Autor: Giovanna Marasco-Albry

Der Asylbewerber Hany Basha gibt Landauer Studierenden Arabischunterricht. Foto: Carolin Höring

Salam: Asylbewerber gibt Arabischkurse für Studierende

Seit einigen Monaten ist der aus Damaskus stammende Asylbewerber Hany Basha in Landau und lernt die deutsche Sprache. Er besucht regelmäßig  Deutschkurse, die Landauer Studierende anbieten. Jetzt möchte er etwas zurückgeben: Zusammen mit der Landauer Studentin Hannah Kerber organisiert er einen Arabischkurs. Der ist so stark nachgefragt, das daraus inzwischen drei entstanden sind. Donnerstagnachmittag, 16 Uhr. Langsam treffen die ersten Arabisch-Schüler in der Roten Kaserne ein. Auch Hany Basha ist schon da. Er bereitet sich auf den Unterricht vor. Hannah Kerber, die den Arabischkurs ins Leben gerufen und organisiert hat, ist auch da. Kennengelernt haben sich die beiden über das Landauer Café Asyl, wo Basha nach seiner Ankunft die Möglichkeit bekam, an Deutsch-Kursen teilzunehmen, die von Landauer Studierenden gehalten werden. Basha sei dort schnell wegen seiner guten Englischkenntnisse aufgefallen. Deshalb entwickelte Hannah die Idee, einen Sprachkurs zu organisieren und schlug Basha vor, diesen zu übernehmen: „Viele Asylbewerber kommen hierher mit einem guten Studienabschluss und können ihn nicht nutzen, weil sie zunächst nicht arbeiten dürfen. Hany Basha zum Beispiel ist studierter Ingenieur. Eine Aufgabe zu haben, …

Sprachmodelle kommen unter anderem in Handy-Anwendungen zur automatischen Worterkennung zum Einsatz. Foto: Adrian Müller

Mathematiker René Pickhardt erforscht statistische Sprachmodelle

René Pickhardt ist Doktorand am Koblenzer Institut für Web Science and Technologies und untersucht unter anderem, wie sich Anwendungen zur Worterkennung oder Übersetzung mit Hilfe statistischer Sprachmodelle verbessern lassen. Bitte beschreiben Sie Ihre Forschung in drei Sätzen. Die Serie Sie forschen, organisieren Tagungen oder schreiben Fachartikel: In dieser Serie berichten wir über Promovierende und ihre Forschung an unserer Universität. Und fragen: Was ist ihr Thema? Was sind ihre Leidenschaften? Wieso haben sie sich für eine Promotion entschieden? Wie organisieren sie ihr Arbeitspensum? Mein Forschungsthema sind “language models” oder zu deutsch: Sprachmodelle. Das heißt konkret, dass ich versuche, jedem Satz einer Sprache eine gewisse Wahrscheinlichkeit zuzuordnen. Das klingt zwar sehr abstrakt, aber es gibt dafür erstaunlich viele Anwendungsbereiche wie maschinelles Übersetzen, Spracherkennung und  Autovervollständigung bei Handys oder Suchmaschinen. Je akkurater dabei das Sprachmodell, desto besser und präziser das Ergebnis. Wenn sie beispielsweise einen englischen Satz Wort für Wort ins Deutsche übersetzen, dann ist die Wortreihenfolge manchmal nicht mehr korrekt. In meinem Sprachmodell hat also diese Lösung eine niedrigere Wahrscheinlichkeit. Wenn jetzt aber zwei Wörter vertauscht werden und …

Das PROMI-Projekt ermöglicht es Anke Rosenau, ihre Doktorarbeit am Campus Landau zu schreiben. Foto: Leyerer.

