Campusleben
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Anders als die Anderen, die ganz anderes sind

Aaron Görgen studiert nicht nur Informationsmanagement, sondern engagiert sich auch im AStA-Fachbereichsrat als Vertreter für die Themen Queer und Gleichstellung. Foto: Emily Nolden

Aaron Görgen studiert nicht nur Informationsmanagement, sondern engagiert sich auch im AStA-Referat als Vertreter für die Themen Queer und Gleichstellung. Foto: Emily Nolden

Informationsmanagement-Student Aaron Görgen engagiert sich seit seinem 16. Lebensjahr für soziale Gerechtigkeit und ist Referent im AStA-Referat Queer und Gleichstellung. Schicksale von queeren Menschen motivieren Görgen, sich für andere einzusetzen und auch zu seiner eigenen Homosexualität zu stehen. „Das Gefühl, anderen zu helfen, erfüllt mich”, sagt er. “Es ist toll, Menschen in ihrer Entwicklung zu unterstützen.“

Das AStA-Referat Queer und Gleichstellung ist die Anlaufstelle für Homosexuelle, Bisexuelle, Asexuelle, Transsexuelle und Intersexuelle der Universität Koblenz-Landau. Das oberste Ziel ist die Gleichstellung aller Menschen – keine Gruppe darf diskriminiert werden. Dem AStA-Referat zugehörig ist der Queer-Arbeitskreis. Dieser entstand im Wintersemester 18/19 und zählt momentan zehn Personen. Die engagierte Gruppe trifft sich ein- bis zweimal monatlich, teilweise an wechselnden Orten oder dem Hauptsitz im N-Gebäude.

Queergedacht

Zu den Aktivitäten des Arbeitskreises gehört die Durchführung der Veranstaltungsreihe Queergefilmt. Einmal im Monat wird zu einer Filmvorstellung aus dem queeren Spektrum eingeladen. Teilnehmer erhalten Informationen zum Referat und dessen Leitbild. Grundsätzlich ist jeder willkommen. Darüber hinaus gibt es Snacks und Unterhaltung. Außerdem setzt sich Queer und Gleichstellung für den Idahobit, den internationalen Tag gegen Homophobie, Biphobie und Interphobie am 17. Mai, ein. Dazu wird es auf dem Mikadoplatz Informationsstände, Spiele und Musik geben. Nachmittags findet ein Rainbow-Flashmob im Forum Confluentes statt und abschließend wird im Fox eine Party veranstaltet.

Weiterhin wird es auch zum diesjährigen Christopher Street Day ein Programm des Referates geben. Als zweiter Vorsitzender des CSD Förderverein Koblenz setzt sich Aaron Görgen für sexuelle Minderheiten ein. Der Arbeitskreis wird auch während der nächsten Orientierungsphase präsent sein. Für kommendes Semester ist ein Stand für die Unirallye geplant. Über das Programm hinaus bilden das Referat und der Arbeitskreis die Anlaufstelle für alle queeren Menschen am Campus. Ziel ist die Gleichstellung und der Abbau von Diskriminierung.

Keine “Quotenschwuppe”

Gleichstellung an unserer Universität bedeutet für Aaron Görgen vieles. Dazu zählt allem voran die Chancengleichheit aller. Niemand darf aufgrund der Hautfarbe, des Geschlechtes oder der Herkunft bevorzugt oder benachteiligt werden. Einzig die erbrachte Leistung soll zählen. „Mein Arbeitgeber soll mich aufgrund meiner Fähigkeiten einstellen und nicht als Quotenschwuppe.“

Um die entstehenden Diskriminierungen abzubauen, will der 24-Jährige geschlechtsneutrale Formulierungen in Wort und Schrift durchsetzen. Weiterhin setzt er sich für die Einführung des Ergänzungsausweises der deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (DGTI) ein. Der gültige Ausweis enthält selbst gewählte Daten über die eigene Person. So ist es möglich, sich auch während des mehrjährigen Prozesses der Geschlechtsumwandlung korrekt auszuweisen. Unangenehmen Fragen zum Passfoto oder Geschlecht kann so entgegengewirkt werden. Auch fordert der Arbeitskreis genderneutrale Toiletten. „Egal, wie klein eine sexuelle Minderheit an unserer Universität ist, wir setzen uns für alle ein.“

Let’s make the world a better place

„Wer sich für ein großes Thema wie die Gleichstellung an einer Universität einsetzt, muss sich in Geduld und Durchhaltevermögen üben“, weiß Görgen. Neben der Organisation des Arbeitskreises Queer steht er im ständigen Austausch mit der Hochschule Koblenz.  Zusätzlich bietet der 24-Jährige eine Sprechstunde an, nimmt allgemeine Aufgaben des AStAs wahr und organisiert Veranstaltungen. Ferner ist er Senatsmitglied der Universität und Mitglied im Fachbereichsrat 4. Görgen engagiert sich seit seinem 16. Lebensjahr für alle, die anders als die anderen sind – die ganz anders sind. Sein Herz hängt daran.

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