Studis & ihre Nebenjobs
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Aktiv für die Familie

Der Pädagogikstudent Carsten Liedtke arbeitet in der Familienbildungsstätte. Foto: Sarah-Maria Scheid

Der Pädagogikstudent Carsten Liedtke arbeitet in der Familienbildungsstätte. Foto: Sarah-Maria Scheid

Der Pädagogikstudent Carsten Liedtke (28) arbeitet als pädagogischer Mitarbeiter und Honorarkraft in der Familienbildungsstätte Koblenz. Das Mehrgenerationenhaus bietet Raum für generationsübergreifenden Austausch. Liedtke organisiert mit seinen Kollegen zum Beispiel Ferienfreizeiten für Kinder, Kinderbetreuung, wöchentliche und monatliche Angebote für Familien, Senioren und Studenten.

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Das WG-Zimmer, das eigene Auto, der Kinobesuch mit Freunden: Das alles will bezahlt werden. Viele Studierende verdienen sich neben der Unterstützung der Eltern und Bafög etwas dazu oder finanzieren ihr Studium komplett selbst. Uniblog stellt in einer Serie Studierende und ihre Nebenjobs vor. Von alltäglich bis kurios ist fast alles dabei. Bisher erschienene Artikel finden sie hier.

Ich arbeite in der Katholischen Familienbildungsstätte Koblenz e.V. bzw. dem Mehrgenerationenhaus als pädagogischer Mitarbeiter. Pro Woche sind das knapp über 19 Stunden in Festanstellung. Zusätzlich bin ich als Honorarkraft tätig, meist im medienpädagogischen Bereich.

Was sind das Mehrgenerationenhaus und die Familienbildungsstätte eigentlich?

Die Familienbildungsstätte ist ein eingetragener Verein und gemeinnützig tätig. Das Mehrgenerationenhaus ist ein Projekt des Bundesministeriums für Familie. Die Familienbildungsstätte ist in Koblenz der Träger des Projekts. Man kann generationsübergreifend arbeiten und auch kostenfreie Projekte und Veranstaltungen rund um die Familie anbieten. Das Mehrgenerationenhaus ist einfach ein Ort, an dem man sich treffen und austauschen kann.

Was sind ihre Aufgaben?

Als Festangestellter bin ich mit meiner Kollegin für das Mehrgenerationenhaus zuständig. Ich koordiniere die Ehrenamtlichen und suche Teilnehmer für unsere Angebote. Zusätzlich arbeite ich im Projektmanagement. Wir schauen, welche Konzepte wir für Ferienfreizeiten erarbeiten können, wie wir diese finanzieren, organisieren und durchführen. Und natürlich überlegen wir, welche Honorarkräfte wir einsetzen könnten. Die Bürotätigkeit gleicht sich mit viel Menschenkontakt aus.

Welche Projekte und Seminare führen Sie mit den Kindern und Jugendlichen durch?

Viele Honorarkräfte sind in den betreuenden Grundschulen in Koblenz tätig und übernehmen dort von 12-14 Uhr die Betreuung. Ich persönlich arbeite bei Ferienfreizeiten für Kinder hier im Haus und auch in anderen Einrichtungen. Zum Beispiel hatten wir in den letzten Ferien das Projekt Mediales Kochbuch. Dabei haben wir Rezepte passend zu den Jahreszeiten ausprobiert und das Ganze durch ein Tablet medial mit Comics, Bildern und Texten begleitet.

Zu den Betreuungsangeboten der Katholischen Familienbildungsstätte Koblenz gehören zum Beispiel Ferienfreizeiten. Foto: Michael Parsch/Parsch.Media

Zu den Betreuungsangeboten der Katholischen Familienbildungsstätte Koblenz gehören zum Beispiel Ferienfreizeiten. Foto: Michael Parsch/Parsch.Media

Was hat das Mehrgenerationenhaus sonst zu bieten? 

Grundsätzlich kann man sich ehrenamtlich engagieren. Die Altersstruktur der Ehrenamtlichen ist sehr heterogen. Vom Studierenden bis zum Senior ist alles dabei. Es gibt auch regelmäßige Angebote bei uns. Eine Gruppe von Studenten bietet demnächst Werwolf-Abende an. Ein Praktikant, der Interesse hatte, sich über das Praktikum hinaus weiterhin ehrenamtlich zu engagieren, hat dieses Projekt gestartet. Außerdem rief eine Praktikantin einen öffentlichen Spieletreff ins Leben. Ein Praktikum bei uns ist sehr angenehm, denn man kann seine Ideen leicht in die Tat umsetzen.