Inklusions-Projekt „PROMI“: Promovieren mit Schwerbehinderung

Barrieren abbauen, Inklusion fördern: Anke Rosenau promoviert in Landau im Fachbereich Sonderpädagogik. Sie ist die erste schwerbehinderte Forscherin an der Universität Koblenz-Landau, die durch das Projekt „PROMI – Promotion inklusive“ ihre Doktorarbeit mit Unterstützung von technischen Hilfen und Arbeitsassistenzen schreiben kann. Anke Rosenau hat trotz einer Körperbehinderung an ihrem Arbeitsplatz alles fest im Griff, denn Drucker, Rechner und Büromaterialien stehen nur eine Armlänge von ihr entfernt. Die Diplom-Pädagogin ist aufgrund einer Meningitis im Säuglingsalter auf Rollstuhl und Gehhilfen angewiesen. Das „PROMI“-Projekt ermöglicht ihr, sich durch eine Promotion an der Universität Koblenz-Landau beruflich weiterzubilden. Dafür zog die gebürtige Ostfriesin, die ihr Studium in Oldenburg absolvierte, in die Pfalz. Rosenau erklärt, warum das Projekt so wichtig ist: „Bei dem Projekt geht es um Inklusion im Arbeitsleben. Menschen mit Behinderung und mit Studienabschluss standen früher nie im Fokus der Aufmerksamkeit.“ Auch für die Universität Koblenz-Landau sei das PROMI-Projekt wichtig, weil man so das Miteinander mit Menschen mit einer Behinderung fördere. Professor Lindmeier vom Institut für Sonderpädagogik am Campus Landau rief das Projekt „PROMI“ im November 2013 auch an der …

Claudia Fischer studiert Bildende Kunst und Darstellendes Spiel in Landau. Foto: Carolin Höring

Darstellendes Spiel: Eine kreative Erfahrung für künstlerische Talente

Claudia Fischer ist 23 Jahre alt und studiert seit acht Semestern am Campus Landau Deutsch und Bildende Kunst im lehramtsbezogenen Studiengang. Ihren kreativen Studienanteil ergänzt sie in diesem Wintersemester um das neue Erweiterungsfach Darstellendes Spiel und qualifiziert sich mit einem dritten Fach zusätzlich für die Arbeit an Gymnasien und Realschulen plus. Warum haben Sie sich für das Fach Kunst entschieden? Die Serie Abiturienten stehen viele Möglichkeiten offen. Studieren oder eine Ausbildung beginnen, Uni oder FH? Und welches Fach ist für mich das Richtige? In unserer Serie “Was studieren?” stellen Studierende der Universität Koblenz-Landau ihren Studiengang vor. Bereits erschienene Artikel finden sie hier. Seit ich mich erinnern kann, bin ich kunstinteressiert. Der Kunst-Leistungskurs in der Schulzeit hat mich darin bestärkt, Bildende Kunst zu studieren. Das Fach ist so vielseitig, ob in Theorie oder Praxis. Es tut gut, sich durch seine Kunst ausdrücken zu können, sich mitteilen zu können und einen Teil seines Selbst der Welt zu zeigen. Im Studium habe ich gelernt, dass Kunst nicht nur Freude am künstlerischen Arbeiten bedeutet, sondern auch eine Art Strategie …

