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Auf den Spuren von… Christian Keutel, Fachbereichsleiter bei der Siemens-Betriebskrankenkasse

Christian Keutel arbeitet für die Siemens-Betriebskrankenkasse. Berufsbegleitend hat er in Koblenz den Fernstudiengang Personal und Organisation absolviert. Foto: Lea Adams

Christian Keutel arbeitet für die Siemens-Betriebskrankenkasse. Berufsbegleitend hat er in Koblenz den Fernstudiengang Personal und Organisation absolviert. Foto: Lea Adams

Sein Job bringt eine Menge Verantwortung mit sich: Christian Keutel ist bei der Siemens-Betriebskrankenkasse für den Finanzhaushalt zuständig. Um sich fortzubilden, hat er an der Universität in Koblenz den berufsbegleitenden Masterstudiengang für Personal und Organisation am Zentrum für Fernstudien und universitäre Weiterbildung absolviert.

Sie sind Fachbereichsleiter für Risikostrukturausgleich und Haushaltsplanung bei der Siemens-Betriebskrankenkasse. Wie sind Sie an Ihre Stelle gekommen?

Genau genommen hat man mich gefragt, ob ich dorthin wechseln will. Ich bin schon mein ganzes Berufsleben lang bei Krankenkassen tätig. Zum damaligen Zeitpunkt war ich bei dem Dachverband der Betriebskrankenkassen in Berlin beschäftigt. Dort habe ich beruflich schon viel mit der Siemens-Betriebskrankenkasse zu tun gehabt. Der damalige Bereichsleiter fand mich anscheinend so interessant, dass er gefragt hat, ob ich nicht bei der SBK arbeiten möchte.

Was sind Ihre Aufgaben?

Alumni-Porträts. Foto: Miguel Bruna/UnsplashWie soll es nach dem Abschluss weitergehen? Inspiration bieten unsere Alumni: Ehemalige Studierende erzählen von Karriere, Arbeitsalltag und Erinnerungen an die Studienzeit.

Mit meinem Team bin ich für die Finanzen zuständig, genauer gesagt für das operative und strategische Finanzgeschäft. Damit bin ich zuständig für die Planung eines Haushalts, der knapp dreieinhalb Milliarden Euro umfasst. Meine Aufgabenfelder sind die Finanzplanung, also die Überwachung von Ausgaben und Einnahmen, die Erstellung von Finanzstatistiken und Prognosen, und das Finanzcontrolling, also die Steuerung und Koordination der finanziellen Mittel.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag aus?

Meine Arbeitstage sind geprägt von vielen Gesprächen. Dazu gehören zum Beispiel Führungsaufgaben, Fachgespräche oder Diskussionen in Arbeitsgruppen. Hinzu kommen verschiedene Lektüren, die ich durcharbeiten muss, wie etwa Gesetze und politische Informationen sowie Prognosen und wissenschaftliche Studien.

Haben sich durch die Pandemie Änderungen ergeben?

Wir hatten schon vor der Pandemie die Möglichkeit, mobil zu arbeiten. So kann ich in Koblenz wohnen, während mein Arbeitsplatz in München ist. Im Angesicht der Pandemie legt unser Arbeitgeber zum Schutz der Mitarbeitenden noch mehr Wert darauf, möglichst vielen Angestellten diese Option zu bieten. Meetings, welche früher in einem physischen Raum stattgefunden hätten, finden heute in einem virtuellen Raum statt.

Wie ist es möglich in Koblenz zu wohnen und in München zu arbeiten?

Ich habe seit 2018 zwei Wohnsitze. Mit meinem damaligen Chef war von Anfang an abgestimmt, dass ich perspektivisch hauptsächlich in Koblenz wohnen werde und mobil arbeite. Das ging für ihn in Ordnung. Anfangs war ich natürlich erst einmal häufiger in München. So konnte ich die Arbeit kennenlernen sowie die Abläufe und die Menschen. Mittlerweile ist es so, dass ich nur noch sporadisch in München bin und größtenteils von zu Hause aus arbeiten kann. Das klappt wirklich hervorragend!

Was ist die größte Herausforderung in Ihrem Beruf?

Die Herausforderung liegt darin, ein möglichst breites Spektrum an Inhalten begreifen zu können. Man muss flexibel sein und vor allem viel lernen – für diesen Beruf ist ein lebenslanger Lernprozess erforderlich. Man muss sich immer wieder auf neue Situationen und Fakten einlassen und diese entsprechend ins Arbeitsumfeld transportieren. Man muss ständig an Themen dranbleiben, weil so viel im Wandel ist, zum Beispiel was die Gesetzgebung oder die Organisation in den Arbeitsabläufen angeht.

