Kinder? Haus? Job? Um Gottes Willen! Im Moment kann ich mir nicht vorstellen, Mutter zu werden und einer geregelten Arbeit nachzugehen, geschweige denn, ein festes Heim zu bauen. Das alles eintauschen gegen Saisonjobs und Reiserucksack? Niemals! Mit aller Kraft stemme ich mich gegen die Vorstellung von Verpflichtungen und Bindung. Zu wissen, was ich nicht will, ist heute mein Lebenskonzept. Von der See in den sicheren Hafen Eigentlich wäre es gar nicht so schwierig, das genauso …

Mit Hilfe des Projekts MoSAiK sollen zukünftige Lehrer auf die Herausforderungen ihres Berufs vorbereitet und innovative Forschungsansätze im Bereich der Lehrerbildung gestärkt werden. Foto: Colourbox.de

Bausteine für die Lehrer der Zukunft

Professionalisierung und Weiterentwicklung der Lehrerbildung ist das Ziel des Projekts MoSAiK. Durch die Angebote sollen Theorie und Praxis im Lehramtsstudium besser verknüpft und die Studierenden auf die steigenden Anforderungen in ihrem Berufsfeld optimal vorbereitet werden. Viele neue Herausforderungen kommen in Zukunft auf unsere Gesellschaft zu. Besonders angehende Lehrkräfte leisten in ihrem späteren Beruf einen großen Beitrag, diese Herausforderungen zu meistern. Um sie darauf bestmöglich vorzubereiten, wurde das Projekt Modulare Schulpraxiseinbindung als Ausgangspunkt zur individuellen Kompetenzentwicklung (MoSAiK) an der Universität Koblenz-Landau ins Leben gerufen. “MoSAiK soll die Lehrerbildung voranbringen. Hierfür gibt es zwei Wege, die wir beschreiten: Zum einen die Stärkung von Forschungsansätzen und zum anderen die Verbesserung der Lehre. Ziel ist, neben der Verknüpfung von Theorie und Praxis, vor allem die Kompetenzentwicklung der Studierenden durch Selbstreflexion sowie eine Spezialisierung in den Bereichen Inklusion und Heterogenität”, erklärt Professor Dr. Hans-Stefan Siller. Er ist wissenschaftlicher und geschäftsführender Leiter des Zentrums für Lehrerbildung in Koblenz (ZfL). Zusammen mit seinem Landauer Pendant Professor Dr. Alexander Kauertz leitet er das campusübergreifende Projekt. Ein Mosaik für die Zukunft Vier Schwerpunkte mit insgesamt 17 Teilprojekten bilden ein …

Sarra Inoubli, Gül Akin, Ali Kaya und Sanaa Radani (von links) bilden den Vorstand der Islamischen Hochschulgruppe (ISK) am Campus in Koblenz. Foto: Greta Rettler

Islamische Studierende Koblenz: Mit Aufklärung und Offenheit gegen Vorurteile

Aufklären, diskutieren und offen sein: Das sind die Grundsätze der Islamischen Studierenden Koblenz. Die Hochschulgruppe organisiert verschiedene Veranstaltungen am Campus Koblenz und verfolgt dabei das Ziel, ein authentisches Bild des Islam zu zeichnen und zu einem gleichberechtigten, interreligiösen Dialog beizutragen. Der Islam ist oftmals mit negativen Vorurteilen behaftet. Viele Menschen wissen nur wenig über diese Religion und deren vielfältige Kultur. Dabei zeigt er sich durchaus offen und bereit für Diskussionen, Aufklärung und Verständnis. Gerade junge Muslime sehen es als ihre gesellschaftliche Aufgabe, Vorurteile abzubauen und zu vermitteln. So auch die Mitglieder der Hochschulgruppe Islamische Studierende Koblenz (ISK). Sprachrohr für muslimische Studierende Der 21-jährige Ali Kaya studiert Informationsmanagement am Campus in Koblenz und ist im Vorstand der ISK aktiv: „Die Förderung des interreligiösen Dialogs steht am Anfang eines jeden Verständnisses und eines gemeinsamen Lebens in der Gesellschaft“, weiß er. Der Student glaubt, dass durch den Mangel an Wissen über die jeweils anderen Religionen und damit verbundene Ängste eine Spaltung in der Gesellschaft entstehen kann. Um dem vorzubeugen, engagieren sich Studierende seit 2012 ehrenamtlich in der ISK. Im vergangenen Jahr wurde eine Satzung beschlossen und …

Hochschulgruppen von Amnesty International gibt es an beiden Standorten der Universität. In Koblenz engagiert sich unter anderem Helena Heibel. Foto: Greta Rettler

Hochschulgruppe Amnesty: Engagement für Menschenrechte

Weltweit setzt sich die Non-Profit-Organisation Amnesty International für Menschenrechte ein. Auch an den zwei Standorten der Universität Koblenz-Landau gibt es studentische Gruppen, die sich ehrenamtlich für Flüchtlinge und gegen Rassismus engagieren. Diese Arbeit ist nicht nur für die Allgemeinheit, sondern auch für die vielen angehenden Lehrer in Koblenz und Landau wichtig. Nicht überall auf der Welt geht es gleich und gerecht zu: Menschenrechte werden verletzt, die Meinungsfreiheit eingeschränkt oder Bevölkerungsgruppen verfolgt und diskriminiert. Da die Betroffenen oft nicht die Möglichkeit haben, ihre Situation selbst zu verändern, engagieren sich Menschen wie Helena Heibel für Amnesty International. “Uns geht es so gut, dass wir die Zeit und die Möglichkeit haben, über den Tellerrand zu schauen und diesen Menschen zu helfen”, erklärt die Studentin. Koblenz: Flüchtlingsarbeit betrifft jeden in der Gesellschaft Heibel ist in der Amnesty-Gruppe in Koblenz aktiv, deren Fokus auf Flüchtlingsarbeit liegt: “Dieses Thema betrifft die Menschen hier direkt, es ist greifbar und man kommt in persönlichen Kontakt mit Geflüchteten.” Deshalb organisiert die Studentin mit einigen weiteren Kommilitonen neben Kleider- und Spendensammlungen auch den Offenen Treff im FreiRaum. Hierbei geht es um Austausch, …