Ronny Richter auf einer Exkursion in Island. Foto: Prof. Dr. Eberhard Fischer

Forschen in Ruandas Regenwäldern

Ronny Richter untersucht für seine Doktorarbeit die Artenvielfalt in den Regenwäldern Ruandas und welchen Einfluss dabei die Größe der Fläche und der Eingriff des Menschen in die Natur spielt. Auf der Suche nach Forschungsgeldern hat er sich bei einer Crowdfunding-Plattform angemeldet. Schon während seines Studiums der Geobotanik in Erlangen konnte Ronny Richter sein Interesse für Naturschutz ausleben. Nun steigt der zurzeit in Potsdam Lebende mit seiner Doktorarbeit in die botanische Grundlagenforschung ein, um den langfristigen Schutz der Regenwälder Ruandas zu sichern. Betreut wird er dabei von Botaniker und Biodiversitätsforscher Prof. Fischer an der Universität Koblenz-Landau. Die räumliche Entfernung von Wohn- und Promotionsort spielt dank E-Mail und Telefon keine Rolle. Außerdem wird Richter in den nächsten Jahren einen Großteil seiner Zeit in den Regenwäldern des über 6000 Kilometern Luftlinie entfernten Ruandas verbringen. So lautet der Plan. Um den allerdings in die Tat umzusetzen, bedarf es finanzieller Unterstützung. Bei seiner Suche nach Sponsoren versuchte Richter es auch mit der Crowdfunding-Plattform Sciencestarter. Denn: Richters Stelle ist nicht finanziert. Bislang bestreitet er die Kosten seiner Forschung aus seinem Privatvermögen. Da …

Beim 3D-Bogenschießen entspannt Walter H. Schreiber vom Uni-Alltag.

Entspannung vom Alltag mit ungewöhnlichem Hobby: 3D-Bogenschießen

Wenn man sich seine Dozenten außerhalb der Universität vorstellt, dann ist es wohl in einem Sessel vor einem überfüllten Bücherregal mit einem wissenschaftlichen Buch in der Hand, vielleicht noch mit einem Hund zu den Füßen. Wenige Studenten glauben, dass ihre Dozenten möglicherweise eine spannendere Freizeitgestaltung haben als sie selbst. Bei Walter H. Schreiber ist das aber so. Seit dem Sommer 2013 ist er 3D-Bogenschütze. 3D-Bogenschießen bedeutet nicht, dass man mit einer 3D-Brille und einem virtuellen Bogen bewaffnet auf herannahende Tiere oder Aliens schießt. Eigentlich ist das 3D-Bogenschießen vielmehr die Wiederentdeckung des sportlichen Jagens mit Pfeil und Bogen, ohne einem Tier Schaden zuzufügen. Es erinnert an eine Art Golf: Der Schläger wird zum Bogen, der Ball zum Pfeil und statt eines Abschlags hat man einen Abschuss-Punkt. Das Ziel ist aber kein Loch, sondern zum Beispiel ein Fasan oder eine Riesenspinne, welche von Vereinsmitgliedern angefertigt und im Parcours platziert wurde. Der Artikel ist in voller Länger ist zu lesen in der NeuLand-Ausgabe 3_2014.

Spannendes über die Kulturgeschichte und die Heilkraft der Gewürze erzählt Alfons Schuhbeck am 5. Dezember in der Landauer Jugendstil-Festhalle. Foto: Alfons Schuhbeck

„Die Kulturgeschichte der Gewürze”: Sternekoch Alfons Schuhbeck zu Gast bei den “Großen Begegnungen”

Alfons Schuhbeck ist nächster Gast der Veranstaltungsreihe “Große Begegnungen” des Zentrums für Kultur- und Wissensdialog. Am Freitag, 5. Dezember, 19.30 Uhr (Einlass 18 Uhr) spricht der Münchner Sternekoch in der Landauer Jugendstil-Festhalle zum Thema “Die Kulturgeschichte der Gewürze”. Adventszeit. Endlich ist es wieder soweit und der Duft von Zimt und Vanille weht durch unsere Backstuben. Ein europäischer Weihnachtsmarkt ohne einen Hauch von Gewürznelken in der Luft? Kaum vorstellbar.  Doch wie gelangten diese und unzählige einst exotische Gewürze überhaupt zu uns? Und wie entwickelten sich durch sie neue Kulturtechniken für Gartenbau, Medizin und Kochkunst? Auf der Suche nach den Antworten wird deutlich: Kaum etwas ist so eng mit der Kulturgeschichte der Menschheit verknüpft wie die spannende Geschichte der Kräuter und Gewürze. Vor vielen Jahren hat auch Alfons Schuhbeck die Leidenschaft gepackt, möglichst alles über die Geschichte der Gewürze zu erfahren. Mit seinen Reisen zu den Gewürzschätzen des Orients erfüllte er sich einen Lebenstraum. In seinem Vortrag erzählt Alfons Schuhbeck die Kulturgeschichte der Gewürze – von den ersten Hochkulturen in Mesopotamien und im Ägypten der Pharaonen über …

