Alumni-Porträts
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Auf den Spuren von… Pascal Aloisio, Referent der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg

Nach dem Abschluss seines Masterstudiums arbeitet Pascal Aloisio an bei der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg in Karlsruhe. Wohnen tut er weiterhin in Landau. Foto: Thomas Marwitz

Nach dem Abschluss seines Masterstudiums arbeitet Pascal Aloisio an bei der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg in Karlsruhe. Wohnen tut er weiterhin in Landau. Foto: Thomas Marwitz

Geboren in Aschaffenburg, mit zwei nach Malta gezogen und nach dem Bachelor wieder nach Deutschland: Pascal Aloisio blickt als frisch gebackener Alumnus auf sein Studium und seinen Weg nach Landau zurück. Hier hat er den bilingualen Master in Umweltwissenschaften absolviert. Im Interview verrät er außerdem, womit er sich jetzt bei seiner Arbeit bei der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg befasst.

This interview is also available in English.

 

Sie arbeiten bei der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg: Wie sind Sie an den Job gekommen?

Damals bekam ich eine Mail vom Fachschaftsverteiler, darin war eben jene Stelle ausgeschrieben. Das war erst kurz nach Abschluss meines Masters. Ich habe mich direkt beworben und wurde zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Das lief leider nicht so gut, wie ich es mir vorgestellt hatte, sodass ich wusste: Das wird eigentlich nichts. Einige Zeit später kam die schriftliche Absage – und dann ein paar Tage später noch eine Mail. Ich habe mich schon gefragt: Muss diese doppelte Absage sein? Aber darin schrieben sie mir, dass es eine Teilzeitstelle für den Posten ergibt, auf den ich mich beworben habe, und die ist es dann geworden.

Was sind Ihre Aufgaben?

Alumni-Porträts. Foto: Miguel Bruna/UnsplashWie soll es nach dem Abschluss weitergehen? Inspiration bietet unsere Alumni-Serie: Ehemalige Studierende erzählen von Karriere, Arbeitsalltag und Erinnerungen an die Studienzeit.

Hauptsächlich die Verwaltung, Analyse und Interpretation von Daten. Wir sprechen von “den berühmten drei Bs”, die uns ausmachen. Erstens Beobachten: Meist geben wir die Datensammlungen in Auftrag und erhalten dann zum Beispiel geografische Daten von Kartographen. Wir haben auch eigene Messstationen für die Luftqualität. Die Daten brauchen wir für unsere Empfehlungen und zur Erstellung von Datenbanken. So können wir bei Anfragen der Presse oder von Bürgern Auskunft geben. Der zweite Punkt ist Bewerten: Wir analysieren und prüfen die Daten. Ich analysiere gerade die Daten von Schlagopfern durch Windräder. Wir stehen in ständigem Kontakt mit den Findern und dem Veterinäruntersuchungsamt. Dort werden die Vögel obduziert und es wird geprüft, ob es sich wirklich um ein Schlagopfer handelt. Letztens hatten wir einen Betrugsversuch: Im Leichnam des gemeldeten Schlagopfers fand sich Patronenschrot. Das dritte B steht für Beraten: Wir treffen selbst keine Entscheidungen, sondern beraten lediglich die Behörden. Wir unterbreiten zum Beispiel Vorschläge für die Ausweisung eines Vogelschutzgebietes. Das Umweltministerium entscheidet dann anhand unserer Auswahl. Die letzten zwei Punkte, also Bewerten und Beraten, sind mein Arbeitsbereich.

Wie sieht Ihr aktueller Arbeitstag aus?

Zurzeit arbeite ich eigenständig im Homeoffice. Für meine Datenanalyse brauche ich nur meinen Laptop mit GIS und Excel. Via E-Mail kommuniziere ich mit Kollegen und den Findern von Schlagopfer. Das Homeoffice ist für mich sehr angenehm. Ich wohne in Landau und spare mir dadurch jeden Tag zwei Stunden Pendelei. Aber natürlich vermisst man die Kollegen. Als ich letztens kurz im Büro war und eine Kollegin traf, ist mir aufgefallen: Wow, das ist jetzt schon eine halbe Ewigkeit her, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben…

Wussten Sie schon zu Studienbeginn, was Sie später machen wollen?