Was war eines Ihrer schönsten Erlebnisse bei der Arbeit?

Wenn Kinder wieder an der gleichen Freizeit teilnehmen und sich an mich erinnern oder sich nur wegen dem einen bestimmten Betreuer wieder anmelden, ist das besonders motivierend. In solch einer Situation hat mich ein Kind nun tatsächlich überredet, seinen Kindergeburtstag in der Familienbildungsstätte für ihn zu organisieren.

Was bereitet Ihnen am meisten Freude bei dieser Arbeit?   

Über die Arbeit mit den Kindern als Honorarkraft hinaus ist der Kontakt mit den Ehrenamtlichen, mit denen ich in der Festanstellung zusammenarbeite, sehr erfüllend. Wir sind sehr dankbar, dass sie uns ihre Zeit schenken, um Angebote umzusetzen. Zu merken, dass die Arbeit gerade älteren Engagierten viel gibt, macht Spaß. Sie kommen mit anderen ins Gespräch, haben zusätzliche Struktur für ihren Alltag und können sich dort noch einmal selbst entfalten, beim monatlichen Repair-Café zum Beispiel. Dort arbeiten Mitarbeiter jeden Alters zusammen.

Wie kamen Sie an Ihren Nebenjob? 

Angefangen habe ich beim Pädagogischen Landesinstitut. Ich habe mich ab dem 2. Semester in meiner Freizeit in die Medienpädagogik eingearbeitet, wurde im Medienkompetenzwerk gelistet und dort unterstützt. Durch die praktische Erfahrung mit Kindern und Jugendlichen kam ich dann zur Familienbildungsstätte. Dort habe ich mit meiner jetzigen Chefin drei Jahre an Wochenenden Freizeiten mit Jugendlichen in Bendorf durchgeführt und habe mich so gut angestellt, dass mir irgendwann gesagt wurde, ich könne mich auf eine Festeinstellung bewerben.

Was verdienen Sie bei diesem Nebenjob?

Netto komme ich als pädagogischer Angestellter auf 1.100 Euro monatlich. Die Honorartätigkeit wird je nach Projekt und Aufgabe unterschiedlich bezahlt.

Kann man diesen Job weiterempfehlen?

Die Honorartätigkeit sehr sogar. Wir suchen immer Menschen für verschiedenste Aufgaben. Wir bieten ein breites Spektrum, vom Kindergeburtstag bis zu der betreuenden Grundschule. Hier arbeitet man sehr praktisch und ich konnte an der Uni schon viel hier Gelerntes anwenden. Man kann bei uns ein Praktikum machen und so auch Ideen für Hausarbeiten oder sogar eine Bachelor-Arbeit finden. Meine Arbeit macht mir sehr viel Spaß.

Braucht man bestimmte Voraussetzungen dafür? 

Ich konnte mich nur auf diese Festeinstellung bewerben, weil ich vorher schon eine Ausbildung zum Erzieher gemacht hatte. Auf eine Honorarstelle kann sich jeder bewerben, der gerne mit Kindern arbeitet. Ob Lehrämter oder Pädagogikstudent – jeder ist willkommen.

Wer gern mit Kindern arbeitet, für den könnte eine Honorarstelle beim Mehrgenerationenhaus interessant sein. Foto: Michael Parsch/Parsch.Media

Da er ausgebildeter Erzieher ist, hat Carsten Liedtke eine Festanstellung inne. Im Mehrgenerationenhaus beschäftigt aber auch Honorarkräfte.  Foto: Michael Parsch/Parsch.Media

Was bringt Ihnen dieser Job für Ihr späteres Berufsleben? 

Nach meinem Bachelorabschluss bleibe ich erst einmal hier. Dann habe ich die Möglichkeit, mit mehr Stunden und eigenständiger zu arbeiten. Ob ich einen Master mache, weiß ich noch nicht.

Wie „studienkompatibel“ ist Ihre Arbeit? Bitte vergeben Sie Sterne von 1 bis 5 (5 Sterne = super kompatibel).

Dadurch, dass man sich als Honorarkraft selbstständig aussuchen kann, wann man arbeiten möchte und man recht flexibel ist, gebe ich 5 Sterne. Die Stundenanzahl ist vollkommen unterschiedlich und variabel. Dennoch ist für mich mit dem 19-stündigen Nebenjob die Doppelbelastung schon spürbar. Aber im Gespräch ist es immer möglich, Lösungen zu finden. Man kann vorarbeiten und in stressigen Uni-Phasen immer etwas zurücktreten. Ich werde für mich persönlich 4 Sterne vergeben.

Das Interview führte Sarah-Maria Scheid

 

 

 

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