Poetry Slam-Größen aus ganz Deutschland treten am 6. November im Universum-Kino ans Mikrofon. Foto: Fotolia / Melinda Nagy

Meisterdichter beim Poetry Slam in Landau

Beim Poetry Slam am 6. November um 20 Uhr erwartet die Besucher des Universum-Kinos in Landau ein dichterisches Kräftemessen der besonderen Art: Sechs Meister der deutschen Slam-Szene stehen dieses Mal auf der Bühne. Patrick Salmen aus Dortmund ist deutschsprachiger Poetry Slam-Meister 2010 und Vizemeister 2011. Er hat mehrere Bücher veröffentlicht und für sein bekanntestes Youtube-Video über 1 Million Klicks erhalten. Aus München reist Pierre Jarawan an, Deutscher Slam-Meister 2012 und Landesmeister Baden-Württemberg 2011. Auch Buchautor Christian Ritter aus Bamberg hat mehrere Meistertitel im Gepäck: Bayrischer Slam-Meister 2010, deutschsprachiger Vizemeister 2009 und fränkischer Meister in 2007 sowie 2012. Theresa Hahl ist Stipendiatin im Künstlerhaus Edenkoben und die Slammerin mit der kürzesten Anfahrt. Die hessische Poetry Slam-Meisterin 2011 und Trägerin des Weidener Literaturpreises 2010 ist auch Protagonistin des Kinofilms „Dichter und Kämpfer“. Aus Marburg kommt der hessische Slam-Meister 2009 und 2012 Marvin Ruppert. Kaleb Erdmann aus München war Finalist der bayrischen Meisterschaften 2014. Karten gibt es ab sofort bei Thalia Landau und im Universum-Kinocenter. Der Poetry Slam ist eine Veranstaltung des Zentrums für Kultur- und Wissenschaftsdialog und …

Wie urteilt man gerecht? Unabhängig von subjektiven Interessen und Empfindungen. Foto: Fotolia/kanvag

Interview: Gerechtigkeit ist eine Haltung

Die aktuelle Ausgabe des Landauer Campusmagazins NeuLand beschäftigt sich intensiv mit Protest und Gerechtigkeit. Unter anderem sprechen wir in dem Schwerpunkt mit Philosophieprofessor Christian Bermes darüber, was Gerechtigkeit überhaupt ist und welche Rolle sie im zwischenmenschlichen Miteinander spielt. Hier ein Auszug des Interviews. Gibt es eine einfache Antwort auf die Frage, was Gerechtigkeit ist? Eine einfache Antwort gibt es nicht. Es gibt aber einen Zugang, der die Sache vereinfacht. Und dieser Zugang ist zunächst begrifflicher Natur. Wir sprechen heute allzu oft über Gerechtigkeit und haben Strukturen, Institutionen, Verteilungsschlüssel und vieles mehr im Blick. Das ist auch wichtig, aber eigentlich nur eine abgeleitete Form der Gerechtigkeit. Die eigentliche Frage der Gerechtigkeit drückt sich in Ausdrücken aus wie etwa „Wie werde ich dieser oder jener Situation gerecht?“. Gerechtigkeit ist daher eine Haltung eines Menschen zu anderen Menschen. Eine solche Form von Haltung bezeichnet man klassischerweise als Tugend. Gerechtigkeit ist seit der Antike eine Kardinaltugend mit einer besonderen Stellung. Denn sie bringt zum Ausdruck, dass die Tugend der Gerechtigkeit das wichtigste Lebensmittel des Menschen ist, mit anderen Menschen …