Ich hatte die grobe Vorstellung, dass es in Richtung Naturschutz gehen und mit Vögeln zu tun haben sollte. Die Details, also ob ich jetzt bei einer Behörde oder NGO arbeite, waren nicht so wichtig.

Was war Ihr Traumjob?

Früher wollte ich immer Pilot werden.

Nach einem Bachelorstudium an der Universität Malta haben Sie sich für einen Master an der Universität Koblenz-Landau entschieden. Wie kamen es dazu?

Damals hat ein Dozent auf Malta uns eine Linksammlung mit interessanten Angeboten für den Masterstudiengang geschickt. Darunter waren auch Frankfurt und Landau. In Frankfurt wäre das gesamte Studium auf Deutsch gewesen. In Landau war es das erste Jahr, in dem der Master in Umweltwissenschaften auch bilingual angeboten wurde. Auch die günstigeren Mietpreise haben dazu beigetragen, dass meine Wahl auf Landau gefallen ist.

Wie waren die Bedingungen in Ihrem bilingualen Studiengang?

Ich fand ihn echt gut, er hat fachlich alles abgedeckt und wurde von den Dozenten gut rübergebracht.

Wie fanden Sie das Angebot für die Internationals?

Ich habe mich hier auf dem Campus sehr wohlgefühlt. Gerade die Begrüßung war klasse, man fühlt sich wirklich wie zu Hause. Das Welcome Center und das International Office machen einen sehr guten Job. Ich habe noch immer viel Kontakt zu den anderen Austauschstudis und alle sagen eigentlich das Gleiche: Sie vermissen Landau. Die Leute hier sind so nett.

Welche Rolle spielt Ihr Studium für ihr Tätigkeit bei LUBW?

Das Wahlmodul Naturschutz im Master und meine Praktikumsstelle im zweiten Semester haben mir sehr geholfen. Das Praktikum war noch in Malta bei der NGO Birdlife, das ist sozusagen der NABU dort.

Sie haben sich beim Campus Grün engagiert. Wie kamen Sie dazu?

Eigentlich wollte ich schon im ersten Semester beitreten, war damals aber etwas überfordert mit dem Angebot. Ich weiß noch, wie ich in diesem überfüllten Atrium stand und fast niemanden kannte. Später bin ich dann der Partei Die Grünen beigetreten. Ein Kollege hat mich damals angesprochen: “Hey Pascal, hast du Lust der Gruppe Campus Grün beizutreten?” Bei der ersten Sitzung habe ich mir gedacht: Unfassbar, diese ganze positive Energie. Da muss ich tatsächlich mitmachen! Ich habe mich darauf hin auch auf die Liste für das StuPa setzen lassen. Diese Zeit war interessant und hat mich geprägt.

Wie halten Sie noch Kontakt zur Uni?

Ich fühle mich der Uni noch immer sehr verbunden. Ich bin weiterhin im Erasmus Student Network (ESN) aktiv, dort organisieren wir Veranstaltungen für die Studis. Auch privat habe ich noch viel Kontakt mit ehemaligen Internationals.

Was haben Sie im Studium gelernt, was nicht in den Lehrbüchern zu finden ist?

Meine Zeit als StuPa-Mitglied hat mich sehr beeinflusst. Man lernt, wirklich zuzuhören und sich dann zu fragen: Könnte die andere Person tatsächlich Recht haben? Es schafft Akzeptanz für andere Meinungen.

Was ist der beste Rat, den Sie je bekommen haben?

Er stammt auch aus meiner Zeit im StuPa: Man sollte zuerst alle Seiten anhören, bevor man entscheidet.

Ihr schönstes Erlebnis an der Universität Koblenz-Landau?

Für einen internationalen Abend habe ich eine Präsentation vorbereitet: Mein Leben in Malta. Es gab viel positive Resonanz; es war ein schöner Abend.

Generalist oder Spezialist – auf was sollten Studierende ihres Faches bei der Wahl der Schwerpunkte achten?

Beides! Wichtig ist, dass man sich spezialisiert, aber nicht zu sehr auf ein einziges Thema einschießt. Sonst verpasst man später Chancen, weil man nicht qualifiziert ist oder gar kein Interesse hat.

Was raten Sie unseren Studierenden, die sich für Ihre Berufsbranche interessieren?

Augen und Ohren auf für alles.

Interview: Thomas Marwitz

 

Das Interview ist in freundlicher Kooperation mit dem Alumni-Referat der Universität Koblenz-Landau entstanden.

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