Sie haben Ihren Master in Personal und Organisation gemacht. Welche Stationen der Aus- und Weiterbildung haben Sie davor durchschritten?

Zunächst habe ich im Alter von 16 eine Ausbildung gemacht. Im Laufe meines Arbeitslebens habe ich aber gemerkt, dass ich mit Weiterbildungen und einem Studium beruflich mehr erreichen kann. Deshalb habe ich eine interne Fachweiterbildung gemacht, wodurch ich qualifiziert war, an einer Hochschule zu studieren. So konnte ich den Bachelor und den Master anschließen.

Warum haben Sie sich für ein Masterstudium an der Uni Koblenz-Landau entschieden?

Ich habe mich insbesondere nach Studienmöglichkeiten in Rheinland-Pfalz umgeschaut, weil ich auch ursprünglich aus Koblenz komme. Die Uni in Koblenz hatte ein tolles Angebot. Ich habe mich für den Studiengang Organisation und Personal beim Zentrum für Fernstudien und universitäre Weiterbildung entschieden. Das war in meinem Fall nicht unbedingt etwas Berufstypisches, aber ich hatte schon immer viel Spaß an Führungsaufgaben und Organisationsthemen. Zudem sollte es ein Fernstudium sein, das ich berufsbegleitend absolvieren konnte. Das liegt mir einfach am meisten. Ein Präsenzstudium habe ich mir ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr vorstellen können, weil ich auch schon Familie und Verpflichtungen hatte.

Gab es Zeitpunkte, in denen Sie andere Berufsfelder im Blick hatten?

Ich habe auch schon Angebote für andere Berufsbereiche bekommen. Aber ich habe Spaß an meinem Beruf und sehe meine Zukunft weiterhin darin, denn ich glaube, das, was ich mache, mache ich ganz gut (lacht).

Welche Rolle spielt das Studium für Ihren Beruf noch?

Fachlich spielt das Studium nur am Rande eine Bedeutung, weil ich eher mathematische Aufgaben im Finanzbereich habe. Aber für den Bereich der Führung und der Zusammenarbeit mit Mitarbeitenden hilft es mir unheimlich weiter.

Halten Sie noch Kontakt zur Uni?

Über die sozialen Medien, ja. Ansonsten informiere ich mich über den Uniblog,  die Homepage und über interessante Artikel, zum Beispiel in der Rhein-Zeitung. Gerade auch die Neustrukturierung der Universität Koblenz-Landau verfolge ich interessiert mit. Schließlich geht es um meine “Heimatuni”.

Generalist oder Spezialist ‑ auf was sollten Studierende Ihres Faches bei der Wahl der Schwerpunkte achten?

Ich würde erst breit an das Studium rangehen, und wenn ich dann im Studium merke, ein Thema liegt mir mehr als das andere, würde ich mich auf das spezialisieren, was mir am meisten Spaß macht.

Was würden Sie unseren Studierenden raten, die sich für Ihre Berufsbranche interessieren?

Man sollte an diese Berufsbranche vorurteilsfrei rangehen. Krankenkassen haben oft einen eher verstaubten Ruf, so wie Behörden. So sind wir seit Jahren nicht mehr. Bei uns gibt es einen unheimlich hohen Akademisierungsgrad und Berufsfelder mit den unterschiedlichsten interessanten Aufgabenbereichen. Im Grunde genommen glaube ich auch, dass es nach dem Studium kein richtig oder falsch gibt. Man sollte sich einfach trauen, etwas zu probieren. Wenn man schnell merkt, dass der Beruf einem nicht liegt, hat man im jungen Alter immer noch die Möglichkeit sich nach etwas anderem umzuschauen. Je älter man wird, desto weniger flexibel ist man in der Regel, was das angeht.

Was ist der beste Rat, den Sie je bekommen haben?

Der beste Rat für mich war: Versuch’s einfach! Als ich meinem Chef gesagt habe, dass ich berufsbegleitend studieren möchte, hat er mir gesagt, dass er mich unterstützen wird. Die gleiche Reaktion kam auch vom restlichen Arbeitsumfeld. Alle haben ganz klar gesagt: Probier’s!

Interview: Lea Adams

Das Interview ist in freundlicher Kooperation mit dem Alumni-Referat der Universität Koblenz-Landau entstanden.

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